Buchvorstellung

Ein Psychopath kann so charmant sein

Ruth Nielsen
Ruth Nielsen Lokalredakteurin
Sonderburg/Sønderborg
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Andrias Andreasen mit seinem ersten Werk „Lurian“ Foto: Karin Riggelsen

Andrias Andreasens Thriller „Lurian“ wird Sonntag beim Sonderburger Buchcafé vorgestellt. Etwas für hartgesottene Leser.

Andrias Andreasens Thriller „Lurian“ wird Sonntag beim Sonderburger Buchcafé vorgestellt. Etwas für hartgesottene Leser.

Das nächste Buchcafé steht ganz im Zeichen Sonderburgs. Im Hotel Comwell wird die Sonderburgerin Jette Grenaa Philippsen am Sonntag ab 15 Uhr Auszüge aus dem Erstlingswerk des seit Jahren in Sonderburg lebenden Andrias Andresen, „Lurian“, vorlesen. „Lokaler kann es gar nicht werden“, meint Organisator Allan Breckling schon vorab. Die Veranstaltung wird nichts für zartbesaitete Personen. „Lurian ist ein Serienkiller, ganz brutal und gewalttätig“, gibt der von den Färöern stammende 39-jährige Autor Andrias Andreasen zu. Seine Hauptperson wächst in einem mehr als labilen Zuhause heran. Lurians Eltern sind krank, das Kind wird vernachlässigt und ist meist auf sich selbst gestellt. Er kommt zu einer Pflegefamilie. „Aber dann überkommen ihn die dunklen Kräfte, und er ermordet diverse Personen“, so Andreasen. Einen Psychopathen erkennt man nicht auf der Straße, und manchmal sind selbst Serienkiller charmant und nett, wie der Autor betont.

Andrias Andreasen hat drei Jahre an seinem ersten Werk gearbeitet, das der Verlag Mellemgaard druckte. Am Anfang schrieb er eigentlich mehr für die Schublade.
„Aber dann wünschte ich mir auch etwas Feedback. Und wenn man erst einmal in Gang kommt, dann kann man nur schwer wieder aufhören“, so Andrias Andreasen. 420 Seiten umfasst die brutale Geschichte, in der die Hauptperson Lurian hauptsächlich auf Fünen und Seeland wütet. Andrias Andreasen arbeitet hauptberuflich als kommunaler Sachbearbeiter bei der Beschäftigung.

Allan Breckling ist normalerweise kein übersensibler Leser. „Aber das Buch musste ich eine Zeit lang weglegen. Es ist ein wahnsinnig gruseliges Buch. Er beschreibt nicht nur einen Psychopathen, sondern das, was in dessen Kopf vor sich geht“, gibt Allan Breckling zu.

Jette Grenaa Philippsen ist ausgebildete Schauspielerin. Sie hat „Lurian“ dreimal gelesen, damit sie das Publikum mit den besten Passagen fesseln kann.
Wer beim nächsten Buchcafé dabei sein möchte, sollte sich vorab bei Allan Breckling auf acharling@gmail.com anmelden. Ab 14 Uhr wird für 200 Kronen ein Buchcafé mit Essen serviert. Wer nicht speisen möchte, kann ab 15 Uhr für 125 Kronen dabei sein.

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