Stadtratsbeschluss

„Kommt nicht erst, wenn ihr kurz vor Entlassungen steht“

„Kommt nicht erst, wenn ihr kurz vor Entlassungen steht“

„Kommt nicht erst, wenn ihr kurz vor Entlassungen steht“

Sonderburg/Sønderborg
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Die Kommune Sonderburg berät nicht nur im Jobcenter, sondern kommt Arbeitssuchenden und Unternehmen unter anderem mit einem Reiseteam entgegen. Foto: Ida Guldbæk Arentsen/Ritzau Scanpix

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Mit einem neuen Konzept wird der Arbeitsmarkt der Kommune Sonderburg gestärkt. Der Ausschussvorsitzende Gerhard Bertelsen gab den Unternehmen in der Kommune auf der Stadtratssitzung einen guten Rat mit in die neue Zusammenarbeit.

Die neue Arbeitsmarkt-Absprache am Alsensund bezieht vier Teile des kommunalen Lebens mit ein: Gewerkschaften, Unternehmen, Ausbildungsinstitutionen und die Kommune selbst. Unter dem Titel „Sønderborg i Arbejde – Sammen om fastholdelse, kompetenceudvikling og rekruttering“ wollen alle vier Bereiche dazu beitragen, den Arbeitsmarkt in der Kommune zu stärken.

Corona-Krise war der Anlass

Anlass zur neuen Arbeitsmarktpolitik war vor rund einem Jahr die beginnende Corona-Krise, die besondere Herausforderungen mit sich brachte.

„Wenn man an der Corona-Krise überhaupt etwas Positives finden kann, dann ist es diese Zusammenarbeit, die dadurch entstanden ist“, sagte der Vorsitzende des Gewerbeausschusses, Gerhard Bertelsen (Schleswigsche Partei) auf der jüngsten Stadtratssitzung, wo die Zusammenarbeit formell beschlossen wurde.

Die Kommune Sonderburg sendet unter anderem ein Reiseteam in die Unternehmen, um Mitarbeiter und Arbeitgeber zu beraten. Foto: Kommune Sønderborg

„Es geht aktuell glücklicherweise recht gut mit der Arbeitslosigkeit in der Kommune Sonderburg, und wir halten ein niedriges Niveau“, sagt Stadtratspolitiker Jan Prokopek Jensen (Soz.).

Ausbildung und Umschulung stärken

„Es war also rechtzeitige Vorsorge des Stadtrats und der anderen drei Partner, gemeinsam den Fokus darauf zu legen, dass so viele wie möglich ihre Arbeit behalten können, mehr ausgebildet werden und neue Arbeitslose schnellstmöglich wieder in Arbeit kommen.“

Die Kommune hat unter anderem ein „Reiseteam“ erstellt, das in die Unternehmen geht, um etwa Langzeiterkrankungen vorzubeugen und in Sachen Fort- und Ausbildungsmöglichkeiten sowie anderen Arbeitsmarktfragen zu beraten.

Wenn man jetzt schon absehen kann, dass es in ein paar Jahren wegen Digitalisierung und Auslagerung von Arbeitsplätzen zu Entlassungen kommt, wenn ihr solche Pläne habt: Kommt früher in Gang und nicht erst, wenn man kurz vor den Entlassungen steht.

Gerhard Bertelsen, Stadtratspolitiker

Für Arbeitslose gibt es Job-Clubs, die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Ausbildungsinstitutionen wird enger, und Jugendliche ohne eigene Ausbildungsinitiative sollen motiviert und in Ausbildung gebracht werden.

Bitte: Rechtzeitig an die Mitarbeiter denken

Ein Kern der neuen Absprache ist auch die frühzeitige Umschulung von Mitarbeitern. Gerhard Bertelsen appellierte an die Unternehmen, frühzeitig auf Umschulung zu setzen, wenn Pläne für Entlassungen entstehen.

„Wenn man jetzt schon absehen kann, dass es in ein paar Jahren wegen Digitalisierung und Auslagerung von Arbeitsplätzen zu Entlassungen kommt, wenn ihr solche Pläne habt: Kommt früher in Gang und nicht erst, wenn ihr kurz vor den Entlassungen steht“, riet der Stadtratspolitiker.

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