Kultur

Pfiffigkeit war gefragt beim Nordalsischen Festivalverein

Pfiffigkeit war gefragt beim Nordalsischen Festivalverein

Pfiffigkeit war gefragt beim Nordalsischen Festivalverein

Ruth Nielsen
Ruth Nielsen Lokalredakteurin
Norburg/Nordborg
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Die Bühne im Hof steht schon mal. Foto: Karin Riggelsen

Wegen des Hallenbaus auf dem Gelände des Norburger Schlosses waren, wie es das Gesetz vorschreibt, Archäologen am Werke. Im Park wird eine Ringmauer einer Festungsanlage vermutet. Und das heißt für den Festivalverein, Sperrgebiet von der Allee bis zum Park.

Seit 1981 findet das Nordals Musikfestival auf dem Gelände des Norburger Schlosses statt. Bisher hatte es keine behördlichen Beanstandungen gegeben. Die gibt es 2018. Wegen des Hallenbaus waren, wie es das Gesetz vorschreibt, Archäologen am Werke. Im Park wird eine Ringmauer einer Festungsanlage vermutet. Und das heißt für den Festivalverein, Sperrgebiet von der Allee bis zum Park, Zelte und Bühne dürfen nicht mit Pflöcken festgemacht werden. Stattdessen hat der Verein Betonklötze mit einem Gesamtgewicht von 30 Tonnen angeschafft, die die Ausrüstung auf dem Platz halten soll.

Damit nicht genug. Auch die Zufahrt fand das Missfallen der Behörde. Es gibt, auch noch 2018, die Sondergenehmigung, den Wall mit Kies aufzuschütten, um einen zweiten Transportweg zu haben. Dennoch, der Verein hat die zwei Sponsoren Nørulf und Kallehave um Hilfe gebeten. Sie haben eine Brücke konstruiert, die der Verein mietet. „Wenn sie hält, werden wir sie kaufen“, sagt der Vorsitzende Karsten Fibiger. Das Geld wird bei Stiftungen eingeworben, denn „unser Haushalt liegt bei Null, und das Kapital ist eine Sicherheit, sollte es mal ein schlechtes Jahr werden“.

Darüber hinaus wird auch das nordalsische Festival vom Trend betroffen: „Dänemark geht es gut, die Leute haben mehr Geld in den Händen. Da sinkt die Bereitschaft zu helfen. Das haben sie offenbar nicht mehr nötig“, so der Vorsitzende. Thomas Jessen, Verwalter der Freiwilligen, ergänzt: „Früher haben Kinder ihr Taschengeld aufgebessert, heute kriegen sie Geld von den Eltern. Es war nicht leicht dieses Jahr.“

Jessen ist zuständig für 620 Freiwillige, die Hälfte von externen Vereinen, die für ihren Verein dazuverdienen. In der Regel gibt es 50 Kronen pro Stunde pro Mann, „wenn es ein gutes Jahr war, gibt es mehr. 2016 haben wir 250.000 Kronen ausgezahlt“, erzählt er. Jessen behält den Überblick, wer wo eingesetzt wird, immerhin gibt es um die 30 Arbeitsplätze wie Essenszelt, Weinbar und Bierwagen. Diese Arbeit erleichtert ihm die elektronische Seite „crewnet“, die der Verein mit zwei Tüftlern aus Sonderburg entwickelt hat und die andere Vereine auch nutzen. Ja, selbst die Karten für Gäste werden so gespeichert.

Jeppe Mai Jepsen (l.) und Eli Krogh packen mit an. Foto: Karin Riggelsen

Seit 16 Jahren dabei

Thomas Jessen ist seit 16 Jahren dabei, „weil es Spaß macht. Es ist diese Wiedersehensfreude unter Freunden, es ist gemütlich. Und dann ist es ein Festival mit 100 Prozent Freiwilligkeit“.
Seit 17 Jahren sind „Herr und Frau Morten“, Inhaber der Firma „STC scener“ beim Festival. Sie liefern die 400 Quadratmeter große Bühne. „Man hat uns damals kontaktiert, weil wir eine Bühne haben, die in den Park passt. Das ist ja nicht egal“, sagt Herr Morten (Lind).

Er hat in diesen Jahren die Atmosphäre des Festivals schätzen gelernt. Er kann sie mit gut 15 anderen im Land vergleichen, wo STC die Bühne stellt. „Es ist ein gutes, gemütliches Festival, das wert auf Zusammengehörigkeit legt. Es ist einzigartig. Dazu hat es die tollen Rahmen, auch wenn sie eine Herausforderung sind. Auf einem Fußballfeld ist das Arbeiten leichter, hier musst du aufpassen, dass auch genügend Platz für das Publikum ist“, meint Morten Lind.

Diese Herausforderung ist Jahr um Jahr gemeistert worden. Bei der Herausforderung „Terrorsicherung“ winkt Karsten Fibiger ab: „Wir reagieren auf das, was Terroristen gemacht haben, nicht auf das, was sie tun könnten. In unserer Branchenorganisation habe wir das diskutiert. Es gibt über 50 Möglichkeiten, Betonklötze helfen gegen drei. Wir haben natürlich einen Bereitschaftsplan und kennen den Kommandoweg. Das ist mit der Polizei abgesprochen“, meint Karsten Fibiger zur „Terrorsicherung im Hintergrund“.

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