Infotreffen

Mariaheim: „Jetzt geht es in die richtige Richtung“

Mariaheim: „Jetzt geht es in die richtige Richtung“

Mariaheim: „Jetzt geht es in die richtige Richtung“

Sonderburg/Sønderborg
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Die Bewohnerinnen Mary Eriksen und Hedvig Andersen freuen sich, dass im Mariaheim die Weichen für die Zukunft gestellt sind. Foto: Sara Eskildsen

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Nach einem turbulenten Jahr mit Vorstandswechsel und vielen Änderungen traf sich der Vorstand der Stiftung Mariaheim mit Bewohnerinnen und Bewohnern zu einem Infotreffen.

14 Wohnungen hat das Mariaheim in Sonderburg, die Hälfte aller Bewohnerinnen und Bewohner kam in dieser Woche zu einem Infotreffen in den Saal des Hauses. Nach einem Jahr mit Vorstandswechsel und vielen Veränderungen lud der neue Vorstand dazu ein, sich auszutauschen – und Fragen zu stellen.

Und die gab es reichlich. Wer hilft bei verstopften Rohren? Wer pumpt Luft in den Rollstuhlreifen? Kann im Garten eine neue Sitzecke eingerichtet werden, und wer schließt abends die Außentür ab? Da der bisher dafür zuständige Hausleiter nicht mehr im Amt ist, drehten sich viele Fragen um praktische Dinge, die in einem Haus im Alltag anfallen.

„Wir genießen saubere Gänge und saubere Fenster“

Auch bat eine Bewohnerin darum, dass in Zukunft über Zu- und Wegzüge informiert wird, damit man weiß, wer ins Haus gehört und wer nicht.

Uwe Jessen informierte als Vorsitzender der Stiftung über die neue Organisation der Hausverwaltung. „Wir haben im neuen Vorstand beschlossen, keinen Hausleiter mehr zu haben, und das hat damit zu tun, dass wir mit dem Gebäude den Bedarf haben, anders zu wirtschaften“, so Jessen. Seit einigen Wochen wird im Haus einmal wöchentlich geputzt – in Zusammenarbeit mit der Deutschen Schule Sonderburg.

„Darüber sind wir sehr froh, wir genießen die sauberen Gänge und die sauberen Fenster“, so der Kommentar einer Bewohnerin.

Uwe Jessen ist der Vorsitzende der Stiftung Mariaheim. Er konnte beim Treffen im Saal des Hauses viele Fragen beantworten und mitnehmen. Foto: Sara Eskildsen

Auch für den Außenbereich des Mariaheims gibt es eine neue Absprache. Die Firma „Service Sønderjylland“ wird in Zukunft die Anlagen in Schuss halten. Im Sommer wird es im ganzen Haus eine Begehung der Wohnungen geben – um den Renovierungsbedarf zu ermitteln. „Es wird eine Liste erstellt, was gemacht werden muss“, so Jessen.

Hausmeister-Posten wird neu organisiert

Nach dem Hausleiter ist vor dem Hausmeister. Über eine Stellenausschreibung haben die Deutsche Schule Sonderburg, das Deutsche Museum Nordschleswig und das Mariaheim eine Person gesucht, die das Amt des Hausmeisters übernimmt und an allen drei Institutionen tätig ist. Somit erhält auch das Mariaheim in absehbarer Zeit einen eigenen Hausmeister.

Alles in allem gute Aussichten – und es ist wieder Ruhe in das Mariaheim gekommen, findet Bewohnerin Hedvig Andersen. „Jetzt geht es in die richtige Richtung. Wir sind eine gute Gemeinschaft, und ich wohne gerne hier“, sagt Hedvig Andersen, die seit drei Jahren im Mariaheim lebt.

Mary Eriksen wohnt dort seit anderthalb Jahren. „Es ist ein guter Ort, an dem man sich sicher fühlt – wenn abends die Haupttür abgeschlossen wird.“

Uwe Jessen ist ebenfalls froh, dass nach der Aufregung des vergangenen Jahres Ruhe in die Stiftungsarbeit und in den Alltag der 14 Menschen vor Ort kommt. „Hier ist Ruhe hereingekommen, und es war gut, dass die Bewohnerinnen und Bewohner heute die Möglichkeit hatten, Fragen zu stellen und Wünsche zu äußern.“

Wohnangebot für Alleinstehende

Das Mariaheim ist ursprünglich als Wohnort für alleinstehende Frauen aus der deutschen Minderheit gedacht. Mittlerweile leben aber auch Männer sowie junge und alte Personen im Haus. Wohin wird sich das Wohnumfeld entwickeln? „Nichts gegen die jüngeren Bewohner, die wir jetzt haben, aber es ist eigentlich nicht die Zielgruppe. Ob das Haus generell für alleinstehende Frauen ist oder für ältere Personen, das haben wir noch nicht genau besprochen. Aber wir haben natürlich den satzungsgemäßen Auftrag, den wir erfüllen müssen. Und da steht: alleinstehende Frauen.“

Uwe Jessen macht als Vorsitzender weiter – zusammen mit dem Stadtratsmitglied der Schleswigschen Partei, Kirsten Bachmann aus Nübel (Nybøl), Ärztin Renate Weber-Ehlers, Sonderburg, Ökonomiechef Bernd Søndergaard aus Tingleff (Tinglev), Preben Jensen, Silvia Steger und Jörn Petersen.

Mariaheim und Frauenbund

  • Das Mariaheim ist eine Stiftung mit 14 Wohnungen (betreutes Wohnen) für alleinstehende Menschen. Ursprünglich als Damenstift nur für alleinstehende Frauen gedacht, steht es heute allen Alleinstehenden offen.
  • Das Mariaheim wurde von gestifteten Mitteln gebaut, wovon ein wesentlicher Teil aus dem Nachlass von Maria Bonefeld stammte.

  • In Sonderburg gibt es den Frauenbund Sonderburg. Der Frauenbund Sonderburg ist einer der ältesten Vereine in der Stadt. Er wurde am 4. Dezember 1868 gegründet. Nach dem Ersten Weltkrieg trat eine Pause ein. Am 5. Januar 1923 wurde der Verein neu gegründet.
  • Der Frauenbund ist dem Sozialdienst Nordschleswig angeschlossen. Der Frauenbund ist Träger der Stiftung Mariaheim.
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