„sypigens Atelier“

Arbeiten auf Bestellung

Ruth Nielsen
Ruth Nielsen Lokalredakteurin
Augustenburg/Augustenborg
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Für Gitte Requate gibt es nicht Besseres als Nähen. Foto: Ruth Nielsen

Näherin Gitte Requate hat ihr „Sypigens Atelier“ in die Storegade 30 verlegt. „Eisige“ Wiedereröffnung am Dienstag.

Endlich Platz. Platz, um verschiedene Nähmaschinen nicht immer wegräumen zu müssen, Platz, um sich bei Anproben von Brautkleidern mit zehn Lagen Tüll nicht mehr in der Bewegung einschränken zu müssen, Platz, um die Vielfalt ihres Berufes als Näherin zu zeigen. Gitte Requate wird nach knapp sechs Monaten Zwangspause am Dienstag, ab 13 Uhr, ihr „Sypigens atelier“ wieder öffnen, ebenfalls in der Storegade, im früheren Farbenhandel Nummer 30. Das große Haus von 700 Quadratmetern plus Keller hatten sie und ihr Verlobter im März gekauft. „Damit hat sich ein Traum erfüllt“, sagt die 35-Jährige. Im Erdgeschoss ein Geschäft und oben drüber wohnen. So hat sie sich ihre Zukunft in der 9. Klasse vorgestellt.

Dass sie sich diesen Traum in Augustenburg erfüllt hat, begründet sie zum einen damit, dort aufgewachsen zu sein, zum anderen damit, „dass ich gerne in kleineren Gemeinschaften lebe. Dort passiert nur etwas, wenn es jemanden gibt, der etwas initiiert. Das gefällt mir“. Gitte Requate hat ihre Ausbildung 2003 am EUC Syd abgeschlossen. „Ich wollte eigentlich Modistin werden. Aber das gab es nicht mehr.“ Nach diversen Beschäftigungen u. a. bei einem Schuhmacher, hat sie mit 27 Stunden im „Atelier Stoff 2000“ gearbeitet. So hatte sie Zeit, sich auszuprobieren: Ab Februar 2005 arbeitete sie nebenbei selbstständig, am 27. Mai 2005 hat sie „sypigens atelier“ eröffnet.

Arbeitet gern allein

„Ich arbeite gern allein. Ich habe auch kaum Krankentage. Denn wenn du allein bist, denkst du, das wird schon besser im Laufe des Tages. Auch wenn ich dann nicht ganz so fit bin, die Arbeiten werden fertig, wie ich es versprochen habe. Ich kenne meine Kunden, und die kennen mich“, sagt sie zu ihren Kunden, darunter viele Stammkunden, die mittlerweile nicht nur von ganz Alsen, sondern auch von der Westküste kommen.
Arbeitskollegen braucht sie nicht, um inspiriert zu werden. „Inspirationen gibt es im Internet. Ich will ja nicht den tiefen Teller neu erfinden. Ich nähe nur auf Bestellung. Ich mache alles, denn ich bin für alle da“, nennt sie Änderungen an Konfirmationskleidern, denn zwischen Kauf und Festtag vergehen oft Monate. Brautkleider, Gewöhnliches wie das Kürzen oder Auslassen von Hosen, aber auch Uniformen. Die hat sie genäht, als sie im Historiencenter beschäftigt war. „Nun soll ich Uniformen von 1807 für die Kanonengilde in Apenrade nähen. Das mag ich, es gibt immer etwas Neues.“

Bei den Brautkleidern arbeitet Gitte Requate mit dem Fachgeschäft in Gravenstein zusammen. Da sie nun über viele Meter Schaufensterfront verfügt, wird sie Brautkleider ausstellen. „Das ist eine Win-win-Siuation. Ich mache auf ihr Geschäft aufmerksam, sie auf meines.“ Ihre Kreativität zeigt sie auch bei der Schaufensterdekoration: Sie hat ein überdimensionales Maßband gekauft, das sie anbringen wird, gepaart mit Bildern einheimischer Künstler. Sie plant wechselnde Ausstellungen. Dazu gehört auch eine Weihnachtsausstellung: „Hier gehen ja viele Kinder vorbei.“

Sie sieht sich nicht als Perfektionistin: „Hauptsache, meine Kunden sind zufrieden. Dann bin ich es auch. Das sehe ich auch so beim Preis. Für einige sind 100 Kronen viel, für andere nicht. Ich habe meine Preise.“
Gitte Requate wird am Dienstag eine „eisige“ Wiedereröffnung ausrichten. Sie serviert Eis von „Bondegårdsis“. Ihr ist sehr daran gelegen, einheimische Produzenten (wie auch lokale Künstler) zu unterstützen.
„Sypigens Atelier“ hat dienstags und donnerstags von 13 bis 17 Uhr geöffnet oder nach Absprache.

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