Geburtstagsinterview

60 Jahre Florian Born

60 Jahre Florian Born

60 Jahre Florian Born

Sonderburg/Sønderborg
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Florian Born am Freitag am Haus Quickborn Foto: Friedrich Hartung

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Mit fünf Jahren kam er nach Nordschleswig, am Sonntag wird Florian Born 60 Jahre alt. Seit knapp 25 Jahren arbeitet er für den DSSV. Zuvor zog er im Laufe seines Lebens immer wieder von Deutschland nach Dänemark – und zurück. Warum, verrät er im Interview.

Seit 55 Jahren lebt Florian Born in Nordschleswig – am Sonntag wird er 60 Jahre alt. Der Leiter der Deutschen Kindergärten Sonderburg (DKS) lebt in Apenrade (Aabenraa) und ist seit knapp 25 Jahren Mitarbeiter der Deutschen Schul- und Sprachvereins für Nordschleswig (DSSV).

Schulabschluss zurück in Deutschland

Als er fünf Jahre alt war, zog er mit seiner Familie aus Unterfranken in Bayern nach Hadersleben (Haderslev), wo sein Vater Georg Born die Pastorenstelle der deutschen Gemeinde übernahm. Schüler Florian besuchte die deutsche Schule vor Ort, und zog 1973 zur weiterführenden Schulausbildung nach Süddeutschland zurück. Nach Abschluss der Schule begann er eine Fachlehrerausbildung in den Fächern Sport und Werken, die er nach zwei Jahren beendete.

Zum Geburtstagsempfang im Haus Quickborn kamen am Freitag Kollegen und Kolleginnen und Wegbegleiter zum Gratulieren. Foto: Friedrich Hartung

Florian Born zog nach Nordschleswig zurück – und machte mit Mitte 20 an der Landwirtschaftsschule Gravenstein (Gråsten) eine landwirtschaftliche Ausbildung zum Betriebsleiter. Im Anschluss ging die Reise wieder Richtung Südosten – nach Berlin, wo Born eine Weile lebte.

Erneut zog es Florian Born nach Nordschleswig, wo er am VUC in Tondern (Tønder) ain der Erwachsenenbildung sein Abitur machte und anschließend ein pädagogisches Studium in Apenrade absolvierte.

Bewusster Schritt zum Pädagogikstudium

Von dort aus ging es direkt in Richtung des DSSV: 1997 wurde Florian Born stellvertretender Leiter des deutschen Kindergartens Rothenkrug (Rødekro). „Ich wollte und habe in meinen jungen Jahren vieles ausprobiert“, sagt Florian Born rückblickend. „Der Schritt zum Pädagogikstudium war dann ein sehr bewusster.“

Florian Born am Haus Quickborn auf dem Weg in sein 61. Lebensjahr. Foto: Fried

Seit 2010 leitet er vier deutsche Kindergärten in der Kommune Sonderburg, die Abteilungen in Broacker und Rinkenis sowie die Stadtkindergärten Ringreiterweg und Arnkielstraße in Sonderburg. Alles zusammen sind Teil der Deutschen Kindergärten Sonderburg (DKS).

In den vergangenen Jahren hat Born ein Diplom in Leitung gemacht. Sein Spezialthema: Kinder und Jugendliche und der positive und spielerische Umgang mit Lernprozessen und IT.

Interesse an der Pädagogik aus Deutschland

„Ein sehr wichtiges Thema, denn hier stehen Pädagogen, Einrichtungen und Eltern vor der Frage, wie der Umgang mit IT bestmöglich genutzt werden kann“, so Born, der als Referent Gastvorträge in Deutschland hält. „Dort sind sie sehr interessiert an der Pädagogik aus Dänemark. Das merken wir auch an den rund 20 bis 25 Praktikanten und Praktikantinnen, die jedes Jahr aus Deutschland in unsere Institutionen kommen.“

Er will sich auch in Zukunft weiterentwickeln, in vielerlei Hinsicht. „Ich bin sehr gespannt auf das, was auf mich zukommt, beruflich und persönlich. Es kommen immer neue Sachen auf einen zu, und dabei spielt Kommunikation eine so wichtige Rolle.“

Florian Born ist seit 1997 Mitarbeiter des DSSV. Foto: Friedrich Hartung

Und was macht Florian Born in seiner Freizeit? „Ich singe im Gospel Chor Gospel Oaks in Apenrade mit, das macht mir viel Spaß und Freude. Und ich versuche mit Rückentraining, dass ich etwas Sport mache und nicht verfalle“, lacht Born.

Er lebt mit seiner Lebensgefährtin Christiane in Apenrade, das gemeinsame Kind des Paares ist das jüngste von insgesamt fünf Kindern der Familie, „und es ist gerade zum Studium nach Aarhus gezogen, die Kinder sind also aus dem Haus“, so Born.

Geburtstagsfeier im Haus Quickborn

Erste Enkelkinder halten die Großeltern auf Trab, und wenn möglich fährt das Paar ins Sommerhaus nach Diernæs Strand zwischen Apenrade und Hadersleben. Die Geburtstagsfeier beginnt schon heute im Haus Quickborn – mit einem offiziellen Teil und Kollegen und Mitarbeitenden des DSSV. Am Freitagabend geht es dann mit Freunden und Familie weiter – Karaoke inklusive.

Für die Zukunft wünscht er sich von sich und seinen Mitmenschen mehr Zufriedenheit. „Wir sollten zufriedener sein, wir haben doch wirklich alles. Und doch sind wir oft so kritisch gegenüber allem. Ich wünsche mir die Leichtigkeit im Leben – jetzt mal abgesehen von der angespannten Lage in der Ukraine. Viele in Deutschland beneiden uns um die Leichtigkeit – wir sollten sie auch leben“, so Florian Born.

Florian Born erhielt am Freitag Besuch von Weggefährtinnen und Kollegen, links der Leiter der Abteilung Kindergärten des DSSV. Foto: Friedrich Hartung
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