Sommeresidenz

Wenn die Königin da ist, ist Sommer in Gravenstein

Ruth Nielsen
Ruth Nielsen Lokalredakteurin
Gravenstein/Gråsten
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Bürgermeister Erik Lauritzen hatte das Blumenmädchen Sille an die Hand genommen, als Königin Margrethe der Limousine entstieg. Foto: Karin Riggelsen

Die Bürger in Gravenstein haben am Donnerstag eine gut gelaunte Majestät auf dem Marktplatz in Empfang genommen. Von Bürgermeister Erik Lauritzen gab es warme Worte für die Königsfamilie.

Die Ortschaft war ein Fahnenmeer, auf dem Markplatz harrten weit vor der Zeit geduldig Hunderte von Bürgern aus, um ja nicht die Ankunft Ihrer Majestät zu verpassen. Die Limousine fuhr sogar fünf Minuten vor der geplanten Zeit um 11.05 Uhr auf dem Marktplatz vor. Aus dem Wagen stieg eine gut gelaunte, in Himbeerrot gekleidete Königin, die von der sechsjährigen Sille Fogt Murholm mit einem Blumenstrauß begrüßt wurde.

Bürgermeister Erik Lauritzen (Sozialdemokraten) führte Königin Margrethe danach an den im Spalier stehenden Ratsmitgliedern (es waren 20) vorbei, ehe er seine Worte an die Königin richtete.

Warme Worte vom Bürgermeister

„Erst wenn Sie, Ihre Majestät, hier sind, dann ist Sommer in Gravenstein.“ Er sei dankbar, dass die Königin die Tradition fortführe, auf dem Marktplatz empfangen zu werden, ehe sie ihre Sommerresidenz aufsuche, was Bürger und Urlauber gleichermaßen erfreue.

In seinen Dank schloss er auch das Kronprinzenpaar mit seinen vier Kindern ein, das Glanz über das Ringreiterfest bringe, wenn die Reiter am Schloss an ihnen vorbeireiten dürften. „So entsteht eine unmittelbare Verbindung zwischen dem Ringreiten und der königlichen Familie“, freute sich das Stadtoberhaupt.

Er unterließ es nicht, die Königin auch über die Bestrebungen der Kommune zu informieren, die Gemeinde attraktiv für alle Altersgruppen zu machen. Dazu gehören auch ein vielfältiges Vereins- und Kulturleben sowie Arbeitsplätze. Lauritzen dankte der Königin und Prinzessin Benedikte für ihr „großes Engagement“, die königlichen Küchengärten wiederzubeleben. Damit würden das Schloss, der Park und der Garten einen Mehrwert schaffen, gleichzeitig erhalten Bürger wie Urlauber einen wertvollen Ort.
Der Bürgermeister forderte Ihre Majestät geradezu auf, sich die Kommune anzuschauen, „denn wir lehnen es ab, ein Randbezirk zu sein“, so Erik Lauritzen.

Im Namen der Kommune wünschte er der Königin und ihrer Familie einen schönen Urlaub im Schloss. Danach ging Königin Margrethe auf Tuchfühlung mit den Schaulustigen, schüttelte hier Hände, nahm dort Blumensträuße entgegen.

Kleine Mädchen glücklich gemacht

Auf dem Weg zur Limousine machte sie – zum ersten Mal in all den Jahren – einen Schwenk zur gegenüberliegenden Seite. Sie hatte offenbar ein kleines Mädchen mit Blumenstrauß entdeckt, das schon ganz traurig guckte. Es lachte, als es der Königin endlich den Strauß überreichen konnte, wie danach zwei andere Mädchen auch.

Die Schaulustigen konnten sich an Kuchen aus Gravensteiner Äpfeln und Wein erfreuen, gespendet vom Handelsstandverein, serviert von Rote-Kreuz-Mitgliedern.

Das Broacker Feuerwehrorchester hatte den Empfang musikalisch eingerahmt, „Det Gamle Rådhus“ seine Räume bereitgestellt.
Unter den Zuschauern saßen auch Gine Tychsen und Anna Christensen. Beide haben bisher noch keinen Empfang verpasst. Die bald 90-jährige Gine Tychsen ist in Wester-Satrup aufgewachsen: „Es ist doch immer wieder schön, die Königin empfangen zu können. Sie war ja schon mit ihren Eltern hier und fuhr an den Strand in Wenningbund. Sie gehört irgendwie zu Gravenstein“, meint Gine Tychsen, die sich über die Königsfamilie informiert hält.

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