Jugendkulturzentrum

„Mejeriet“: Junge Engagierte mischen das Kulturleben in Sonderburg auf

„Mejeriet“: Junge Engagierte mischen das Kulturleben auf

„Mejeriet“: Junge Engagierte mischen das Kulturleben auf

Kilian Neugebauer
Kilian Neugebauer
Sonderburg/Sønderborg
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Sie sind im Jugendkulturzentrum aktiv: (v. l.) Leona, Nikolaj, Siw, Lena, Abir und Ida. Foto: Kilian Neugebauer

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Der Kreativität und Passion sind in Sonderburgs Jugendkulturzentrum „Mejeriet“ keine Grenzen gesetzt. Regelmäßige Events, Konzerte und Kochclubs an einem Ort, an dem sich die Jüngeren in ihrer Freizeit treffen können: Was „Mejeriet“ für die jungen Erwachsenen so einzigartig macht, erklären sie dem „Nordschleswiger“.

Das Jugendkulturzentrum Mejeriet sei ein Ort, „an dem man mit anderen Gleichaltrigen interagieren kann – ohne dass es gleich mit Lernen oder Party und Alkohol zu tun haben muss“, erklärt Nikolaj, der sich ehrenamtlich im Hausrat engagiert und so an „Mejeriet“ mitwirkt. Jeder im Alter zwischen 15 und 30 Jahren ist in Sonderburgs Jugendkulturzentrum willkommen, Ausnahmen bei der Altersbeschränkung gebe es bei den Konzerten.

„Mejeriet“

Das Jugendkulturzentrum „Mejeriet“ liegt im Zentrum Sonderburgs und wird durch die Sonderburger Kommune finanziert. Das Gebäude wurde erst 2018 fertiggestellt und bietet Platz für alle jungen Erwachsenen im Alter zwischen 15 und 30 Jahren. „Hier kann man einfach nur abhängen, Hausaufgaben machen, sich mit Freunden treffen, auf Konzerte gehen, an Kochabenden teilnehmen, kreative Dinge tun, sich besprechen oder tun, worauf man auch immer Lust hat“, so das Jugendkulturzentrum auf der eigenen Webseite. Die Öffnungszeiten variieren je nach den Veranstaltungen und sind auf der Webseite zu finden.

Webseite

Eine Plattform für junge Erwachsene

Die Kernidee des Jugendkulturzentrums besteht darin, den Jüngeren einen Rahmen zu bieten, in dem sie sich kreativ ausleben können. Das Team um „Mejeriet“ ist für jegliche Hobbys und Interessen offen.

„Bislang sind besonders die Events beliebt, aber in letzter Zeit kommen auch immer mehr Freundesgruppen spontan vorbei, die hier ihre Freizeit mit Tischtennis, Kochen oder dem Musizieren verbringen“, erklärt Ida Ketelsen Hansen, die das Projekt um „Mejeriet“ betreut. Für sie ist besonders wichtig, dass die Jüngeren die Initiative ergreifen und das Jugendzentrum aktiv mitgestalten.

Einer der Räume in „Mejeriet“ mit der oft genutzten Tischtennisplatte Foto: Kilian Neugebauer

„Mejeriet“ besteht aus drei festen Mitarbeiterinnen und insgesamt acht Mitgliedern im Gremium. Erst kürzlich haben sich noch mehr Freiwillige bereit erklärt, an dem Jugendkulturzentrum durch eigene Events und Ideen mitwirken zu wollen – auch dazu ist jeder willkommen. So sind in der „Mejeriet and Friends“-Gruppe bereits 25 Freiwillige aktiv.

Auch Lena Senge, Studentin an der Süddänischen Universität in Sonderburg, arbeitet im Jugendkulturzentrum an Events und der Vermarktung. „Um ehrlich zu sein, definiere ich es gar nicht als Arbeit, da ich durch die Planung von Events und mit dem Austausch mit den jungen Menschen das tun kann, was mir richtig Spaß bringt. Ich verbringe auch gerne so meine Freizeit hier“, erzählt sie.

