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Mobbing im Kindergarten? Eltern schreiben offenen Brief

Mobbing im Kindergarten? Eltern schreiben offenen Brief

Mobbing im Kindergarten? Eltern schreiben offenen Brief

Broacker/Broager
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Der Deutsche Kindergarten Broacker Foto: Surkus

Eine Gruppe Eltern des Deutschen Kindergartens Broacker hat am Donnerstag in einem offenen Brief dem Deutschen Schul- und Sprachverein für Nordschleswig (DSSV) vorgeworfen, Mobbing gegen Mitarbeiter zu akzeptieren.

In einem offenen Brief an Medien und Lokalpolitik hat sich eine Gruppe von Eltern über die oberste Leitungsebene des Deutschen Kindergartens Broacker beschwert. Sie werfen dem Deutschen Schul- und Sprachverein für Nordschleswig (DSSV) vor, Mobbing gegen die Abteilungsleiterin hingenommen zu haben und stellen in diesem Zusammenhang auch das Wohl der eigenen Kindergartenkinder infrage.

In einem der vier Abteilungen der Deutschen Kindergärten Sonderburg (DKS) seien laut Brief „die Abteilungsleitung und Mitarbeiter Mobbing durch eine Schlüsselperson ausgesetzt“ gewesen.

Laut Schreiben habe der DSSV in dieser Angelegenheit bei Rückfragen stets auf die Schweigepflicht in einer internen Personalangelegenheit verwiesen. „Aber die Eltern sehen davon nun ab, da wir um das Wohl unserer Kinder besorgt sind“, so der Brief.

Im Deutschen Kindergarten Broacker ist die Abteilungsleiterin seit Dezember krankgeschrieben. Die Elterngruppe ist davon überzeugt, dass der Grund dafür Mobbing ist.

Eltern kritisieren passiven Umgang

Die Eltern seien „schockiert“ über den Umgang des DSSV und der Kommune Sonderburg mit dieser Angelegenheit. Die Eltern werfen beiden Organisationen einen zu passiven Umgang mit den Mobbing-Vorwürfen vor.

„Werden der DSSV und die Kommune auch ein Auge zudrücken, wenn ein Angestellter die Grenze zwischen Angestelltem und Kind überschreitet, ohne Konsequenz für den Angestellten?“

Wie in jeder anderen Sache, die an uns herangetragen wird, versuchen wir uns ein detailliertes Gesamtbild zu machen, bevor Lösungsprozesse eingeleitet und Entscheidungen getroffen werden.

Anke Tästensen, Schulrätin

Es sei „unglaublich“, dass die Kommune Sonderburg mit ihrer „Null-Mobbing-Toleranz“ ein Mobbingopfer zu einem Kündigungsgespräch eingeladen habe, obwohl die Ansage einer Kündigung später zurückgezogen wurde, so die Eltern.

Sie bekunden in einem Schreiben an den DSSV, dass sowohl Eltern als auch Kinder die Abteilungsleiterin schmerzlich vermissen würden.

DSSV kann sich zum Fall nicht äußern

„Wir haben die Befürchtung, dass DSSV und Kommune die Zeit der Krankschreibung abwarten und der Abteilungsleiterin dann kündigen. Wir wünschen uns sehr, dass unsere Kinder wieder in ihren gewohnten Alltag hineinkommen dürfen. Und das mit ihrer Abteilungsleiterin, die Kinder und Eltern sehr wertschätzen“, sagt Nicky Koch Vogt, die ihrer zwei Kinder im Deutschen Kindergarten Broacker betreuen lässt.

Was sagt der DSSV zu dem offenen Brief der Eltern? „Es handelt sich um eine Personalangelegenheit, die noch nicht abgeschlossen ist. Dazu dürfen wir uns unter keinen Umständen äußern“, sagt Schulrätin Anke Tästensen. „Weder können noch dürfen wir etwas dazu sagen.“

Wie geht der DSSV generell mit dem Thema Mobbing um? „Wenn wir so einen Fall hätten, dann müssten wir handeln und ein Verfahren einleiten.“

„Die Vorwürfe aus der Elternschaft sind dem DSSV bekannt“

Setzt sich der DSSV aktiv mit den Sorgen und Vorwürfen der Eltern auseinander, steht ihr im Dialog mit den Eltern und wie geht es im Deutschen Kindergarten Broacker weiter? „Die Vorwürfe aus der Elternschaft sind dem DSSV bekannt“, so Anke Tästensen. „Wie in jeder anderen Sache, die an uns herangetragen wird, versuchen wir uns ein detailliertes Gesamtbild zu machen, bevor Lösungsprozesse eingeleitet und Entscheidungen getroffen werden.“

Stefan Sass, DSSV-Abteilungsleiter für die Kindergärten, kann sich zu dem konkreten Fall ebenfalls nicht äußern. „Zu einem Personalverfahren können und dürfen wir nichts sagen“, so der Abteilungsleiter.

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