Dienstjubiläum

Seit 25 Jahren arbeitet Susann für die deutsche Bücherei

Seit 25 Jahren arbeitet Susann für die deutsche Bücherei

Seit 25 Jahren arbeitet Susann für die deutsche Bücherei

Sonderburg/Sønderborg
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Susann Etienne in der Sonderburger Bücherei im Multikulturhaus Foto: Sara Eskildsen

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Seit 2008 ist Susann Etienne Abteilungsleiterin der Deutschen Bücherei Sonderburg, bereits seit einem Vierteljahrhundert arbeitet die 60-Jährige für den Büchereiverband Nordschleswig. Was sie an ihrer Arbeit am meisten schätzt, verrät sie im Jubiläumsgespräch.

Vor 25 Jahren begann die Karriere von Susann Etienne beim Verband Deutscher Büchereien Nordschleswig. Als Quereinsteigerin bewarb sie sich auf eine freie Stelle in Apenrade (Aabenraa).

„Ich habe damals bei Quelle Telefonservice in Pattburg gearbeitet und das gefiel mir auch gut. Aber man musste in Schichten arbeiten und fast jedes Wochenende. Als ich über eine Kollegin von einer freien Stelle in der Bücherei Apenrade hörte, habe ich mich beworben und die Stelle bekommen“, erzählt Susann Etienne, die damals bei Buhrkall (Burkal) lebte, ursprünglich aus Hamburg kommt und in Flensburg Maschinenbau studiert hat.

Erfahrung aus der Unibibliothek

In der Büchereizentrale arbeitete sie viele Jahre unter Büchereidirektor Nis-Edwin List-Petersen. „Ich saß viele Jahre in einem Büro mit Hans Jensen“, erinnert sich Susann Etienne.

„Ich habe immer gerne gelesen und habe während des Studiums als studentische Hilfskraft in der Unibibliothek mitgearbeitet. Die Arbeit in der Bücherei hat mir viel Spaß gemacht.“

Susann Etienne
Susann Etienne in der Artothek, die eine breite Auswahl von Kunstwerken enthält (Archivfoto) Foto: Ilse Marie Jacobsen

Um nicht nur Teilzeit zu arbeiten, bewarb sich Susann Etienne auf die Stelle in Sonderburg. „Um eine Vollzeitstelle zu haben, musste ich mich aber weiterbilden. Also habe ich ein Fernstudium gemacht“, erzählt die Abteilungsleiterin. So kam es, dass sie an der Humboldt-Universität in Berlin ein postgraduales Fernstudium zur Bibliothekarin machte – und mit Erfolg abschloss.

Frisch ausgebildet, übernahm sie 2008 die Stelle der Abteilungsleiterin in der Deutschen Bücherei Sonderburg.

Vom Rønhaveplads ins Mulitkulturhaus

Die Einrichtung lag damals noch am Rønhaveplads. In jenem Gebäude, das mittlerweile zum Deutschen Museum Nordschleswig umgebaut worden ist.

„Die Arbeit dort war sehr familiär und sehr persönlich. Da kannte man wirklich alle Leserinnen und Leser persönlich“, erinnert sich Susann Etienne. „Das war wie ein erweitertes Wohnzimmer. Das war ein schönes Arbeiten.“

Susann hat in Flensburg studiert und später per Fernstudium einen Abschluss an der Humboldt-Universität Berlin gemacht. Foto: Sara Eskildsen

Mit dem Umzug der Bücherei vor vier Jahren ins Multikulturhaus am neuen Stadthafen änderte sich das Arbeitsumfeld. „Ich finde, es ist ein guter Job. Mir gefällt der Umgang mit den Leuten, hier lernt man nun viele verschiedene Menschen kennen. In die Bibliothek kommen völlig verschiedene Leute, und einige erzählen dann auch ihre Geschichte. Man bekommtandere Sichten und Meinungen mit, das ist wirklich interessant. Und natürlich das Arbeiten mit Büchern. Wir haben viele verschiedene Medien, aber mir gefällt die Arbeit mit den Büchern am besten.“

Am liebsten Biografien und autobiografische Berichte

Sie selbst liest am liebsten Biografien und autobiografische Berichte. Aktuell hat sie das Buch von Mehdi Maturi gelesen, es heißt „In den Iran. Zu Fuß. Ohne Pass.“

„Mehdi Maturi wurde von seinem Vater als Kind nach Deutschland entführt. Er wollte seine Mutter kennenlernen. Insgesamt ein sehr abenteuerlicher Bericht. Auf der Flüchtlingsroute hin und zu zurück, das war total interessant.“

Wenn sie frei hat – und seit April genießt sie die erweiterte Freizeit durch ihren Teilzeitjob – ist Susann Etienne beim Spazierengehen, Wandern oder Radfahren anzutreffen. 2020 und 2021 trainierte Susann Etienne bei Team Rynkeby für die Fahrt nach Paris mit – woraus wegen Corona aber nichts wurde.

Endlich wieder Luft zum Lesen

„Dieses ganze Training, bei dem man merkt, was man alles schafft. Wenn man nicht mehr kann – was man dann eben doch noch kann, das war sehr interessant!“ Und jetzt hat sie endlich wieder Luft zum Lesen. „Als ich Vollzeit gearbeitet habe, war ich abends eigentlich eher zu müde, um zu lesen. Dafür habe ich jetzt wieder Zeit, und das genieße ich.“

Zu Hause ist sie in Dalsgaard bei Rinkenis (Rinkenæs).

Ich schaue manchmal nach Süddeutschland, wo das Wetter so viel besser ist. Also wenn ich nochmal auswandern sollte, dann nach Süddeutschland. Aber alles in allem – ich wohne sehr gerne hier.

Susann Etienne, Abteilungsleiterin

Ihre Leitungsstelle in Teilzeit teilt sie sich mit Kollegin Eva Nielsen, das sogenannte Jobsharing-Modell macht es möglich. „Ich wollte lieber mehr Zeit haben als mehr Geld. Das schätze ich jetzt sehr.“

Jubiläumsfeier in der Zentralbücherei

Hat sie jemals überlegt, ihr Leben in Nordschleswig mit einem in Deutschland zu tauschen? „Nein tatsächlich nicht. Ich weiß nicht, was ist, wenn ich einmal in Rente bin. Ich schaue manchmal nach Süddeutschland, wo das Wetter so viel besser ist. Also wenn ich nochmal auswandern sollte, dann nach Süddeutschland. Aber alles in allem – ich wohne sehr gerne hier.“

Am Donnerstag, 16. Juni, feiert die Zentralbücherei ihre langjährige Mitarbeiterin mit einer Zusammenkunft.

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Henning Kracht
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