Nordschleswig-Gremium

Gute Nachrichten für das Deutsche Museum in Sonderburg

Cornelius von Tiedemann
Cornelius von Tiedemann Stellv. Chefredakteur
Kopenhagen
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Landtagsdirektor Utz Schliesky, BDN-Chef Hinrich Jürgensen und Landtagspräsident Klaus Schlie am Donnerstag in Kopenhagen. Foto: Cornelius von Tiedemann

Ein Museum, das die Geschichte und Gegenwart der deutschen Minderheit in Dänemark zeitgemäß vermittelt, soll in Sonderburg entstehen. Im Dezember nimmt der Landtag Stellung – und es sieht gut aus, sagt dessen Präsident.

Aus dem Kieler Landtag ist erneut Unterstützung für das Projekt eines neuen Deutschen Museums in Sonderburg zugesagt worden. Am Donnerstag kam das Nordschleswig-Gremium des Landtages in Kopenhagen zusammen. Nachdem das Gremium beim vorangegangenen Treffen einen Ortstermin in Sonderburg hatte, gab es diesmal eine virtuelle Begehung des Projektes am Bildschirm.

„Das hat alle sehr beeindruckt“, so Landtagspräsident Klaus Schlie (CDU) – der gleich eine gute Nachricht mitbrachte: „Der Vertreter des Bildungsministeriums hat mitgeteilt, dass die Landesregierung die entsprechenden Mittel Schleswig-Holsteins in den Haushaltsentwurf 2019 in der Nachschiebeliste eingebracht hat, das Parlament wird im Dezember dazu beraten, und ich gehe davon aus, dass das dann auch völlig einmütig so beschlossen wird“, so Schlie weiter.

„Es handelt sich um ein ganz großartiges Projekt, das sicherlich dazu beitragen wird, das Verständnis aller Menschen, die dieses Museum besuchen werden, für die Minderheitenpolitik, für die historischen Dimensionen dieser Frage zu verstärken“, sagt der Landtagspräsident.

Ein erster Entwurf der Architekten: Die Westseite des Museums, mit dem Neubau links neben dem Altbau. Foto: Tegnestuen Mejeriet

Auch der Minderheitenbeauftragte des Ministerpräsidenten, Johannes Callsen (CDU), sieht das so: „Das Museumsprojekt ist ein ganz herausragendes Projekt auch für die deutsche Minderheit in Nordschleswig, und wir als Land Schleswig-Holstein sind bereit, das auch entsprechend zu unterstützen.“

Insgesamt geht es um rund 2,2 Millionen Kronen, die aus Kiel nach Sonderburg fließen sollen, so Callsen: „Es wird so sein, dass jetzt bei den laufenden Haushaltsverhandlungen über die Nachschiebeliste der Landesregierung zweimal 150.000 Euro bereitgestellt werden für 2019 und 2020 und damit neben den Bundesmitteln und den weiteren Mitteln, die die Nordschleswiger eingeworben haben, damit auch Schleswig-Holstein einen ganz wichtigen Beitrag für die Realisierung dieses Projektes beisteuert.“

Im Juni hatte das dänische Kulturministerium bereits fünf Millionen Kronen zugesagt, im Bundeshaushalt werden insgesamt rund 7,45 Millionen Kronen vorgesehen. Mit diesen wichtigen Zusagen im Rücken setzt der Bund Deutscher Nordschleswiger nun darauf, Stiftungen dazu gewinnen zu können, in das wohl größte Einzelprojekt der Minderheit überhaupt zu investieren. Und, so hieß es am Rande des Nordschleswig-Gremiums aus der BDN-Spitze, auch da zeichne sich eine äußerst positive Entwicklung ab.

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