Das Potenzial des Jugendkulturzentrums

„Mejeriet“ veranstaltete in der Vergangenheit verschiedenste Events – darunter Quizabende, Konzerte sowie Schnuppertraining von Pole-Dancing, Yoga und Pilates. „Wer sich über unsere Events informieren möchte, kann dies am besten über unser Angebot auf Facebook tun, das wir als eine Art Kalender nutzen“, erklärt Ida Ketelsen Hansen. „An einem Mittwochabend 60 Jugendliche für ein ,Sex-Toy-Bingo‘ zu motivieren, wobei alle etwas über den Feminismus und ‚Sex-Positivity‘ lernen, zeigt, welches Potenzial unser Jugendzentrum hat. Die Konzerthalle war voll“, schwärmt sie weiter.

Die Konzerthalle von „Mejeriet“ ist oft gut gefüllt. Foto: Mejeriet

An einem Mittwochabend 60 Jugendliche für ein ,Sex-Toy-Bingo‘ zu motivieren, wobei alle etwas über den Feminismus und ,Sex-Positivity‘ lernen, zeigt, welches Potenzial unser Jugendzentrum hat. Die Konzerthalle war voll.

Ida Ketelsen Hansen

„Mejeriet“ als ein Treffpunkt der Kulturen

„Alle hier sind offen für Neues, bringen sich aktiv ein und präsentieren gerne ihre Hobbys und Passionen, womit sie die anderen begeistern können – in eigenen Events, Workshops oder spontanen Nachmittagsaktionen“, so der Schüler Nikolaj aus Sonderborg.

Eine dieser spontanen Nachmittagsaktionen entstand beim wöchentlichen Kochen, erzählt Ida Ketelsen Hansen. Ein Austausch über die arabische Kultur und „Dabke“ – ein orientalischer Folkloretanz – führte zu einem spontanen Volkstanzkurs, der die Besuchenden begeisterte.

Auch am vergangenen Montagabend trafen sich rund 25 junge Erwachsene zum gemeinsamen Kürbisschnitzen in der Halloween-Zeit. „Ich weiß nicht, ob ich das allein gemacht hätte, aber in der Gemeinschaft bringt es einfach Spaß“, erzählt Leona, die erst kürzlich zum Gremium dazugestoßen ist. So motiviert das Jugendkulturzentrum auch, Neues auszuprobieren, was bisher fernab der eigenen Hobbys liegt.

Passend zu Halloween: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten einen großen Spaß beim Kürbisschnitzen. Foto: Kilian Neugebauer

„Ich liebe es, wie divers ,Mejeriet‘ aufgestellt ist. In Sonderburg haben wir junge Erwachsene aus aller Welt, die sich hier austauschen können. Manche gehen noch zur Schule, andere studieren an der Universität im Alsion – welche generell sehr international ist, und andere arbeiten und wohnen einfach hier in Sonderburg. Diese unterschiedlichen Gruppen treffen sich dann hier bei uns, sodass neue Freundschaften entstehen“, erklärt Lena Senge.

Lena Senge wurde selbst beim Schnitzen der Kürbisse aktiv. Foto: Kilian Neugebauer

Ein neu gebautes Musikstudio, das verbindet

Große Pläne stehen für den kommenden Dezember-Monat an: Mit tatkräftiger und kreativer Unterstützung soll das Jugendkulturzentrum ein „Make-Over“ bekommen, wobei die Freiwilligen die Gestaltung aktiv mitbestimmen können. Erst kürzlich wurde ein neues Musikstudio eingerichtet, das Musizierenden einen Raum zum kreativen Austausch bieten soll.

Das neue Musikstudio im Jugendkulturzentrum „Mejeriet“ Foto: Kilian Neugebauer

„Es treffen sich dort die verschiedensten Talente. Ein junger Produzent von Hip-Hop-Musik, der sich kurzerhand mit einer Saxofonistin zusammenschließt, um gemeinsam ein Weihnachtsalbum für die Großeltern zu produzieren. Es ist wirklich verrückt“, so Ida Ketelsen Hansen über ihre bisherigen Erfahrungen mit dem Musikstudio.

Der Sonderburger Student David beim Produzieren im Musikstudio Foto: Kilian Neugebauer

Auch David, Student an der Süddänischen Universität, ist dankbar, dass er das Musikstudio im Zentrum von Sonderburg nutzen darf. „Das Equipment ist sehr teuer, die Möglichkeiten, die uns hier geboten werden, sind klasse“, erklärt er. In einer Gruppe organisieren sich die Musizierenden und wechseln sich mit den Besuchen im Studio ab oder organisieren sich bei gemeinsamen Musikprojekten.

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