Wohlfahrtstechnologie

„Alleine zurechtkommen – das hat auch was mit Würde zu tun“

„Alleine zurechtkommen – das hat auch was mit Würde zu tun“

„Alleine zurechtkommen – das hat auch was mit Würde zu tun“

Wollerup/Vollerup
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Ein Telefon, das Dementen hilft, den Überblick zu behalten Foto: Sara Wasmund

Trotz Demenz, Verletzung oder Behinderung so lange wie möglich selbstständig leben – das will die Kommune Sonderburg ihren Bürgern ermöglichen. Ein neuer Proberaum zeigt, welche technischen Hilfsmittel die Bürger dabei unterstützen können.

„Alleine essen können oder alleine zur Toilette gehen – das wünschen wir uns alle. Alleine zurechtkommen, das hat auch was mit Würde zu tun!“ Stadtratspolitiker Dieter Jessen (SP) war am Mittwoch in Wollerup dabei, als der neue Proberaum des kommunalen Hilfsmitteldepots eingeweiht wurde.

Praktische Hilfe für den Alltag

Anschauen, anprobieren, mitnehmen – in der neuen Anlaufstelle können Bürger einfach vorbeikommen, um für sich oder Angehörige praktische Hilfe für den Alltag zu kriegen.

Intelligentes Besteck, bebilderte Telefontasten oder eine Toilette mit eingebauter Waschfunktion: Die Kommune Sonderburg zeigt Bürgern in einem neuen Ausstellungsraum, was an technischen Hilfsmitteln heutzutage alles erhältlich ist.

Ingebeth Møller testete am Mittwoch eine Einschlafhilfe für motorisch unruhige Bürger. Foto: Sara Wasmund

Am Mittwoch ist der neue Proberaum im Hilfsmitteldepot in Wollerup eröffnet worden. Angehörige und Menschen, die es aufgrund von Demenz oder körperlicher Einschränkungen schwer im Alltag haben, können sich vor Ort darüber informieren, welche Hilfsmittel es gibt.

„Beim Einkaufen von Kleidung probiert man Sachen ja auch vor Ort an, man schaut sich um, man probiert, man lässt sich beraten. So soll das hier auch sein“, so Stadtratspolitiker Preben Storm (Soz.), Vorsitzender des Sozial- und Gesundheitsausschusses.

Hilfe zum Lesen, Aufrichten, Aufstehen

Mit Struktur und Farbe macht es der Proberaum den Besuchern leicht, das Richtige für sich zu finden. Es gibt elektronische Kuschelkatzen für Demente, Kommunikationshilfen für den Chat mit der Familie, Hilfe zum Lesen, Aufrichten, Aufstehen, Sockenanziehen oder Einschlafen.

Das Hilfsmitteldepot am Mommarkvej Foto: Sara Wasmund

Bente Rey ist seit 20 Jahren vollständig gelähmt und sitzt im Rollstuhl. Die Vorsitzende des Behindertenrates unterstrich am Mittwoch, wie sehr sie technische und digitale Hilfsmittel im Alltag unterstützen.

Großer Unterschied im Alltag

„Ich kann über ein Röhrchen in meinem Mund einen Computer bedienen, ich kann mit Freunden und Familie chatten, und auch meinen Rollstuhl habe ich vom Hilfsmitteldepot“, so Bente Rey. „Für mich machen die Hilfsmittel einen unwahrscheinlich großen Unterschied in meinem Leben. Durch den neuen Proberaum können die Bürger selbst kommen und sehen, was für sie das Richtige ist! Ich kann nur dazu einladen: Kommt einfach mal, und schaut euch um.“

Kommunikationstechnologie für zu Hause: Bente Rey sitzt im Rollstuhl und hat im Hilfsmitteldepot ganz praktische Hilfen für den Alltag erhalten. Foto: Sara Wasmund

Geöffnet haben die Proberäume am Mommarkvej 5a dienstags von 10 bis 15 Uhr und donnerstags von 13 bis 15.30 Uhr oder nach Anmeldung.

Mittel gegen Einsamkeit: Faultier Bent ist schwer und verursacht das Gefühl, als würde man tatsächlich umarmt. Foto: Sara Wasmund
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