Natur

Guderup soll ein sauberer Ort werden

Guderup soll ein sauberer Ort werden

Guderup soll ein sauberer Ort werden

Guderup
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Anne Marie und Torben Klyhn beim Einsammeln von Abfall an der Straße bei Guderup Foto: Karin Riggelsen

Stadtratsmitglied Jan Prokopek Jensen hatte für „Folkebevægelsen mod affald“ eine kleine Anzeige in die lokale Zeitung gesetzt: 35 Freiwillige meldeten sich sofort.

Auch in Guderup gibt es leider viele „Pechvögel“, denen der Müll bei einer Autofahrt unglücklicherweise aus dem Fenster fliegt und im Graben landet.

Gegen die Verschandelung der Natur wollte nicht zuletzt auch der frühere Bürgermeister Jan Prokopek Jensen etwas tun. Er sprach den Vorsitzenden der 2018 auf Alsen gegründeten Organisation „Folkebevægelsen mod affald i naturen”, seinen Parteikollegen im Sonderburger Stadtrat, Svend Erik Petersen, an.

Viele meldeten sich sofort

Jensen wurde Mitglied, und in einer Anzeige in der kleinen lokalen Zeitung hat Prokopek nach Freiwilligen gesucht, die sich am Kampf gegen den leidigen Müll in Guderup beteiligen. Diese Aktion war ein voller Erfolg: Am Dienstag, 23. Februar, hatten sich in wenigen Tagen 35 Personen gemeldet. Somit können nun 23 feste Routen in und um Guderup bemannt werden.

Jan Prokopek Jensen mit gelben Westen und kürzeren Zangen für die Kinder Foto: Karin Riggelsen

„Ein imposantes Ergebnis. Danke an alle, die sich gemeldet haben. Das ist so eine tolle Sache“, kommt es voller Begeisterung von Jan Prokopek Jensen, den die große Bereitschaft bei den Guderupern überrascht hat.

„Ist es das Frühjahr oder Corona? Egal. Jetzt wächst das Projekt überall“, so Jensen ganz zufrieden.

In Wollerup (Vollerup) sammeln zehn freiwillige Helfer seit einem Jahr Müll. Auch in Hundsleben (Hundslev), Elstrup, Dyndved und Eken (Egen) gibt es nun feste Truppen, die für weniger Müll an den Straßen sorgen. Wie oft eingesammelt wird, bestimmt man selbst.

Ganz viel Müll

In Guderup gehören nun Anne Marie und Torben Klyhn zur festen Müllsammler-Truppe. Es war Anne Maries Idee, sich zu melden. „Sie ist auf Facebook. Das bin ich nicht“, so Torben Klyhn. Auf ihrer ersten Tour von Linak zur weißen Kirche Eken mussten sie einsehen, dass ihre Aktion mehr als nötig ist.

Der Verein hat Aufkleber herstellen lassen, wo Werbung für die Aktion gemacht wird. Foto: Karin Riggelsen

An der kurzen Strecke haben sie vier Plastiktüten mit Müll gefüllt. „Ganz viele Zigarettenkippen, Bierdosen und Bonbonpapier“, so Torben Klyhn.

Spenden von Linak und Sonfor

Der Verein „Folkebevægelsen mod affald i naturen” verlangt keine Mitgliederbeiträge und hält sich mit verschiedenen Aktivitäten – im vergangenen Jahr ein Weihnachtsbaumverkauf – und Anträgen bei verschiedenen Fonds finanziell über Wasser.

Die Helfer erhalten gelbe Westen und Zangen. Foto: Karin Riggelsen

Wer sich als Freiwilliger meldet, erhält eine gelbe Weste und eine Zange im Wert von 200 Kronen. Der Konzern Linak und Sønderborg Forsyning Sonfor haben die gute alsische Initiative mit Zuschüssen unterstützt.

Sauberkeit beginnt bei Kindern

Jan Prokopek ist selbst ein fleißiger Helfer. „Wir wollen auf unsere Natur aufpassen und die Einstellung anderer beeinflussen, den Abfall nicht hinauszuwerfen“, meint der Sozialdemokrat. So hat der Verein auch gelbe Sicherheitswestern für Kinder erworben.

Anne Marie und Torben Klyhn vor der Kirche Eken Foto: Karin Riggelsen

Eine saubere Natur beginnt bei den Jungen und Mädchen. „Dann können sie vom Kindergarten aus eine Runde machen. Dann lernen sie es von Grund auf“, so Jan Prokopek Jensen, der übrigens regelmäßig mit seiner sechsjährigen Enkelin Merle zum Mülleinsammeln loszieht.

Hundetüten sind ein Nogo

Es werden manchmal auch Dinge gefunden, die man eigentlich nicht erwartet.

„Ich habe die Hinterlassenschaften eines Alkoholikers gefunden. Auf 100 Metern lagen sieben kleine leere Flaschen“, meint er. Müll ist immer ein Irritationsmoment, „aber am schlimmsten sind die Hundetüten“, meint er stirnrunzelnd. Die Hinterlassenschaften des Hundes aufsammeln und anschließend nicht in einen Mülleimer, sondern in die Natur werfen, das geht überhaupt nicht.

Ich werfe keinen Abfall in die Natur, so derAufkleber. Foto: Karin Riggelsen

Müll gehört nicht in die Natur. Das hat Jan Prokopek Jensen schon seinen beiden Söhnen Martin und Tommy von klein auf beigebracht. So erhielten sie öfter eine Tüte, die bei der Heimkehr voll sein sollte. „Aber sie haben dann auch 5 Kronen erhalten“, so der Papa.

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