Gastronomie

Hotel ausgebucht: Mit dem „Zimmer-Dinner“ aus der Krise

Hotel ausgebucht: Mit dem „Zimmer-Dinner“ aus der Krise

Hotel ausgebucht: Mit dem „Zimmer-Dinner“ aus der Krise

Düwig/Dyvig
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Essen mit Aussicht: Hoteldirektor John Bech Amstrup neben einem gedeckten Tisch in der Bitten-Clausen-Suite des Badehotels. Foto: Karin Riggelsen

Während Hotels im ganzen Land geschlossen sind, ist das Badehotel in Düwig seit Wochen täglich ausgebucht. Wie sein Hotel den Weg aus der Corona-Krise gefunden hat, erläutert Hoteldirektor John Bech Amstrup.

Das Restaurant Vigen und die Brasserie im Dywig Badehotel haben noch bis Mittwoch geschlossen – doch davon lässt sich das Badehotel an der Düwiger Bucht nicht ausbremsen.

Während Hotels im ganzen Land geschlossen haben, leer stehen und auf das Ende der Corona-Restriktionen warten, checken im Badehotel in Düwig täglich Gäste ein und aus.

Den Betrieb dennoch am Laufen halten

„Wir haben einfach einen neuen Weg gefunden, wie wir den Betrieb dennoch am Laufen halten und unsere Gäste bedienen können – und das wird begeistert angenommen“, sagt Hoteldirektor John Bech Amstrup.

Er betreibt das Badehotel an der Bucht von Düwig seit Eröffnung des Hauses 2010 ­– und er hat es nun erfolgreich durch die Corona-Krise gesteuert.

Anja Sølbeck und Carina Elkjær Lausen servieren das Frühstück auf Bestellung auch auf die Boote und Segelschiffe vor dem Hotel. Foto: Karin Riggelsen

Was zunächst mit einem Versuch begann, wurde schnell zum Erfolgskonzept mitten in der Krise: Zimmer-Dinner im Badehotel. Das „In-Room-Dinner-Concept“ ist jeden Tag ausgebucht, 42 Gäste werden täglich in den insgesamt 21 Zimmern und Suiten bedient.

Die neue Rezeption strahlt in Weiß, sämtliche Zimmer sind frisch renoviert, und neue Dekoration und Möbel zieren die Räume. Die Mitarbeiter laufen mit Tabletts durch das Haus, beziehen Betten neu oder stellen neue Blumen in die Vasen.

Segler können Essen aufs Boot bestellen

Im strahlenden Sonnenschein tragen Anja Sølbeck und Carina Elkjær Lausen an diesem Vormittag ein Frühstück über den Bootssteg. Frühstücksbüfetts und Restaurants sind derzeit nicht erlaubt – und so geht das Badehotel Düwig beim Servieren von Mahlzeiten neue Wege.

Segler können sich Essen auf ihre Boote bestellen, und Gäste nehmen ihre Mahlzeiten auf den Zimmern ein. Ein Angebot, das seinesgleichen sucht, das Badehotel ist seit dem 4. März täglich ausgebucht.

Der Alltag ist im Hotel zurückgekehrt – 42 Gäste beherbert das Hotel täglich. Foto: Karin Riggelsen

„Wir könnten hier auch in einem geschlossenen Hotel sitzen, nichts tun und Hilfsgelder erhalten. Wir wollten aber einen anderen Weg gehen. Seit Wiedereröffnung kommen wir ohne Staatshilfen aus. Das ist unsere Art, Gemeinschaftssinn zu beweisen“, so John Bech Amstrup.

„Wir müssen uns ja mit diesem neuen Alltag zurechtfinden“

Ihm geht es um eine langfristige Lösung im Umgang mit den Restriktionen. „Wir müssen uns ja mit diesem neuen Alltag zurechtfinden. Vielleicht werden wir noch ziemlich lange mit Corona leben müssen. Da müssen wir uns drauf einstellen, wenn es weitergehen soll“, sagt der Hoteldirektor.

