Klimakonferenz in Sonderburg

„Wir suchen Lösungen für das Klima“

„Wir suchen Lösungen für das Klima“

„Wir suchen Lösungen für das Klima“

Ruth Nielsen
Ruth Nielsen Lokalredakteurin
Sonderburg/Sønderborg
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ProjectZero-Direktor Peter Rathje (M.) mit Charles Nielsen (EWI, l.) und Jesper Nygård (Realdania). Foto: Ruth Nielsen

Internationale Konferenz „100 % Climate Neutrality“ im Sonderburger Alsion mit 400 Teilnehmern. Ein Schluss: Die Entwicklung obliegt den Städten.

Der Ballon vor dem Alsion.

Der dicke Ballon auf dem Gelände der Süddänischen Universität (SDU) ist unübersehbar. Einen ähnlichen hat es 2009 gegeben bei der Klima-Jugendkonferenz. Am Mittwoch und Donnerstag geht es im Alsion-Konzertsaal wieder um das Klima. Es schließt sich der Kreis, denn zwei Referenten, die 2009 die Tagung mitgestaltet haben, legen ihre Sichtweise dar, wie Städte die Führungsrolle übernehmen können, wenn es um „100-prozentige Klimaneutralität“ geht.

So heißt das Thema der internationalen Konferenz, die um die 400 Zuhörer hat, darunter 150 Jugendliche von Sonderburger Schulen und der A. P. Møller Skole in Schleswig. „Die Jugendlichen müssen ja die Sache vorantreiben“, meint Peter Rathje, Direktor von ProjectZero, das der Stadtrat 2007 als öffentliche-private Gesellschaft gegründet hat. Das Ziel: 2029 soll die Kommune CO2-frei sein. Somit kann es sein zehnjähriges Bestehen feiern.

Was Rathje besonders freut, ist die Teilnahme von Jesper Nygård, Direktor der Stiftung „Realdania“, und Per Christensen, Vorsitzender der Gewerkschaft 3F, der über die Bedeutung sprach, kreative Jobs (50.000) zu schaffen.

Für Peter Rathje ist die zweite Klimakonferenz auch wegen der internationalen Teilnehmerschaft eine Art „Volkstreffen. Wir jammern nicht über das Klima, sondern wir suchen Lösungen und finden sie. 30 Städte in Europa machen da mit. Es sind Städte, die die Sache vorwärtsbringen können. Daher ist auch die EU-Kommission an uns interessiert. Die Städte haben die Führung übernommen. Das schafft Glaubwürdigkeit“, sagt er.

Sonderburg hat eine besondere Position: Sie ist Modell für die sogenannten „SmartEnCities“, ein Netzwerk europäischer Städte mit Fokus auf eine intelligente Umstellung zu einer grünen Zukunft. In seiner Begrüßung sprach Bürgermeister Erik Lauritzen (Soz.) die Vision von ProjectZero an. Bisher hat die Kommune den CO2-Ausstoß mit 35 Prozent gesenkt, 2020 sollen es 50 Prozent sein. Das könne gelingen, weil Bürger und Firmen einbezogen sind und die Kommune „grün“ denke bei der Renovierung von Gebäuden und dem Transport.

Den Begriff „smart cities“ hat der anerkannte spanische Forscher Pascual Berrone mit dem „smart goverance“ ersetzt. Damit will er ausdrücken, dass technologische Lösungen allein nicht gesellschaftliche Probleme lösen können. Werde nur darauf fokussiert, würde das den größeren Städten helfen, nicht ärmeren. Zudem könne das ein zweischneidiges Schwert sein, da an Gesamtlösungen gedacht werden muss. Und das erfordert eine Landzeitplannung.

Dem stimmte Jepser Nygård zu. Gute Stadtplanung und Entwicklung müssten Hand in Hand gehen. Man sollte aufpassen, in smarten Städten eine Universallösung zu sehen. Wichtiger sei, automatische digitale Lösungen für gesellschaftliche Herausforderungen im Transport und Energiesektor zu finden. Und das müsse an eine vernünftige Stadtplanung gekoppelt werden.
Henrik Enderlein, Vorsitzender des Wachstumsrats, hoffte, dass die Teilnehmer sehen, welche technologischen Lösungen vorhanden sind, „die unsere Firmen anbieten“.

Die Klimakonferenz ist eine gemeinsame Veranstaltung der SDU und der Europäischen Hochschule in Flensburg. Die Tagung ging gestern mit Workshops zu Ende und wird am Donnerstag bis Mittag fortgesetzt.

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