Kriminalität

17-Jährige überfiel DagliBrugsen

Ilse Marie Jacobsen
Ilse Marie Jacobsen Journalistin
Sonderburg/Sønderborg
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Das Sonderburger Gericht. Foto: Archivbild: DN

Eine Jugendliche wurde vom Sonderburger Stadtgericht zu sechs Monaten Gefängnis auf Bewährung und Behandlung verurteilt.

Eine 17-jährige Jugendliche aus Sonderburg erhielt am Mittwoch im Stadtgericht einen unmissverständlichen Bescheid. „Es ist wichtig, dass du so etwas nicht wieder machst. Weder im kommenden Jahr und natürlich auch später nicht. Sonst wird die Bewährung aufgehoben“, warnte die Richterin Susanne Beier Lorenzen die junge Angeklagte. Diese nickte und nahm das Urteil an.

Die 17-Jährige wurde aufgrund ihres jungen Alters vom Schöffengericht zu sechs Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Sie muss also nicht ins Gefängnis. Ihre Probezeit beträgt ein Jahr. Die Jugendliche hatte zugegeben, am 4. Januar um 18.50 Uhr maskiert und mit einem Messer in der Hand bei DagliBrugsen in Nübel zur Kasse marschiert zu sein. Dort hatte sie dem Kassen-mitarbeiter gedroht und Geld verlangt. Der junge Mitarbeiter tat aber etwas für sie Überraschendes: Er riss ihr das Messer aus der Hand – sie gab sofort auf.

Präventive Maßnahmen eingeleitet

Es wurden schon mehrere präventive Maßnahmen eingeleitet, zudem hat die Jugendliche bereits Gespräche mit der Psychiatrie geführt. Eine Diagnose wurde aber noch nicht gestellt. Bis zu ihrem 18. Geburtstag bleibt sie unter kommunaler Betreuung, anschließend wird sie an die Kriminalfürsorge überführt.
Vor Gericht trat die Angeklagte recht entspannt auf. Ihre Aussage wollte sie aber ungern vor einer größeren Runde machen. Die Richterin schloss daher für eine Viertelstunde die Türen.

Was die junge Frau zu dem versuchten Raubüberfall anleitete, wurde bei dem öffentlichen Teil der Verhandlung nicht angesprochen. Es wurden bei den Plädoyers aber das Konsumieren von Haschisch und Probleme in der Familie als mögliche Ursachen erwähnt. Die 17-Jährige muss mit Hilfe eines speziell für sie ausgearbeiteten Handlungsplans eine positivere Einstellung zu sich selbst bekommen.

Die Anklägerin Tine Pedersen beantragte sechs Monate Haft auf Bewährung. Jan Schneider, der Verteidiger der Jugendlichen, sprach nicht von einem Raubüberfall, sondern von einem unbeholfenen räuberischen Versuch. „Sie befand sich in einer schwierigen Situation“, so Jan Schneider. Laut ihm sei seine Mandantin keine direkte Bedrohung gewesen, und nun auf dem rechten Weg.

Der vorgeladene 25-jährige Mitarbeiter von DagliBrugsen musste vor Gericht keine Aussage machen. Er hat nach dem Vorfall ein paar Gespräche bei einem Therapeuten gehabt.

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