Kulturszene

Pilgaard in Sonderburg: Vom Theologiestudenten zum Revuestar

Pilgaard in Sonderburg: Vom Theologiestudenten zum Revuestar

Pilgaard: Vom Theologiestudenten zum Revuestar

Sonderburg/Sønderborg
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Ulf Pilgaard wird von Veranstalter Allan Breckling (2. v. l.) und Leif Maibom mit einer Lobeshymne verabschiedet. Foto: Karin Riggelsen

Er ist als Schauspieler und Revue-Darsteller eine Legende in Dänemark, in Sonderburg hat Ulf Pilgaard im Theatersaal aus seinem Leben erzählt.

Ulf Pilgaard in Sonderburg – diese Gelegenheit ließen sich über 100 Besucher am Sonnabend im Theatersaal nicht entgehen. Der 79-jährige Schauspieler erzählte zweieinhalb Stunden lang aus seinem Leben, das er seit seinem Theologiestudium der Schauspielerei widmet.

3.000 Kronen Gage im Monat

Mit einer verlockenden Gage von 3.000 Kronen monatlich war es 1965 Preben Kaas, der Pilgaard seine erste bezahlte Schauspielaufgabe zutrug. Pilgaard studierte damals Theologie und war als Student Mitglied einer Theatergruppe. „3.000 Kronen, das war ja wahnsinnig viel Geld, und ich hatte mir ein Jahr gegeben, um herauszufinden, was ich eigentlich wollte“, so Pilgaard. Er fand es heraus.

Mit dem festen Engagement in Kaas' ABC-Theater begann seine Karriere. Es folgten unzählige Revue- und Theaterstücke, in seiner Rolle in „Nattevagten“ und als Komiker in der „Cirkusrevuen“ lernten ihn die Dänen als Königin Margrethe kennen und lieben.

Ulf Pilgaard am Sonnabend in Sonderburg Foto: Karin Riggelsen

Pilgaard machte im Radio Satire mit „Holdningsløse tidener“ und „Hov hov“ und ausgerechnet in der Rolle als Pastor in „Giv Gud en chance om søndagen“ gelang ihm der Durchbruch als Schauspieler. „Ich hatte da meine Bedenken, aber mit einem Pastor als Vater und meinem Theologiestudium habe ich die Probepredigt beim Vorsprechen ganz gut gemeistert“, so Pilgaard am Sonnabend.

Ulf Pilgaard hätte 2020 eigentlich seine letzte Saison als Revue-Darsteller in der Kopenhagener „Cirkusrevuen“ spielen sollen, wo er seit 1968 mit von der Partie ist, seit 1986 ununterbrochen. Doch das Coronavirus änderte die Pläne. Das Team der „Cirkusrevue“ war am Sonnabend in Sonderburg dabei, um ihren Star zu feiern.

Das Publikum saß mit entsprechenden Abständen in den Rängen des Theatersaals. Foto: Karin Riggelsen

Das Publikum dankte dem Schauspieler mit stehendem Applaus. Allan Breckling, der das Buchcafé veranstaltet und mithilfe der Kommune ins Theater hatte verlegen können, ließ Pilgaard vom Sonderburger Künstler Kunstmann Leo ein Wikingerkreuz überreichen.

Zum Abschluss sang Leif Maibom, langjähriger Leiter der Sonderburger Revue, zur Melodie des Zirkusrevue-Schlagers „Mariehønen“, eine Dankes- und Lobeshymne auf Ulf Pilgaard.

Am Sonntagnachmittag um 15 Uhr fand ein weiterer Vortrag mit Ulf Pilgaard statt.

Ulf Pilgaard berichtete von alten Zeiten und Weggefährten. Foto: Karin Riggelsen
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