Grenzpendler

Besseres Gehalt für Geringqualifizierte nördlich der Grenze

dpa
Pattburg/Padborg
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Foto: dpa (Symbolfoto)

Der tägliche Weg über die Grenze lohnt sich laut Regionskontor insbesondere für schlecht ausgebildete Arbeitskräfte. Das hat gleich mehrere Gründe.

Rund 14.500 Menschen pendeln zwischen ihrem Arbeitsplatz in Dänemark und dem Wohnort in Deutschland oder umgekehrt. Vor allem Richtung Norden sind viele Arbeitnehmer unterwegs: Das seien in den vergangenen Jahren konstant um die 14.000 gewesen, wie der Leiter des Regionskontors Sønderjylland-Schleswig im dänischen Padborg, Peter Hansen, sagte. Gründe seien die 37-Stunden-Woche, oftmals höhere Löhne und das Arbeitsklima in Dänemark.

Vor allem für schlechter Ausgebildete lohne sich das Pendeln. „Je geringer die Qualifikation, desto größer sind die Lohnunterschiede“ sagte Hansen. Im Zweifel sei es interessanter, längere Strecken zu fahren und sich mit zwei Steuersystemen auseinanderzusetzen. In Dänemark liege das Einstiegsgehalt für Un- oder Angelernte nicht unter 100 Kronen (rund 13,50 Euro).

Im Vergleich mit dem deutschen Mindestlohn erkläre sich die Attraktivität des Grenzpendelns für diese Arbeitnehmer von selbst, sagte Hansen. In Deutschland liegt der gesetzliche Mindestlohn seit Jahresbeginn bei 9,19 Euro pro Stunde.

Hauspreise in Dänemark sind niedriger

Ein Großteil der Pendler habe aber schon immer in Dänemark gearbeitet und sei nur nach Schleswig-Holstein gezogen, sagte Hansen. „Die haben ja eigentlich nicht die Arbeit in einem anderen Land bekommen, sondern die Wohnung.“ Er verweist auf die viele Dänen, die in Flensburg wohnen, aber immer in Dänemark gearbeitet hätten.

Ähnlich verhalte es sich mit Deutschen, die ins Nachbarland gezogen seien, aber ihren Job in Deutschland behalten hätten. „Der Wohnungsmarkt für Deutsche boomt im Moment.“ Der Grund: Im Vergleich zu Hauspreisen im Flensburger Umland seien die Preise auf der dänischen Seite noch relativ niedrig.

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