Gemeinschaft

Zusammen isst man weniger allein

Zusammen isst man weniger allein

Zusammen isst man weniger allein

Bettina P. Oesten
Sonderburg/Sønderborg
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Gemeinsames Essen verbindet: Die 60 Plätze waren sofort weg. Foto: Karin Riggelsen

In der landesweiten Kampagne „Danmark spiser sammen“, will die Bewegung gegen die Einsamkeit Menschen zusammenbringen und weniger einsam machen. Am Mittwochmittag hatten sich an die 60 Sonderburger im großen Saal im „Frivillighedens Hus“ eingefunden, um den Hunger zu stillen und Kontakte zu knüpfen.

Gemeinsam essen verbindet: Im Rahmen der landesweiten Kampagne „Danmark spiser sammen“, der Bewegung gegen die Einsamkeit („Folkebevægelsen mod Ensomhed“), hatten sich gestern Mittag an die 60 Sonderburger, die meisten davon Senioren reiferen Alters, im großen Saal im „Frivillighedens Hus“ eingefunden, um bei Frikadellen und Kartoffelsalat, und später bei Kaffee und Kransekage, das soziale Miteinander zu genießen und neue Kontakte zu knüpfen.

Mit der örtlichen Initiative „Sønderborg spiser sammen“, die gestern zum dritten Mal in Folge stattfand, möchte der „Freiwilligen“-Vorstand genau das erreichen; dass nämlich einsame Menschen aus ihrer Isolation geholt werden und Gemeinschaft erfahren, und sei es auch nur für ein paar Stunden.

Schnell ausgebucht

„Wir sehen, wie gut es besonders älteren Herrschaften tut, mal rauszukommen und unter Menschen zu sein. Unser Angebot wendet sich aber an alle, für die, aus welchen Gründen auch immer, Einsamkeit ein Thema ist. Wir hatten 60 Tischplätze zu vergeben und waren binnen Kurzem ausgebucht. So beliebt sind unsere kostenlosen Gemeinschaftsessen mittlerweile“, so die Vorsitzende von Frivillighedens Hus, Bente Rey.

Positive Effekte der alljährlichen Veranstaltung können sein, dass unter den Teilnehmern eigene Kochgruppen entstehen oder dass aktiver am Vereinsleben teilgenommen wird, oder, wie es Bente Rey formuliert, „man auf der Straße häufiger auf Menschen trifft, die man schon mal bei einem Gemeinschaftsessen gesehen hat“. Das allein gibt vielen Menschen das Gefühl, nicht so isoliert zu sein.

Unter den gestrigen Teilnehmern waren auch die 73-jährige Christiane Boytang und die 80-jährige Sylvia Petersen, die sich an einem der beiden Tische sichtlich wohlfühlten. „Ich habe die Anzeige gelesen und sofort meine Freundin Sylvia angerufen und sie gefragt, ob sie mitkommt. Sie hat zum Glück ja gesagt. Allein hätte ich mich vielleicht nicht getraut. Jetzt bin ich einfach froh, dass wir hier sind. Man hat uns sehr herzlich empfangen, und das Essen ist lecker“, so die rüstige Rentnerin, die hofft, nächstes Jahr wieder dabei sein zu können.

Für Bente Rey sind die Essen immer dann ein Erfolg, wenn die Teilnehmer satt und zufrieden nach Hause gehen. Der guten und herzlichen Stimmung unter den Teilnehmern nach zu urteilen, dürfte der Erfolg wieder garantiert sein.

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