Einweihung

Königin im Küchengarten: „Kommt und esst“

Königin im Küchengarten: „Kommt und esst“

Königin im Küchengarten: „Kommt und esst“

Gravenstein/Gråsten
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Königin Margrethe spazierte am Freitag erstmals durch den Küchengarten. Neben ihr Schlossgartenchef Niels Mellergaard, gefolgt von Prinzessin Benedikte neben Bürgermeister Erik Lauritzen. Foto: Sara Wasmund

Königin Margrethe hat am Freitag den Königlichen Küchengarten am Gravensteiner Schloss eingeweiht, der ab Sonnabend für die Öffentlichkeit zugänglich ist. Der Monarchin war die Freude über das Gartenprojekt deutlich anzusehen.

„Es ist ein sehr großer Tag für Prinzessin Benedikte und mich. Wir haben die Entwicklung immer verfolgt, und es ist fast unglaublich, dass es geglückt ist.“ Mit diesen Worten hat Königin Margrethe am Freitag den Königlichen Küchengarten neben dem Schloss in Gravenstein eröffnet – und die 7.500 Quadratmeter große Anlage am Felstedvej der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Fünf Jahre lang war das Projekt in Planung und Arbeit, am Freitagnachmittag um 15 Uhr war es nun so weit: Die Anlage ist fertig, die Kräuter sprießen, das Café ist fertig, letzte Wasserbrunnen sind am Mittwoch gemauert worden, und die Äpfel und Birnen an den Spalieren wachsen und gedeihen.

Prinzessin Benedikte und Königin Margrethe: Ihre Mutter, Königin Ingrid, hatte den Küchengarten einst anlegen lassen. Jetzt ist der Garten erweitert worden und wird der Öffentlichkeit zugänglich sein. Und auch in Zukunft bezieht das Königshaus Obst, Gemüse und Blumen aus dem Küchengarten. Foto: Claus Fisker/Ritzau Scanpix

In Zusammenarbeit mit der Kommune Sonderburg und dem Königshaus hat die Schloss- und Kulturbehörde das 22 Millionen Kronen teure Projekt umgesetzt.

Nach Königin Ingrids Tod war der Küchengarten – damals auf sehr viel kleinerem Areal – in den Hintergrund gerückt. „Nach dem Tod meiner Mutter wurde der Küchengarten doch sehr reduziert“, stellte Königin Margrethe am Freitag in ihrer Rede fest. „Jetzt ist er hier – kommt und esst“, lud die Monarchin ein.

Sonderburgs Bürgermeister Erik Lauritzen vor dem Hauptgebäude der Anlage, in dem Café und Laden untergebracht sind. Foto: Sara Wasmund

Bürgermeister Erik Lauritzen (Soz.) freute sich, den Bürgern ab sofort zeigen zu können, „wofür die Kommune so viel Geld ausgegeben hat“. Der Garten sei nicht nur eine neue Touristenattraktion, sondern auch ein Arbeitsplatz für Bürger aus sozialpsychiatrischen Einrichtungen.

„Wenn Königin Ingrid gesehen hätte, was aus ihrem Garten geworden ist, wäre sie sehr stolz“, so Lauritzen. Er brachte das Zelt zum Lachen, indem er zugab, sich persönlich als Gärtner unter Druck gesetzt zu fühlen, wenn er sehe, wie gut Obst und Gemüse im Garten wuchsen. „Ich dachte eigentlich, ich sei recht gut darin, bis ich das hier gesehen habe.“

Kulturministerin Joy Mogensen bei der Ankunft: Ellenbogen geben statt Händedruck Foto: Claus Fisker/Ritzau Scanpix

Kulturministerin Joy Mogensen (Soz.) sagte in ihrer Rede: „Kultur bedeutet im Wortursprung, etwas anzubauen, zu kultivieren.“ Es sei ein ästhetisches Vergnügen, in dem Garten spazieren zu gehen. „Man findet bestimmt sehr viel Kultur im Küchengarten. Und man findet Nahrung in der Kultur“, so Mogensen.

