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Ruderlager: Ein Plus für jedes Alter

Ruderlager: Ein Plus für jedes Alter

Ruderlager: Ein Plus für jedes Alter

Düwig/Dyvig
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Noah (l.) und Felix beim Säubern der Boote Foto: Ilse Marie Jacobsen

In Düwig trainieren 15 Ruderer aus ganz Nordschleswig und Flensburg bei sonnigem, windigem und regnerischem Wetter. Jeden Morgen geht es schon um 7 Uhr hinaus aufs Wasser.

Wassersportler und nicht zuletzt auch Ruderer müssen immer Wind und Wetter bei ihren sportlichen Ausflügen im Boot berücksichtigen. Das mussten auch die 15 Teilnehmer an dem diesjährigen Ruderlager des Nordschleswigschen Ruderverbands (NRV) auf Düwig.

Dort begaben sich Ruderer aus Apenrade/Aabenraa, Sonderburg/Sønderborg, Hoyer/Højer, Hadersleben/Haderslev und Düwig zusammen mit Sportlern aus Flensburg hinaus aufs Wasser.

Frühmorgens geht es los

Die Teilnehmer übernachten von Montag bis Freitag im sehr idyllisch gelegenen Clubhaus des DRN, in Wohnmobilen oder Zelten. Morgens lange schlafen ist nicht drin: Um 7 Uhr stechen die ersten Boote schon in See. Um 8 Uhr treffen sich dann alle zum gemeinsamen Frühstück.

Das Ruderlager ist für jedes Alter. Wer über 27 Jahre alt ist, gehört zur Kategorie Masters.

Die Jüngsten

Die jüngsten Teilnehmer in Düwig sind die beiden Brüder Felix (11) und Noah (10). Sie zogen mit ihren Eltern vor einem Jahr von Stralsund nach Sonderburg, und schnell fanden sie hinunter zum Ruderverein Germania. In Düwig putzten sie nach einer Runde auf dem Wasser ihre Ruderboote. Wegen Corona werden alle Boote nicht nur abgespült, sondern auch fein säuberlich abgeseift.

Zum ersten Mal so viele Nächte nicht bei den Eltern, das machte den beiden fleißigen Jungen nichts aus. Sie waren trotz ein paar Regentropfen hellauf begeistert.

„Das ist doch cool. Es ist witzig mit dem Rudern“, meint Noah und strahlt. Eigentlich wollte Felix ja nichts sagen. Aber dann kommt es doch: „Ich habe mir gestern den kleinen Zeh gebrochen. Ich bin auf dem Steg ausgerutscht an der Spitze“, meint der Elfjährige. Er war im Krankenhaus bei einem Arzt: „Aber ich wollte trotzdem wieder her. Das ist ja alles so spannend“, meint er glücklich lächelnd. Sein Zeh wurde untersucht und mit einem Schaumpflaster verarztet. Nun muss alles einfach wieder zusammenwachsen.

Arne Ingmar Johannsen wäscht sein Boot sorgfältig nach dem Ausflug zur See. Foto: Ilse Marie Jacobsen

Rudern gehört dazu

Zu den Erwachsenen, den Masters, gehört unter anderem Arne Ingmar Johannsen aus Sonderburg. „Ich war schon im vergangenen Jahr dabei. Aber mit MOK (Marc-Oliver Klages, Anm. der Redaktion) als Trainer kann es ja nur gut werden“, meint er und zwinkert dem Trainer mit einem Auge zu.

Rudern nennt der 62-Jährige „eine total komplexe Sache. Man ist ja manchmal hier und da ein wenig schlusig. Aber plötzlich weiß man, warum das Boot nicht mehr will“.

Man ist ja manchmal hier und da ein wenig schlusig. Aber plötzlich weiß man, warum das Boot nicht mehr will

Arne Ingmar Johannsen, Ruderer

Arne Ingmar Johannsen liebt die sportliche Herausforderung. „Sport ist für mich lebenswichtig. Für den ganzen Körper. Aber gestern waren wir im Vierer unterwegs. Das war heftig“, so der Sonderburger, der mit einer weit oben gehaltenen Hand die Höhe der Wellen beschreibt. Er steht auf Ausdauersport und Wettkampf. „Wenn man dann ins Ziel kommt, hat man ein gutes Gefühl. Ausgepowert sein, das ist einfach gut“, stellt er fest.

Er spült sein Ruderboot und kommt dann plötzlich erneut zur „Nordschleswiger"-Journalistin: „Das darfst du nicht vergessen: die Kameradschaft, das Miteinander. Das bedeutet viel“, stellt er fest.

Felix, Janis und Noah in ihren Schlafstätten der vergangenen Tage. Foto: Ilse Marie Jacobsen

Nachwuchs willkommen

Am Donnerstag wird abends gegrillt, und am Freitag nehmen die Ruderer dann Abschied voneinander.

Marc-Oliver Klages lobt den Einsatz der Teilnehmer in Düwig. „Hier können wir die Leute zusammenbringen, und man hört, wie es bei den anderen Clubs läuft, was sie in Hoyer und Apenrade machen", meint Klages, der einen Wunsch hat: mehr junge Ruderer.

Deshalb wird in der nächsten Woche auch ein Minilager in Apenrade veranstaltet.

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