Unterrichtsmethode

Spielend lernen? Rajka von der Förde-Schule verrät, wie das geht

Spielend lernen? Rajka von der Förde-Schule verrät, wie das geht

Spielend lernen? Rajka von der Förde-Schule weiß wie

Gravenstein/Gråsten
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Rajka Feddersen ist seit August als Lehrerin an der Förde-Schule angestellt. Sie verrät, warum man spielend besser lernen kann. Foto: Sara Eskildsen

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Lehrerin Rajka Feddersen ist neu an der Förde-Schule – und bringt aus ihrem Studium den Ansatz mit, dass Kinder spielend besonders fleißig lernen. Wie funktioniert das?

Die 26-jährige Rajka Feddersen arbeitet seit August als Lehrerin an der Förde-Schule. Sie unterrichtet Deutsch, Englisch und Religion in den Klassen 1 bis 4 und hat dabei einen besonderen Ansatz mit im Gepäck: spielend lernen.

Über dieses Thema hat sie ihre Bachelorarbeit geschrieben. Konkret ging es darum, wie Kinder durch das Element Spielen besser Englisch lernen.

Mittlerweile ist Rajka Feddersen im Schulalltag gelandet. Im Gespräch verrät sie, wie spielendes Lernen im Unterricht gelingt – und wie auch Eltern das Prinzip zu Hause anwenden können.

Wie kamst du auf das Thema spielendes Lernen?
„Ich hatte an der Uni eine Professorin, die Playful Learning unterrichtet hat. Sie hatte einige Kurse dazu belegt und das Gelernte dann in unserer Gruppe im Fach Pädagogik angewandt. So habe ich selbst erlebt, wie viel besser man lernt, wenn man spielend lernt. Wie groß der Unterschied war. Wie viel wir in ihren Fächern gelernt haben, im Vergleich zu den anderen.“

Kannst du ein Beispiel geben?
„Wenn wir einen Text zu Hause lesen mussten, dann haben wir das Thema nicht mit einem normalen Fragebogen bearbeitet, sondern sollten irgendwas basteln, eine Person oder eine Meinung. In der Klasse haben wir uns durch verschiedene Spiele ausgetauscht, anstatt eine normale Unterhaltung zu führen. Sich einen Ball zuwerfen oder Gruppen bilden, um eine Aufgabe zu erledigen. Oft waren es nur kleine Sachen, die den Unterschied gemacht haben. Aber man saß eben nicht still auf seinem Stuhl, sondern hat mit den anderen interagiert.“

Statt sich einfach nur zu beschreiben, hat Rajka Feddersen mit ihren Schülerinnen und Schülern Selbstportraits gebastelt und anschließend vorgestellt. Eine kreative Art, um Sprache zu erlernen, findet die Lehrerin. Foto: Sara Eskildsen

Was passiert im Gehirn, wenn man spielend lernt? Warum lernt der Mensch so besser?
„Ich habe in meiner Bachelorarbeit durch die verschiedenen Forscher eine Antwort gefunden. Viele sind sich einig, dass die Dinge im Gehirn anders verknüpft werden, wenn wir uns bewegen oder kreativ denken. Indem man sich bewegt, denkt man anders und speichert Dinge anders ab, weil mehr Dinge passieren und man nicht nur stillsitzt. Vor allem das Interagieren mit anderen macht da einen großen Unterschied! Es gibt die Meinung, dass man dann am meisten lernt, wenn man sich nicht bewusst ist, dass man etwas lernt.“

Was wäre so ein unbewusstes Lernen?
„Nehmen wir das Spiel Tabu, wo man einen Begriff auf Englisch beschreiben muss. Das macht Spaß, und man benutzt unbewusst ganz viele Wörter. Dabei lernt man richtig viel und auch in diesem Fall interagiert man mit anderen Menschen. Wenn man hingegen für einen Test lernt, weil man lernen muss, dann bleibt es oftmals nicht so hängen.“

Generell gilt: Etwas Kreatives zu machen, ist immer gut für das Lernen. Das kann eine Bastelarbeit sein, mit der man etwas beschreibt, oder man geht gemeinsam durch das Haus und beschreibt auf Englisch oder Dänisch, was man macht.

Rajka Feddersen, Lehrerin

Wie kannst du dieses Prinzip in der Schule anwenden?
„Ich versuche es und möchte es gerne noch ausbauen. Ich habe zum Beispiel im Dänischunterricht in der 4. Klasse über lange und kurze Vokale und Doppelkonsonanten gesprochen. Wie hört man das? Anstatt einfach nur mit ,kurz’ und ,lang’ zu antworten, haben wir damit auf dem Schulhof Fußball gespielt. Es gab zwei Tore, eines in kurzer und eines in langer Entfernung und die Kinder haben die Bälle je nach Wort in das eine oder das andere Tor geschossen. Oder das Beispiel Personenbeschreibungen und Selbstporträts. Anstatt sich selbst oder andere einfach nur mit Worten zu beschreiben, haben die Kinder die Aufgabe erhalten, sich zu malen und zu basteln. Das Ergebnis haben sie danach den anderen vorgestellt. Natürlich muss man auch ganz normal arbeiten, etwas schreiben oder Texte lesen, da kommt man nicht drumherum. Nur spielen geht auch nicht.“

Welche Tipps für das spielerische Lernen kannst du Eltern für zu Hause mitgeben?
„Generell gilt: Etwas Kreatives zu machen, ist immer gut für das Lernen. Das kann eine Bastelarbeit sein, mit der man etwas beschreibt, oder man geht gemeinsam durch das Haus und beschreibt auf Englisch oder Dänisch, was man macht oder was man sieht. Ich habe viele Schüler, die in der 1. Klasse noch kein Dänisch können. Hier kann man versuchen, ein Spiel auf Dänisch zu spielen oder Hörbücher zu hören. Macht etwas, was Spaß macht.“

Rajka Feddersen hat dänische Schulen in Flensburg besucht und nach einer Nachschule in Woyens (Vøjens) ihr Abitur am Deutschen Gymnasium für Nordschleswig gemacht. Studiert hat sie Lehramt in Aarhus, Deutsch, Englisch und Religion. Sie lebt in Hadersleben (Haderslev) und pendelt zur Förde-Schule.

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