Seniorenservice

„Wie ich sonst einkaufen könnte, weiß ich nicht“

„Wie ich sonst einkaufen könnte, weiß ich nicht“

„Wie ich sonst einkaufen könnte, weiß ich nicht“

Gravenstein/Gråsten
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Birthe Bjerringgaard (r.) ist dankbar, dass sie durch die Hilfe anderer selbstständig einkaufen kann. Foto: Sara Wasmund

Ein Verein organisiert Einkaufstouren für Gehbehinderte in Gravenstein und Umgebung. Warum man nun auf einen eigenen Bus spart, erläutert der Vorsitzende.

„Ich bin auf diesen Service angewiesen. Wie ich sonst einkaufen würde, weiß ich wirklich nicht.“ Vita Mortensen sitzt auf ihrem elektronischen Rollstuhl in der Sonne vor dem Super Brugsen im Ulsnæs Center. Die Seniorin ist eine von vier Personen, die an diesem Dienstagvormittag von Busfahrerin Kari Jensen ans Einkaufscenter gefahren wurden, um einkaufen zu können.

Allein einkaufen gehen ist nicht mehr möglich

Der Verein „Kørestolsbrugere og Gangbesværede i Gråsten og Omegn“ (KGGO) organisiert einmal in der Woche eine Fahrt in den lokalen Supermarkt. Für Vita Mortensen und viele andere ist dieses Angebot die Verbindung hinaus in die Außenwelt.

Die alte Dame lebt allein in ihrem Haus in Ekensund (Egernsund), „auf jeden Fall bis auf Weiteres“, lacht die Rentnerin. Allein einkaufen gehen kann sie nicht mehr, sie ist auf einen Fahrdienst angewiesen, der sowohl sie als auch ihren fahrbaren Untersatz transportiert. „Bei Ældre Sagen wollen sie uns nicht gerne mitnehmen, weil wir zu viel Platz füllen“, sagt Vita Mortensen.

Vita Mortensen, Svend Schütt und Busfahrerin Kari Jensen vor dem Supermarkt Foto: Sara Wasmund

Jedes Mitglied zahlt für den Einkaufsservice 150 Kronen pro Monat hinzu. „Jetzt sparen wir auf einen eigenen Bus, aber bis dahin ist es wohl noch ein weiter Weg“, so Svend Schütt. Der Verein hofft auf Geld von Stiftungen. Kürzlich spendeten OK-Benzin, OK-El und OK-Telefoni knapp 3.000 Kronen.

Jesper Thomsen überreichte Svend Schütt kürzlich einen Scheck über knapp 3.000 Kronen. Foto: KGGO

Damit der Transport auch in Zukunft gesichert ist, spart KGGO auf den Kauf eines eigenen Busses. Rund 30.000 Kronen haben sich schon angesammelt, ein erster Schritt.

Was, wenn die Kommune diesen Zuschuss einstellt?

„Wir erhalten derzeit einen Zuschuss von der Kommune, dass wir einen Fahrdienst bestellen können. Aber wir wollen gerne unabhängig sein. Denn was ist, wenn die Kommune diesen Zuschuss einmal einstellt? Dann sitzen wir da und können nirgends hin“, sagt der Vorsitzende des Vereins, Svend Schütt.

Neben den Einkaufstouren organisiert der Verein auch soziale Arrangements und Ausflüge – was derzeit aber wegen Corona nicht möglich ist. „Wir hoffen, dass es schnell wieder losgehen kann. Die meisten unserer Mitglieder sind schon geimpft, aber eben nicht alle. Ich beispielsweise warte noch auf meine Impfung“, sagt der Vorsitzende, der 59 Jahre alt und ebenfalls gehbehindert ist.

Kim Christensen und Conny Jørgensen sind als Freiwillige bei der Einkaufstour dabei. Foto: Sara Wasmund

Kim Christensen und Conny Jørgensen unterstützen den Verein als Freiwillige, begleiten die Senioren jede Woche in den Supermarkt und helfen beim Einkaufen. „Das mache ich seit rund drei Jahren“, sagt Conny Jørgensen. „Es ist doch wichtig, dass die anderen sehen können, was sie einkaufen, wir helfen dabei, dass sie selbst einkaufen können.“

„Das ist ein super Service“

Die 86-jährige Birthe Bjerringgaard ist dankbar, diesen Service und diese Hilfe in Anspruch nehmen zu können. „Sehr sogar. Das ist ein super Service, und ich will gar nicht darüber nachdenken, was ich ohne diesen Einkaufsservice machen würde“, so die Seniorin, die in Dalsmark eine Wohnung hat.

Weitere Informationen und Spendenmöglichkeiten unter kggo.nu/.

Diesen Bus mietet der Verein einmal in der Woche. Foto: Sara Wasmund
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