Auszeichnung

Lokales Wahrzeichen erhalten

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Vester Snogbæk
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Karen und Lorens Lorenzen sind froh und stolz, das Projekt „Stall“ abgeschlossen zu haben. Foto: RN

Das Ehepaar Karen und Lorens Lorenzen haben den Stall des Pastorats modernisiert. Dieser ist mit dem Preis für die „schönste Instandhaltung“ ausgezeichnet worden.

Lorens Lorenzen ist der heimischen Scholle wahrhaft verbunden. Auf einem Hof in Vester Snogbæk aufgewachsen, hat der ausgebildete Revisor dort einen Hof gekauft, ihn aufwendig renoviert und ihn zur Wohnstatt seiner Familie gemacht. „Nie wieder“, hat er sich damals gesagt. Jeder weiß, man soll niemels nie sagen. Vor fünf Jahren stand der Hof Vester Snogbæk 6 mit zwei Hektar Land/Wiesen zum Verkauf. Es ist das alte Pastorat der Satruper Kirche aus dem Jahr 1780.

Freunde forderten Lorens Lorenzen auf, diesen doch zu erwerben, nur 400 Meter entfernt von seinem Geburtshof. Er kaufte das Anwesen, das der in Kopenhagen wohnende Besitzer meist als Ferienhaus genutzt hat. In den vergangenen Jahren hat es leer gestanden. Auch in dieses Wohnhaus hat das Paar Karen und Lorens Lorenzen sehr viel Zeit und Energie investiert, die Stuckdecken bewahrt, ebenso wie die ursprünglichen Türen, die weiß gestrichen worden sind, wie auch die großen Kachelöfen.

Nur die Renovierung des Stallgebäudes aus dem Jahr 1860 blieb aus. Die gesamte Dachkonstruktion war wegen Feuchtigkeit abgerutscht, ein Mauerwerk war morsch. „Wie lange wagt man zu warten?“, fragte sich Lorenzen, der Ende 2016 einen Handwerker kontaktierte. Dessen Rat: Weg mit dem alten Gemäuer. „Das fand ich doch sehr schade. Architektonisch ist es ein schöner Bau. Auf der Skala für Bewahrung steht das Gebäude oben. Der Stall war für den Pastor gebaut. Früher sollte man ja den zehnten Teil der Ernte abgeben. Der Pastor hat auch Pferde, Schweine und Kühe gehalten. So war das damals“, weiß der Besitzer.

Nach der Renovierung ist das Gebäude zu einem Hingucker geworden. Foto: Sønderborg Kommune

Ausbildung in Restaurierung

Er rief bei einem anderen Handwerker an, der eine Ausbildung in Restaurierung hat. „Seine Augen leuchteten auf, als er den Stall sah“, erinnert sich Lorenzen. Dann begannen 2017 die umfassenden Arbeiten. Die Dachkonstruktion wurde abgetragen ebenso wie ein Teil des Mauerwerks. Die Steine wurden gestapelt und zur Seite gelegt, um sie wieder zu verarbeiten. Neue Sparren und Latten eingebaut, das Dach mit Reet gedeckt. Das schmucke Tor mit Bogen, durch das die hochbeladenen Heuwagen fahren konnten, musste nur angestrichen werden. Auch die gußeisernen Fensterrahmen haben der Zeit standgehalten und wurden mit blutroter Farbe aufgefrischt.

Die Handwerker mussten tüchtig anpacken. Denn der Festsaal im Stall sollte am Sonnabend zum, 40. Geburtstag von Karen, fertig sein. Der letzte Handwerker ging am Freitag um 23 Uhr. Die monatelangen Mühen haben sich für das Paar gelohnt. Es wurde mit dem Preis für die „schönste Instandhaltung“ ausgezeichnet. Lorens Lorenzen freut es besonders, dass auch andere wie z. B. die, die das Paar vorgeschlagen haben, die Art der Modernisierung zu schätzen wissen. Auch die Kommune „war begeistert, als wir die Pläne vorstellten. Es gibt ja ein Konto für bauliche Verbesserungen. Davon hat die Kommune uns 60.000 Kronen bewilligt.“

„Wenn man so ein Eigentum kauft, geht man auch Verpflichtungen ein“, sagt der Revisor. „Hier gibt es viele alte, flotte Gebäude, die es wert sind, bewahrt zu werden. Alte Häuser haben ihren Charme, eine besondere Atmosphäre, eine Geschichte“, ergänzt Karen. Das Paar Lorenzen kann sich ein Leben in einer Stadt nicht vorstellen, auch wenn sich Karen aus Nordjütland an das Landleben gewöhnen musste: Die drei Kinder haben über zehn Spielkameraden im Dorf, die größeren können sicher zur Schule radeln, es ist ruhig, es gibt Wiesen und Weiden, große Höfe und guten Boden. „Ich bin froh, dass es keinen Asphalt gibt und keine Straßenbeleuchtung“, sagt Lorenzen, der sich an einem Nachthimmel erfreuen kann, der nicht mit künstlichem Licht erhellt wird. Natur pur eben.

Die Bausubstanz des Stalles hat in den Jahrzehnten sehr gelitten. Foto: Privat
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