Von Spanien nach Nordschleswig

Einblick in dänische Kochtöpfe

Ruth Nielsen
Ruth Nielsen Lokalredakteurin
Gravenstein/Gråsten
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Cristo und John. Foto: Ruth Nielsen

Das Ehepaar Fabi und Cristo leitet die „Bambus Bar“auf Gran Canaria – mit ausschließlich dänischen Gerichten.

Seit Jahren verbringen Berit Jensen und John Erendal, Sonderburg, den Winter auf Gran Canaria. In Puerto Rico haben sie die „Bambus Bar“ entdeckt, die sie mehrmals die Woche aufsuchen, wenn sie der Appetit auf Hering & Co gepackt hat. Denn der „Bambus- Koch“ Cristo bereitet ausschließlich dänische Gerichte zu.

Dafür war die Bar bekannt, und daher führen er und seine Frau Fabi(ola) sie mit diesem Konzept weiter, seit sie vor neun Jahr das Restaurant übernommen haben.

Dass Dänen auf Gran Canaria Dänisches essen wollen, findet Spanier Cristo nicht merkwürdig: „Mein Vater will spanisch essen, wenn er unterwegs ist, egal, in welchem Land“, sagt er im Garten des Restaurants „Det Gamle Kro“, das dienstags „Smørrebrød“ auf der Speisekarte hat.

Das Paar will mehr erfahren über die traditionelle dänische Küche mit Smørrebrød, Hering und Rippchen. Sein Favorit „Falscher Hase“, Fabi steht mehr auf „braune Soße“.

„Die traditionelle dänische Küche ist nicht besonders raffiniert und kreativ“, hat Cristo festgestellt. Bei ihm muss auch das Auge verwöhnt werden. Daher garniert er Speisen recht fantasievoll. Und das kommt an bei den Gästen der Bambus Bar. Die meisten Produkte kauft er in Puerto Rico, beim dänischen Schlachter und dänischen Bäcker, „sild“ importiert er aus Dänemark.

Das Paar nutzt die saisonal bedingte Schließung in Puerto Rico für eine Studientour. Seit Juli wohnt es in Sonderburg, mit Sohn Ethan (in Spanien schließen die Schulen im Sommer für drei Monate) und arbeitet im Hafen Mummark, Cristo in der Küche, Fabi bedient – hart verdientes Geld bei zehn- und mehrstündigen Arbeitstagen.

Fabi verfolgt noch ein anderes Ziel: Sie will mehr Dänisch lernen. Sie versteht sehr viel, nur beim Sprechen hapert es, ihr aktiver Wortschatz ist (noch) begrenzt. „Ich bin kein Perfektionist, außer bei Sprachen“, sagt sie lachend. Mit der englischen Sprache hat sie kein Problem. Das Paar hat einige Jahre in Irland gearbeitet, wo auch Sohn Ethan geboren wurde.


Fabi und Cristo mit ihrem Sohn Ethan und den Wirtseltern Berit Jensen und und John Erendal. Foto: Ruth Nielsen

Nordschleswigsche Kaffeetafel auf Gran Canaria

Für die neue Saison in der Bambus Bar müssen sich Gäste auf eine andere Speisekarte einstellen. „Wir werden sie einschränken“, sagt Fabi. Das würde weniger Arbeit für Cristo bedeuten, der so an weiteren besonderen Garnierungen für das Auge feilen kann. Die Auswahl an Burgern und „Smørrebrød“ wird begrenzt. Zudem gibt es Neuheiten, eine für die gebratene Scholle von Fabi entwickelte Mayonnaise-Senf-Soße und ein „Stjerneskud“ , das endlich mit gegartem hellen Fisch serviert wird. Das war neu für Cristo.

Das Paar weiß, dass die Bambus Bar ein „dänischer Treffpunkt“ ist, auch und gerade an „Mortensaften“ und zu Weihnachten, das es wie in Dänemark gestaltet. Buchungen für 2018 liegen schon vor.

Und geht es nach Fabi, möchte sie die „nordschleswigsche Kaffeetafel“ anbieten, die hat sie noch nicht gekostet. Vielleicht ist ja Zeit, bevor sie mit ihrer Familie am 14. August nach Puerto Rico zurückkehrt?

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