Soziales

Dalsmark: Weitermachen war keine Option

Dalsmark: Weitermachen war keine Option

Dalsmark: Weitermachen war keine Option

Sonderburg/Sønderborg
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Der Naturberater Bo Tonnesen ist im Pflegeheim Dalsmark fest angestellt. Foto: Karin Riggelsen

Die Kommune Sonderburg hat den Vertrag mit Dansk Diakonhjem ab 2020 gekündigt. Nur DF und Venstre stimmten dagegen.

Dass das Pflegeheim Dalsmark ab 2020 nicht von Dansk Diakonhjem, sondern kommunal betrieben werden soll, das wurde den betroffenen Pflegeheimmitarbeitern am Donnerstag verkündet.

Unter anderem die Schleswigsche Partei (SP) hat für diesen Entschluss gestimmt. Die SP befürwortet generell, dass auch andere private Akteure sich für solche Kernaufgaben bewerben können. Das hebt Stephan Kleinschmidt hervor. Das hätte für Dalsmark einen weniger soliden Betreiber bedeuten können. Deshalb hat die Kommune beschlossen, dass sie diese Aufgabe 2020 selbst übernimmt.

„Die SP will nicht überall die Aufgaben kommunalisieren. Einfach weitermachen wie bisher, war hier aber auch keine Option“, stellte Stephan Kleinschmidt gestern fest. Die Zusammenarbeit mit Dansk Diakonhjem sei immer gut gelaufen, aber kooperative Dinge müssen regelmäßig ausgeschrieben werden. Die Schleswigsche Partei will dem Pflegeheim „eine gute Leitung zum richtigen Preis sichern“, so der Stadtratspolitiker.

Keine leichte Entscheidung

„Es war keine leichte Entscheidung. Aber wir standen vor veränderten Tatsachen, und auf der vorliegenden Grundlage wurde so entschieden“, so Stephan Kleinschmidt. Die Umstellung des Betriebs von Danske Diakonhjem zur Kommune wird übrigens genauestens verfolgt. Alle 40 Mitarbeiter des Pflegeheim Dalsmark können auch nach der Übernahme der Kommune ihren Job behalten.

Stefan Lydal, Sprecher der Dänischen Volkspartei versteht es nicht. „Dansk Diakonhjem hat es immer sehr gut gelöst. Es geht hier ja nicht um Ökonomie, aber ich hätte es bevorzugt, wenn Dansk Diakonhjem weitergemacht hätte. Sie arbeiten mit einer anderen Wertgrundlage und einer sehr hohen Qualität. Ich habe noch nie von Klagen oder Schlampereien gehört. Es ist völlig unverständlich“, meint der DF-Politiker. Er wundert sich, dass die Mitarbeiter erst jetzt unterrichtet wurden. „Der Entschluss wurde im August getroffen. Sie mussten wohl erst die richtigen Argumente finden“, kommt es spitz vom DF’er.

Der Wortführer von Venstre, Peter Hansen, ist aufgebracht: „Das ist ein vollkommen falscher Beschluss. Man hätte die Aufgabe ausschreiben sollen. Dann hätten alle ein Gebot abliefern können – auch die Kommune.“ Er findet es bedenklich, dass die Kommune den für ihn ganz falschen Weg wählt. Es ist, als ob die Kommune alles übernehmen will, so der Venstre-Mann, der auch der SP keine guten Noten gibt.

„Die Kommune kann es zwei Millionen Kronen günstiger machen. Aber solche Berechnungen sind nicht immer einfach, wenn alles berücksichtigt werden muss“, stellt der Politiker fest.

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