Corona-Krise

Kino und Konzerte: So geht es den Veranstaltern

Kino und Konzerte: So geht es den Veranstaltern

Kino und Konzerte: So geht es den Veranstaltern

Sonderburg/Sønderborg
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Leere Kinosäle im Sonderburger Kinorama: Der Betreiber hofft auf eine Kehrtwende zu Ostern. Foto: Kinorama

Keine Konzerte, keine Kinovorstellungen: Die Corona-Krise hat das kulturelle Leben zum Erliegen gebracht. An dieser Stelle erzählen die Macher dreier Kulturinstitutionen, wie sie damit umgehen ­– und ob sie es durch die Krise schaffen.

Normalerweise finden im Sønderborghus mehrere Konzerte und Veranstaltungen in der Woche statt. Doch der abermalige Shutdown hat das Leben im Konzerthaus inmitten der Sonderburger Innenstadt erneut komplett ausgebremst.

Geschäftsführer Lars O. Hansen ist dennoch zuversichtlich. „Die Lage ist einigermaßen stabil, und ich hoffe, dass wir bald wieder öffnen können.“ Als kommunale und staatlich anerkannte Konzertstätte stammen rund 50 Prozent des Haushaltes aus Zuschüssen. Die andere Hälfte erwirtschaftet Sønderborghus über Eintrittskarten.

Bislang mussten wir keinen entlassen, und ich gehe derzeit davon aus, dass wir das auch nicht müssen.

Lars O. Hansen, Leiter des Sønderborghus

„Wir haben im ersten Lockdown bereits Hilfsgelder aus den staatlichen Unterstützerpaketen bekommen. Und wir gehen davon aus, dass es auch diesmal der Fall sein wird“, so der Leiter des Hauses. Noch könne man sich für die neue Runde Hilfsgelder nicht bewerben, „aber ich gehe davon aus, dass dies bald möglich ist“, sagt Lars O. Hansen.

Alle zwölf Mitarbeiter erhalten Lohn

Zwölf Festangestellte arbeiten für das Sønderborghus. Bis auf den Leiter sind alle nach Hause geschickt worden, Lohn erhalten die Mitarbeitenden weiterhin. „Dafür sind ja die Hilfsgelder da. Bislang mussten wir keinen entlassen, und ich gehe derzeit davon aus, dass wir das auch nicht müssen.“ Der Januar sei generell kein einträglicher Monat. „Daher tut der Lockdown derzeit nicht ganz so weh. Aber natürlich wird es einen Unterschied zwischen 14 Tagen Lockdown und drei Monaten geben. Aber wir hoffen noch das Beste“, so der Leiter.

Der Rechenschaftsbericht für 2020 liegt zwar noch nicht vor. „Ich gehe aber davon aus, dass alles einigermaßen zusammenhängt. Eine einigermaßen ausgeglichene Null, das ist meine Einschätzung.“

Das waren noch Zeiten: Ein geöffnetes Kino mit Besuchern. Derzeit steht alles im Kinorama in Sonderburg still, auch die Popcornmaschinen. Foto: Ilse Marie Jacobsen

Auch im Kinorama im Einkaufszentrum Borgen steht der Betrieb derzeit komplett still. Alle Sitzplätze in den fünf Sälen sind leer, die Popcornmaschinen stehen still. „Die Herausforderung ist, dass wir nicht wissen, wann und wie es weitergeht“, sagt Besitzer und Betreiber Per Matthiesen, der im Februar 2018 einen völlig neuen Kinokomplex für rund 65 Millionen Kronen im Einkaufszentrum Borgen eröffnete und auch ein Kino in Apenrade (Aabenraa) betreibt. „Aber wir werden da schon durchkommen. Wir sehen ja so langsam Licht am Ende des Tunnels.“

Hoffen auf Normalität zu Ostern

Er schätzt, dass der Alltag im Kino ab Ostern wieder weitergeht. Die 30 Mitarbeiter der Kinos in Apenrade und Sonderburg sind nach Hause geschickt worden. „Sie kriegen weiterhin den Durchschnittslohn ihrer vergangenen Monate“, sagt Per Matthiesen. „Dafür beantragen wir dann eine Lohnkompensation“, erklärt der Kinobetreiber.

Im Sommer plant „Kultur i Syd“ eine Reihe von Rockkonzerten im Sonderburger Mühlenpark. Foto: Ilse Marie Jabobsen

Für Eventmanager Jes Johansen vom Veranstalter „Kultur i Syd“ heißt es derzeit ebenfalls: abwarten und hoffen. „Ich hoffe, dass wir im März unter Auflagen wieder Veranstaltungen abhalten können. Aber realistisch ist wohl eher April/Mai“, so Johansen. Acht Events stehen für März und April in Hadersleben (Haderslev) und Sonderburg auf dem Programm, vom „TV-2“-Konzert bis zum Auftritt von „Michael Leans To Rock“.

„Meine große Hoffnung ist, dass wir die Veranstaltungen im Sommer wie geplant abhalten können. Wir setzen darauf, da die Impfungen jetzt bereits voll im Gang sind.“

„Wir müssen das alleine schaffen“

Hilfsgelder hat Jes Johansen bislang noch nicht erhalten. „Die müssen erst noch beantragt werden. Wir werden mit den Künstlern und Lieferanten verhandeln, in welcher Form sie eine Kompensation für 2020 erhalten und wie die Gage für 2021 aussieht.“

Als privates Unternehmen erhält „Kultur i Syd“ keine festen Zuschüsse. „Wir müssen das alleine schaffen. Außer mir gibt es keine festangestellten Mitarbeiter, sodass die Ausgaben überschaubar sind. Dennoch haben wir feste Ausgaben, und so hoffen wir, dass wir über die Hilfspakete Gelder erhalten. Aber wie gesagt: Wir schaffen das.“

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Leitartikel

Cornelius von Tiedemann
Cornelius von Tiedemann Stellv. Chefredakteur
„Impfnationalismus: Vom Paulus zum Saulus?“