Hoteldirektor John Bech Amstrup ist in der Krise neue Wege gegangen – mit Erfolg. Foto: Karin Riggelsen

Dass das „In-Room-Dinner-Concept“ ein derartiger Erfolg werden würde, hätte John Bech Amstrup nicht gedacht.

„Ich habe zu Beginn zu meinem Personal gesagt: Wenn 50 Prozent der Zimmer gebucht werden, ist es ein Erfolg. Jetzt sind wir seit dem 4. März und im April restlos ausgebucht, und das ist einfach fantastisch“, so John Bech Amstrup. Seines Wissens gibt es im ganzen Land nur eine Handvoll Hotels, die ein ähnliches Angebot haben.

John Bech Amstrup setzt in seinem 4-Sterne-Hotel auf Perfektion – Ruhe, Salzluft und Aussicht liefert die Natur vor der Balkontür. Foto: Karin Riggelsen
Blick aus dem Hotel auf den Hafen und die Düwiger Bucht Foto: Karin Riggelsen

Das Angebot, sein Essen auf dem Zimmer einzunehmen, soll auch nach Öffnung von Restaurant Vigen und Brasserie im Hause möglich bleiben. „Wir hatten auch vorher schon einzelne Gäste, die auf ihrem Zimmer gegessen haben, und das Angebot bleibt bestehen“, so der Hoteldirektor. Ebenso wie die Möglichkeit für Segler und Bootsanleger, die sich ihr Essen auf die Schiffe oder Boote bestellen können.

Das Hotel verfügt über das Restaurant Vigen (Foto) und eine Brasserie. Foto: Karin Riggelsen
Das Restaurant ist auch im Lockdown ein Hingucker. Foto: Karin Riggelsen

In einem normalen Jahr kommen rund 50 Prozent der Gäste aus Deutschland. Nicht nur im Hamburger Villenviertel Blankenese gilt ein Ausflug ins Badehotel nach Düwig als „Muss“. Die Gäste aus Deutschland, so die Erfahrung von John Bech Amstrup, finden im Düwiger Badehotel die Qualität eines Nobelhotels – und genießen die herzliche und entspannte Atmosphäre, die in deutschen Hotels dieser Klasse oft eher steif und formell ist.

Vier-Sterne-Hotel mit einem Fünf-Sterne-Service

Der Erfolg gibt dem Hotel recht: Im vergangenen Jahr war es zu 100 Prozent ausgebucht. „Wir sind ein Vier-Sterne-Hotel mit einem Fünf-Sterne-Service“, so der Direktor, der in seinem Haus den Begriff „Roomservice“ neu definiert und auf ein neues Level gehoben hat.

Die Restaurants des Hotels sowie die Sonnenterrasse direkt am Wasser wiedereröffnen am Mittwoch, 21. April.

Die Gäste können vom Zimmer aus nach Karte oder ein Menü bestellen, auch Frühstück und Mittagessen werden aufs Zimmer gebracht. Foto: Karin Riggelsen
Im Salon des Restaurants werden bald wieder Kaffee und Snacks serviert. Foto: Karin Riggelsen

Das Badehotel Düwig, Dyvig Badehotel

  • Nachdem 1854 der Hafen in der Bucht von Düwig an seiner jetzigen Stelle angelegt wurde, baute man einen Krug an der Stelle des heutigen Badehotels. Dampfschiffe mit Gästen aus Apenrade (Aabenraa) und Flensburg legten in Düwig an.
  • 1962 wurde der Krug renoviert und 1968 um eine Etage erweitert. Seit 2020 ist das Haus in Besitz von Hans Michael Jebsen, der den Neubau des Badehotels im alten Stil in Auftrag gab. 2010 wurde das neue Badehotel in Düwig eingeweiht.

Weitere Informationen unter www.dyvigbadehotel.dk.

John Bech Amstrup betreibt das Hotel seit Eröffnung im Jahr 2010. Foto: Karin Riggelsen
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