Urteil

Baumfäller vor Gericht freigesprochen

Baumfäller vor Gericht freigesprochen

Baumfäller vor Gericht freigesprochen

Sonderburg/Sønderborg
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Das Gericht in Sonderburg Foto: Karin Riggelsen

Ein 68-jähriger Mann aus Broacker konnte aufatmen. Er muss auch nicht 121.725 Kronen Schadenersatz zahlen.

Manchmal ist eine genaue Abgrenzung von nebeneinanderliegenden Grundstücken keine ganz klare Angelegenheit. Stehen Bäume und Hecken nun auf dem Gelände des einen oder des anderen? Darum ging es am Dienstag bei einem Gerichtstermin im Sonderburger Stadtgericht.

Laut Anklageschrift hat ein 68-jähriger Mann aus der Gegend von Broacker (Broager) 25 große Feldahorne gefällt. Damit soll laut „JydskeVestkysten“ ein Schaden in Höhe von 121.725 Kronen entstanden sein.

Fast doppelt so viele Bäume

Aber er konnte guten Gewissens das Sonderburger Gericht wieder verlassen. Der Mann wurde freigesprochen. So muss er auch keinen Schadenersatz in Höhe von 121.725 Kronen zahlen.

Foto: Karin Riggelsen

Der Angeklagte hielt sich im Gericht nicht zurück. Laut ihm hatte er von Januar bis März 2019 nicht nur 25, sondern 47 oder 48 Bäume gefällt.

Das sind Bäume auf meinem Grundstück. Mein Vater hat sie 1963 und 1964 gepflanzt.

Angeklagter

„Das sind Bäume auf meinem Grundstück. Mein Vater hat sie 1963 und 1964 gepflanzt“, erklärte der Angeklagte, der der Richterin die Zeichnung eines Landinspektors von Oktober 2019 mit der Platzierung der Grundsteine präsentierte. Laut dieser standen die Bäume auf seinem Grundstück.

„Ich habe guten Glaubens gehandelt.“ Die Bäume wurden gefällt, weil die Zweige auf ein Dach mit Solarzellen fielen, so dass das Gebäude beschädigt wurde, meinte der Mann. Feldahorne werden 16 Meter hoch.

Zeugin blieb fern

Die Staatssanwältin hätte vor Gericht gern die Frau verhört, die die Baum-Sache bei der Polizei angezeigt hatte. Sie wollte aber nicht ins Gericht kommen.

Das Schöffengericht war sich abschließend einig: Der Angeklagte handelte in gutem Glauben, und ihm kann Vandalismus nicht vorgeworfen werden.

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