Leitartikel

„Die Verbindung lebt“

Die Verbindung lebt

Die Verbindung lebt

Nordschleswig/Apenrade
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Die deutsch-dänische Zusammenarbeit lebt – auch in Corona-Zeiten. Man muss nur etwas genauer hinsehen – gegebenenfalls virtuell, meint Chefredakteur Gwyn Nissen.

Natürlich gibt es sie noch, die deutsch-dänische Zusammenarbeit im Grenzland – auch in diesen Corona-Zeiten, in denen wir uns nicht so oft sehen. Viele Grenzland-Bewohner fahren weiterhin über die Grenze, um zu arbeiten (wenn sie denn nicht im Homeoffice sind), Wirtschaftsunternehmen sind eng miteinander verknüpft und machen gemeinsame Geschäfte, und auch die Politik und Organisationen in unserer Region sehen sich – zumindest virtuell.

Das Zusammenleben im Grenzland ist bisher immer über das physische Treffen definiert worden. Wenn Deutsch und Dänisch im Grenzland aufeinandertreffen, entstand die besondere Magie unserer Region. Aber obwohl Corona uns in dieser Zeit ein Bein stellt – es gibt sie noch: die Magie des Grenzlandes, die Zusammenarbeit, das Miteinander.

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther hatte soeben eine Unterredung mit der Regionsvorsitzenden aus Süddänemark, Stephanie Lose – mit am virtuellen Tisch Europaminister Claus Christian Claussen und aus der Region der Beauftragte für die deutsch-dänische Zusammenarbeit, Preben Jensen.

Tenor des Gesprächs: Das Potenzial der deutsch-dänischen und vor allem der regionalen Zusammenarbeit noch besser auszunutzen – trotz Corona. Schleswig-Holstein will Süddänemark – und umgekehrt ebenso. Es geht noch was.

„So viel Normalität wie möglich“ wünscht sich Claussen, wobei das Quartett auch die Herausforderungen an der deutsch-dänischen Grenze im Auge hatte.

Schwer hat es derzeit vor allem aber die Kultur, die davon lebt, dass sich Menschen treffen. Wie aber nicht anders zu erwarten, blüht auch in Kulturkreisen die Kreativität: Virtuelle Lesungen, Ausstellungen oder Konzerte – es ist zwar kein Live-Erlebnis, aber es ist ein Erlebnis. Und es ist Kultur.

Auch die Region Sønderjylland-Schleswig versucht, durch das Projekt KursKultur 2.0 etwas Hoffnung und Normalität in die grenzüberschreitende Kulturarbeit zu bringen. Viele Projekte sind verschoben worden, bis wir uns wieder gegenüberstehen können, aber auch von den Kulturmachern aus Pattburg kommt die Aufforderung: Macht weiter, denkt kreativ und gegebenenfalls auch digital.

Noch verbinden uns Slack, Zoom und Teams, aber es kommt eben auch wieder die Zeit, in der Menschen aus Kultur, Wirtschaft und Politik beiderseits der Grenze – oder einfach ganz privat – wieder ganz nah zusammenrücken.

Hoffentlich noch in diesem Jahr, denn die Grenze verbindet uns – und das kann auch ein Virus nicht verhindern.

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