Stricken

Ein besonderes Taufgeschenk

Ruth Nielsen
Ruth Nielsen Lokalredakteurin
Lysabbel/Lysabild
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Gitte Kordgaard, Lisbeth Belschner, Inge Brodersen und Karen Tandrup (v. l.) haben Spaß am Stricken. Foto: Karin Riggelsen

Im Pastorat Lysabbel stellen Frauen „Tauflappen“ her – Idee bei Seminar in Lügumkloster aufgegriffen / Christliche Symbole

Im Oktober 2016 hatte Pastorin Ann May Lorenzen, Djursland, eine Idee, die nun mehr als 50 Pfarrgemeinden des Landes umsetzen. Statt dass das Taufwasser vom Kopf des Täuflings mit einem Papiertuch abgewischt wird, hat sie einen Tauflappen entworfen, in den christliche Symbole gestrickt sind.

Diese Idee hat Gitte (Birgitte) Korsgaard vom Kirchengemeinderat Lysabbel 2018 bei einem Seminar in Lügumkloster gesehen. Sie war sofort Feuer und Flamme, auch weil sie, seit sie denken kann, strickt. „Ich vergesse eher mein Handy als meine Stricksachen, wenn ich unterwegs bin“, sagt sie. Neuerdings verfügt sie über eine Stirnlampe mit zwei Leuchten, die nach unten strahlen und somit nicht den Fahrer belästigen. Nun kann sie auch bei Dämmerung im Auto stricken.

"Es ist eine schöne Erinnerung“

„Es ist doch schön, wenn das Kind neben der Taufkerze den Lappen als Geschenk mitkriegt. Es ist eine schöne Erinnerung“, meint Gitte, die über eine Mitteilung im „Lokalblad“ acht Gleichgesinnte gefunden hat. Sie stricken zu Hause oder im Pastorat.

Die Geselligkeit kommt nicht zu kurz. Natürlich wird geklönt, aber manche Muster erfordern wahre Konzentration wie die Lutherrose, die Gitte strickt, stets mit weißer Baumwolle. Da muss sehr viel gezählt werden. „Wenn ich dabei reden will, dann muss ich das Stricken zur Seite legen. Wenn ich Strümpfe stricke, schaue ich gar nicht mehr hin. Das geht ganz von allein“, erzählt sie lachend.

Karen Tandrup hat für sich eine Lösung gefunden: Sie legt zwei grüne Fäden horizontal und vertikal auf das Muster. So weiß sie, wie weit sie gekommen ist. Gitte hat die Muster im Internet bestellt und gekauft. Die Lutherrose ist das persönliche Zeichen von Martin Luther im Jahr 1530 und ein Symbol für die Verbreitung der evangelisch-lutherischen Kirche.

Motive christlichen Ursprungs

Die zwölf von der Initiatorin entworfenen Motive sind alle christlichen Ursprungs wie Kirche, Kreuz, Fisch. Die Handarbeiterin kann auch eigene kreieren, Hauptsache das Symbol ist christlich. Die Größe der Tauflappen ist vorgegeben: 21 x 21 Zentimeter, mit Stricknadelstärke 3. Gitte braucht sowohl 3 als auch 2,5, da sie die linken und rechten Maschen unterschiedlich fest strickt.
Inge Brodersen gebraucht Rundstricknadeln. Das soll die Schultern weniger belasten. Auch sie ist mit Stricken groß geworden. „Ich bin mit Handarbeiten in den Händen geboren worden“, meint sie. Was sie an den Tauflappen schätzt, ist „die Herausforderung, nicht nur links und rechts zu stricken“, sagt sie. Zudem probiert sie gerne etwas aus. So hat sie einen Lappen mit vielen kleineren Kreuzen angefertigt, die eine kleine Schwäche haben: Die Kreuze sind schwer auf dem weißen Untergrund auszumachen Inge strickt wie auch Gitte für ihre Kinder und Enkel. „Das lohnt sich eigentlich nicht, aber sie kriegen ja etwas Besonderes“, sagt Inge. Renner bei allen Kindern sind gestrickte Socken.

Ein Tauflappen mit „Kirche“ als Motiv Foto: Karin Riggelsen

Karen Tandrup hat früher viel gestrickt, bis ihre Schultern Probleme machten. Sie weiß aber, dass Stricken gut für mit Gicht geplagte Finger ist. Lisbeth webt nun mehr, was auch Inge tut. Ihr Mann übrigens klöppelt, ein Taufkleid natürlich.

Lisbeth Belschner ist „nicht so verrückt mit Stricken“, wie sie sagt. Am Handarbeiten schätzt die Künstlerin, dass ihre Kreativität angeregt wird. Die Frauen wollen um die 20 Tauflappen angefertigt haben, ehe sie anfangen, sie bei Taufen anzuwenden. Gitte Korsgaard weiß, dass in der Pfarrgemeinde Lysabbel viele Kinder getauft werden.

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