Reaktionen auf Museums-Bewilligung

„Ein Schritt in die richtige Richtung“

jt/cvt
Apenrade/Sonderburg
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Hauke Grella
Hauke Grella Foto: Karin Riggelsen

Das Folketing gibt fünf Millionen Kronen für den Umbau des Deutschen Museums in Sonderburg. Museumsleiter und Vorsitzende bezeichnen es beide als einen Schritt in die richtige Richtung – und auch von dänischen Kollegen kommen Glückwünsche.

„Ich freue mich tierisch“, erklärt Museumsleiter Hauke Grella, als er von dem fünf Millionen Kronen schweren Zuschuss des dänischen Kulturministeriums erfährt. Ihm zufolge ist es das erste Mal, dass das Museum eine Zuwendung von dänischer Seite aus für den Umbau bekommt.

„Es freut mich insbesondere, dass die dänische Seite sich auch daran beteiligt. Das zeigt, dass die gemeinsame Geschichte von deutscher und dänischer Seite mitgetragen wird“, so Grella.

Doch noch sei vieles in der Schwebe. „Wie wir nun weitermachen, müssen wir noch diskutieren“, erklärt der Museumsleiter, der den großen Wunsch hat, das Museum so zugänglich wie nur möglich zu gestalten. „Bei einem neuen Museum kommen auch mehr Besucher und deshalb sollten wir auch die Ausstellung danach einrichten. Wir arbeiten an mehreren Stellen“, so Grella.

Auch die Museumsvorsitzende Ilse Friis freut sich über die Finanzspritze. „Das ist ein Schritt in die richtige Richtung“, sagt sie, „doch wenn wir alles auf einmal machen wollen, dann haben wir noch einen langen Weg vor uns.“ Ihr zufolge wäre es erfreulich, wenn noch einige Stiftungen zum Museumsprojekt beitragen würden.

René Rasmussen: „Das Museum ist schon jetzt gut – und es wird noch besser“

Für Hans Schultz Hansen, der das dänische Reichsarchiv in Apenrade leitet, sind die Mittel zum Ausbau „voll verdient. Ich gratuliere herzlich“, sagt er. Im Deutschen Museum sei über viele Jahre gute Arbeit geleistet worden und „es kann gut ein paar mehr Quadratmeter gebrauchen“ um in Zukunft die Geschichte der Minderheit „nach innen – und nach außen“ darzustellen.

Auch René Rasmussen, Leiter des Museums Schloss Sonderburg im Museumsverband Museum Sønderjylland, gratuliert. „Das Deutsche Museum ist schon jetzt ein gutes Museum – und jetzt wird es noch besser“, sagt er. „Nordschleswig hat ja eine deutsch-dänische Geschichte. Wir erzählen diese Geschichte auch bei uns, aber es ist ja auch wichtig, dass die deutsche Minderheit diese Geschichte selbst erzählt, auf ihre eigene Weise“, meint er.

Ein modernes Deutsches Museum würde die kulturelle Landschaft in Nordschleswig und Sonderburg durchaus bereichern, ist sich Rasmussen sicher. „Es ist schwer zu sagen, ob es direkt Touristen anlockt, davon sollte man wohl nicht ausgehen, aber sicher ist doch, je mehr Kultur eine Region zu bieten hat, desto attraktiver wird sie insgesamt“, sagt er.

Auch für ihn selbst sei das Deutsche Museum ein attraktiver Ort und „ich bin sehr gespannt, wie sich das entwickelt. Ich arbeite ja sehr eng mit Hauke Grella zusammen und bin sehr froh, dass es jetzt richtig losgeht“.

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