Kulturministerin Joy Mogensen, Prinzessin Benedikte und Königin Margrethe Foto: Claus Fisker/Ritzau Scanpix

Nach den Reden in einem aufgestellten Festzelt erhielt Königin Margrethe von Schlossgartenchef Niels Mellergaard eine erste Führung. Anschließend gab es im neuen Paradehaus einen Sektumtrunk.

Der Blumenstrauß für die Königin stammte natürlich aus dem eigenen Garten. Foto: Claus Fisker / Ritzau Scanpix

Vizebürgermeister Stephan Kleinschmidt (SP) sagte zur Eröffnung des Gartens: „Das Schloss Gravenstein und der Schlossgarten ziehen bereits viele Bürger und Touristen an. Mit dem neuen, großen Küchengarten mit Promenadenhaus, Wintergarten und Café freue ich mich darauf, dass noch mehr Menschen Gravenstein besuchen werden und ein richtig gutes Erlebnis haben.“

Ab Sonnabend, 25. Juli, 11 Uhr, ist der Schlossgarten für die Öffentlichkeit zugänglich.

Blumen und Gemüse Seite an Seite: Der Königliche Küchengarten umfasst 7.500 Quadratmeter und beinhaltet Pflanzen von der Erdbeere über Weißkohl bis hin zu Birnen- und Beerenbäumen. Foto: Sara Wasmund

Die Radtouristen Carina Nagel und Stig Gellert kamen am Freitagnachmittag zufällig an der Gartenanlage vorbei und ließen sich die Gelegnheit nicht nehmen, während ihrer Radtour von Fünen nach Nordschleswig die Königin zu sehen.

„Wir sind zufällig hier vorbeigekommen, aber jetzt warten wir, bis die Königin kommt“, so Carina Nagel kurz vor Ankunft der Monarchin. Ob man die geplante Fähre zurück nach Bøjden noch erreichte oder nicht – so viel Zeit musste sein.

Diese beiden Radtouristen von Fünen kamen zufällig am Königlichen Küchengarten vorbei und nutzen die Gelegenheit für eine royale Pause. Foto: Sara Wasmund

Der Königliche Küchengarten

  • Der Königliche Küchengarten am Gravensteiner Schloss dient seit 1960 dazu, die königliche Familie mit Gemüse und Obst zu versorgen, wenn sich die Familie im Schloss aufhält.

  • Mit dem 22 Millionen Kronen teuren Projekt ist die 7.500 große Gartenanlage nun der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden. Bauherr ist die Schloss- und Kulturbehörde.

  • Im Juli und August hat der Garten täglich von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Ab September ist die Gartenanlage donnerstags bis sonntags von 11 bis 17 Uhr zugänglich. Der Eintritt ist kostenlos.
  • Gruppen können Führungen über „Visit Sønderborg“ buchen.
  • Café, Laden und Garten werden neben den Schlossgärtnern von Mitarbeitern des kommunalen sozialpsychiatrischen Angebots „Væksthuset“ betrieben.
  • Folgende Stiftungen haben das Projekt unterstützt: Bitten og Mads Clausens Fond, Louis Hansens Fond, Fabrikant Mads Clausens Fond, BHJ Fonden, Sydbank Fonden, Elsass Fonden und Michael Jebsen Fonden
Statt einer großen öffentlichen Einweihung fand die Eröffnungszeremonie im kleinen Rahmen statt. Neben Bürgermeister Erik Lauritzen und Vizebürgermeister Stephan Kleinschmidt (2. Reihe v. l.) nahmen geladene Vertreter von Zusammenarbeitspartnern und der geldgebenden Stiftungen an der royalen Veranstaltung teil. Foto: Sara Wasmund
Das Festzelt, in dem die Reden gehalten wurden. Davor spielten Mitglieder des königlichen Musikkorps der Leibgarde. Der Spiegelbrunnen ist ein Geschenk von „Gråsten Forum“, ebenso wie zwei weitere Brunnen. Foto: Sara Wasmund
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