Jahreswechsel

Silvester im Zeichen der Tradition

Ruth Nielsen
Ruth Nielsen Lokalredakteurin
Sonderburg/Sønderborg
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Foto: Bax Lindhardt/Ritzau Scanpix

Der Nordschleswiger fragte nach bei den Ratsvertretern der Schleswigschen Partei, wie sie den letzten Abend des Jahres verbringen. Und was ihnen wichtig ist.

Bei Frage 1 ging es um das Essen:

Christel Leiendecker (CL): Grünkohl, der ist obligatorisch. Als Kind hat es gekochten Dorsch gegeben. Den hat meine Oma gemacht. Der war aber nicht lecker. Meine Mutter hat dann Grünkohl eingeführt. Bei uns gibt es aber Bratkartoffeln dazu.

Kirsten Bachmann (KB): Das Essen hängt davon ab, mit wem wir zusammen sind. Als wir in Deutschland gewohnt haben, kannten sie das nicht mit dem Grünkohl. Den gibt es daher bei uns am Neujahrstag. Dann sind alle Kinder zu Hause.

Stephan Kleinschmidt (SKL): Grünkohl mit Kasseler und Kohlwurst. Das ist Tradition. Das kenne ich von zu Hause her. Katrine (Lebensgefährtin) ist knapp davon begeistert. Dieses Jahr wird es anders. Da machen wir Skiferien in Österreich.

Dieter Jessen (DJ): Es gibt Grünkohl, das bin ich von zu Hause gewohnt. Es ist eine schöne Tradition.

Gerhard Bertelsen (GB): Grünkohl mit Kohlwurst, Schinken und Kasseler. Früher als Kind gab es Dorsch und Grünkohl am zweiten Weihnachtstag bei den Großeltern. Seit sie nicht mehr sind, gibt es Grünkohl, und da gehört dann auch ein Schnäpschen dazu.

Was gehört unbedingt zu einem gelungenen Silvesterabend dazu?

CL: Feuerwerk gehört dazu. Ich gebe nicht viel aus. Ich schaue aber sehr gern zu, wenn wir draußen stehen.

KB: Mark (Gatte) und Oliver (Sohn) gehen um 12 Uhr zur Jagd. Die Nachbarskinder kommen vorbei und schießen das Neujahr ein. Der Weihnachtsschmuck wird abgenommen und die Kiste mit Neujahrsschmuck ausgepackt. Jedes Jahr kommt was dazu. Wir tragen Perücken, Brillen und Pappnasen. Zu Silvester gehört auch die Rede der Königin, Diner for one und Feuerwerk. Das kaufen wir, ist aber mit den Jahren weniger geworden.

SKL: In den letzten Tag des Jahres steige ich mit meinen besten Freunden ein, aus Kindergartentagen. Dazu gehört auch mein Zwillingsbruder Thomas. Allerdings, jetzt, wo Kinder da sind, ist es nicht mehr jedes Jahr. Ich denke, von meinen 40 Lebensjahren waren es auf jeden Fall mindestens 30 Jahre. Wir schmücken den Raum, wir hören die Rede der Königin, um 12 wird mit Sekt angestoßen, wir sehen die Rathausglocken oder Bilder von Berlin, je nachdem, was gerade dran ist.

DJ: Wir ziehen uns schick an, haben auch Tischfeuerwerk, aber ich kaufe nichts mehr, früher ja, als die Kinder klein waren. Es ist schade, dafür so viel Geld auszugeben. Und die Rede der Königin gehört dazu.

GB: Wir hängen Girlanden auf, einige setzen auch Hüte auf, wir feiern mit Ullas (Ehefrau) Zwillingsschwester. Feuerwerk kaufe ich nie, das tut mein Schwager, der ist fanatisch. Wir ziehen uns auch ordentlich an, Smoking trage ich aber nicht.

Hat sich im Laufe des Lebens an deiner Einstellung zu Silvester etwas geändert?

CL: Im Erwachsenenleben habe ich früher immer viel gearbeitet, bis auf die letzten drei Jahre. Ich genieße den Abend mit Freunden. Silvester ist für mich, mit lieben Leuten zusammen zu sein. Wir sind ungefähr 30 Leute, dann wird auch getanzt. Das ist total schön. Wir feiern in der Ekensunder Alten Schule. Wir kochen dort auch gemeinsam.

KB: Nee, es ist einfach ein tolles Fest. Wir sind gern mit anderen zusammen und stellen uns auf sie ein. Wir sind an keinen Ort gebunden. Dieses Jahr feiern wir in der Schweiz, mit allen Kindern. Mal sehen, wie da gefeiert wird.

SKL: Nee, der letzte Tag und die erste Nacht im neuen Jahr bedeuten für mich genauso viel. Es ist ein schöner Tag. Geändert hat sich nur, je älter man wird, desto weniger Feuerwerk braucht man.

DJ: Nee, es ist ein schöner Abend, festlich. Ich habe kein Problem, wach zu bleiben. Wir spielen, schauen fern, aber nicht mehr so viel wie früher, und hören um 24 Uhr die Rathausglocken. Neuerdings springen wir vom Stuhl ins neue Jahr. Das hat meine Tochter eingeführt.

GB: Eigentlich nicht. Es sind Traditionen. Wir sehen ein- oder zweimal Dinner for one. Auch die Rede der Königin gehört dazu. Wir spielen viel, hören die Rathausglocken und sehen vielleicht fern. Es ist ein besonderer Tag, eine Zeit, wo man zurückblickt und nach vorn schaut, es ist eine Zeit zum Nachdenken.

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