Haus der Minderheiten

„Neue Perspektive für das Haus der Minderheiten“

Sara Wasmund
Sara Wasmund Hauptredaktion
Flensburg/Nordschleswig
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Die Stadt Flensburg wünscht sich ein Haus der Minderheit in der Stadt. Foto: shz

Der Flensburger Dezernent, Stephan Kleinschmidt, schlägt nach der Absage des SSF eine Anbindung des FUEN-Projektes an ein angedachtes „Haus der Begegnung“ vor.

Nein, der SSF will sich auch inhaltlich nicht an einem Haus der Minderheiten beteiligen. Mit diesem Kommentar bestätigte der Kommunikationschef des kulturellen Dachverbandes der dänischen Minderheit, SSF, Lars Erik Bethge, am Wochenende, dass man das Projekt weder finanziell noch sonst wie unterstützen wird.

Das Projekt muss daher in eine neue Perspektive gesetzt werden – das sagt vor dem Hintergrund der finalen SSF-Absage der Vizebürgermeister der Kommune Sonderburg und Dezernent für Projektkoordination, Dialog und Image der Stadt Flensburg, Stephan Kleinschmidt.

„Die Fragen sind doch jetzt: Welches Projekt wollen wir? Was sind die Inhalte? Wo liegt die Essenz des Ganzen? Diese Fragen müssen jetzt neu diskutiert werden, nachdem der SSF klargemacht hat, dass er nicht mitmachen wird“, so Kleinschmidt.

Die Kompetenz im Grenzland darstellen

Bislang habe es zwar als Grundvoraussetzung gegolten, dass die dänische Minderheit in Südschleswig zusammen mit der deutschen Minderheit in Nordschleswig (BDN) und der Föderalistischen Union Europäischer Nationalitäten (FUEN) das Projekt durchführt.

„Und natürlich wäre das immer noch optimal, wenn alle Minderheiten im Grenzland zeigen wollen, welche Kompetenzen wir gemeinsam entwickelt haben“, sagt Kleinschmidt. „Aber: Wichtig ist doch, dass wir die Kompetenz darstellen. Und dieser Wunsch ist da, sowohl in Flensburg als auch in Kiel.“

FUEN Präsident Loránt Vincze glaubt weiterhin an ein Haus der Minderheiten in Flensburg. Foto: Archiv

Was hätte die Stadt Flensburg davon, sich am Haus der Minderheiten zu beteiligen?

„Ein Haus der Minderheiten würde das Profil Flensburgs als Stadt der Vielfalt stärken, als Stadt mit Vorbildcharakter“, so die Antwort des 41-Jährigen am Sonntag. Auch für eine mögliche Umsetzung des Projektes hat die Stadt Flensburg bereits einen Vorschlag: „Wir arbeiten derzeit an Plänen für ein Haus der Begegnung, an einem Mitmach-Haus. Könnte man das Haus der Minderheiten hier vielleicht integrieren? Diese Hoffnung habe ich jedenfalls“, so Kleinschmidt.

Neue Perspektiven suchen

Die Stadt Flensburg sei wegen ihres Projektes bereits in Gesprächen mit dem Land Schleswig-Holstein. „Wir arbeiten so oder so mit diesen Plänen für das Haus der Begegnungen. Da kann man sich jetzt fragen, ob man das Haus der Minderheiten als Projekt einbindet. Gerade jetzt, wo der SSF seine Position so deutlich zum Ausdruck gebracht hat, müssen wir alle neu nachdenken. Wir brauchen eine neue Perspektive!“ In ersten Gesprächen mit der FUEN darüber seien die Reaktionen auf den Vorschlag positiv gewesen.

Der Hauptvorsitzende des BDN, Hinrich Jürgensen, sagt zur Idee: „Wir wollen uns gerne ansehen, welche Möglichkeiten dabei bestehen, wie das Haus gedacht ist, wie es finanziert wird und wie ein Haus der Minderheiten dazu passen könnte. Die Pläne dazu hören wir uns gerne an!“

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