Verkehrspolitik

Autos dürfen nur vormittags in die Fußgängerzone

Ilse Marie Jacobsen
Ilse Marie Jacobsen Journalistin
Sonderburg/Sønderborg
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Warentransport auch von der Brandtsgade aus nur zwischen 5 und 11 Uhr. Foto: Ilse Jacobsen

Nicht jeder Autofahrer macht in Sonderburg um die Fußgängerzone einen Bogen. Automatische elektronische Poller sollen die Raserei am oberen Teil der Perlegade in den Griff bekommen.

Alle wissen es: Eine Fußgängerzone ist eigentlich nur für Spaziergänger. Eine Ausnahme ist der Warentransport. Autos dürfen aber nur zwischen 5 und 11 Uhr über den Fußgängerbereich düsen. Das gilt auch für den größten Teil der Perlegade. Aber im Norden gibt es immer wieder Autos, die tagsüber von der Brandtsgade zum Georg Hansens Vej sausen – ob Lieferwagen, Taxis oder Personenwagen. Aber diesen Verkehrssündern soll bald das Handwerk gelegt werden. An der Brandtsgade werden zwei automatische elektrische Poller installiert. Das hat der technische Ausschuss auf der jüngsten Sitzung beschlossen.

Im Haushaltsbudget 2018-2021 wurden jährlich 500.000 Kronen für Verkehrssicherheitsmaßnahmen abgesetzt. Die beiden Poller werden höchstens 250.000 Kronen kosten. „Es gibt leider einige, die die Regeln nicht einhalten und damit die Sicherheit in Gefahr bringen. Ein Bürger, hat an einem Tag zwischen 10 und 17.30 Uhr 15 Autos auf der Fußgängerzone zwischen der Brandtsgade und Georg Hansens Vej gezählt. Es waren Lieferwagen, Taxis und Personenwagen. Da müssen wir einfach etwas tun“, erklärt Aase Nyegaard, die Vorsitzende des technischen Ausschusses.

Elektrische Poller sichern seit einigen Jahren auch den Cafébereich am Rathausmarkt ab. „Die Poller sind gut. Die werden heruntergefahren, wenn die Waren geliefert werden und dann wieder hochgefahren“, erklärt Betriebs- und Anlagenchef bei der Kommune, Henrik Littau-Jensen. Bei verschiedenen Anlässen können die Poller auch per Hand gesteuert werden. Einige, die immer wieder Autos in der Sperrzeit auf der Fußgängerzone beobachtet haben,sind die Friseuse Toni Jensen von Klippehjørnet, und die Besitzerin vom gegenüberliegenden Kleidungsgeschäft Victoria, Aase Johannesen. „Das ist der absolute Wahnsinn. Auf der Fußgängerzone halten sich ja auch Kinder und ältere Menschen mit Rollator auf. Das ist eine schlimme Belästigung und es ist gefährlich“, meint Toni Jensen. Sie hat Klippehjørnet im März übernommen, „und meinen Kunden fällt der Verkehr ja auch ständig auf“. Sie hat einige Raser auch schon bei der Kommune gemeldet.

Aase Johannesen pflichtet ihr bei. „Manchmal halten die auch hier auf der oberen Seite des Schildes. Wenn man sie darauf aufmerksam macht, werden sie sauer. Hier oben wird schon seit Jahren darüber gesprochen“, erklärt die Ladenbesitzerin, die bald ihr zehnjähriges Jubiläum feiern kann. Der rege Verkehr über die Fußgängerzone den ganzen Tag hat sie schon oft auf die Palme gebracht. Sie hat der Kommune vorgeschlagen, einige der großen kommunalen Blumentöpfe vor das Schild zu stellen – oder eine Lampe. Aber in Kürze werden Poller dort die gefährlichen Autos fernhalten.

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