Naturdokumentation

Liebestunnel und Marderhund: Neue Ausstellung führt durchs Broackerland

Liebestunnel und Marderhund: Neue Ausstellung führt durchs Broackerland

Neue Ausstellung führt durchs Broackerland

Broacker/Broager
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Kaj Østergaard hat die Ausstellung konzipiert, Wanderbeschreibungen inklusive. Foto: Sara Wasmund

20 Wanderstrecken, gespickt mit historischen Details – Kaj Østergaard hat seine Heimat zu Fuß erkundet und das Ergebnis in eine Ausstellung einfließen lassen. Spannende Streckenbeschreibungen inklusive.

Alles begann inmitten des Corona-Lockdowns im März. Raus in die Natur, dachte sich Kaj Østergaard. Er machte sich daran, Broackerland zu durchwandern und seine Naturspaziergänge zu dokumentieren. Das Ergebnis: 20 ausgewiesene Wanderrouten und eine naturnahe Ausstellung im Broagerhaus, die Besuchern Flora und Fauna der Halbinsel vor Augen führt.

„Die Idee zu dem Projekt hatte ich schon länger“, verrät der 61-Jährige, „im Winter habe ich mit den Planungen begonnen. Dann kam Corona – und man konnte ja nicht viel mehr tun, als raus in die Natur zu gehen. Es wurde das Jahr der Natur!“

20 Strecken über Broackerland

Kaj Østergaard hat 20 Strecken über Broackerland erwandert und dokumentiert. Das Ergebnis ist auf je zwei DinA4-Seiten beschrieben – und im Broagerhus ausgestellt. Außerdem kann man sich die Routenbeschreibungen über die Internetseite https://www.broager.dk/kunst-og-natur/soendagsture-paa-broagerland herunterladen.

Ein Schaukasten zeigt Fundstücke, die Kaj Østergaard zu einem kleinen Strandkunstwerk arrangiert hat. Foto: Sara Wasmund

Mit Fotos und Illustrationen zeigt er nicht nur den Weg auf, sondern der Wanderer erfährt anhand der Streckenbeschreibung viele Details über Natur und Geschichte entlang des Weges. Die meisten der insgesamt 20 Touren sind zwischen fünf und sechs Kilometer lang, einige länger.

Dänemarks dickster Marderhund

So erfährt man gehenderweise, dass ein Sturm 1967 alle Bäume der Skeldekobbel umwehte, dass es in Kragesand einen Liebestunnel gibt und dass es in Iller bis 1983 den Bäcker Mortensen gab. „Ich wollte neben der Natur auch die Lokalgeschichte aufzeigen und mit in die Beschreibungen packen“, sagt Kaj Østergaard.

Und wer hätte gedacht, dass im November 2019 der größte Marderhund Dänemarks bei Schelde (Skelde) erlegt wurde? Das stattliche, 12,3 Kilo schwere Exemplar ist von privat ausgeliehen und steht ausgestopft als Teil der Ausstellung im Broagerhus.

Ein Tisch mit Materialien aus der Natur und selbst gebauten Insektenhotels. Foto: Sara Wasmund
Dieser Marderhund wurde 2019 bei Schelde erlegt und steht nun ausgestopft in der Ausstellung. Foto: Sara Wasmund

Neben den Plakaten mit den 20 Wanderstrecken dokumentiert Kaj Østergaard die Natur der Gegend in thematisch geordneten Bereichen. Der Gendarmpfad wird vorgestellt, auf Großleinwänden laufen Kunstfotos und Fotos von Broackerland über den Bildschirm, lokale Künstler zeigen unter anderem Steinkunstwerke und Drechselkunst. An einem Tisch kann der Besucher testen, wie gut er die Vegetation der Gegend kennt.

Ausstellung läuft bis Februar 2021

Mitmachen, gucken und das Broackerland neu entdecken – die Ausstellung ist bis zum 1. Februar 2021 zu sehen. Die Öffnungszeiten sind dienstags von 13 bis 17 Uhr, mittwochs von 9.30 bis 12.30 Uhr, außerdem am Sonntag, 8. November, sowie am 6. Dezember von 13 bis 17 Uhr. Der Eintritt ist kostenlos.

Kleine Details erzählen Geschichten über die lokale Natur. Foto: Sara Wasmund
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