Wirtschaft

Regionaler Einsatz gegen Jugendarbeitslosigkeit läuft

Regionaler Einsatz gegen Jugendarbeitslosigkeit läuft

Regionaler Einsatz gegen Jugendarbeitslosigkeit läuft

Sonderburg/Sønderborg
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Jan Prokopek Jensen (Sozialdemokraten) blickt mit Sorge auf die Situation der jüngeren Generation im Fahrwasser der Corona-Krise. Foto: jv

In der Altersgruppe der 25- bis 29-Jährigen herrscht aktuell die höchste Arbeitslosigkeit. Der Vorsitzende des Ausschusses für Arbeitsmarkt und Integration in Sonderburg und Vertreter im regionalen Arbeitsmarktrat, Jan Prokopek Jensen (Sozialdemokraten) drängt auf mehr Einsatz für Ausbildung und Lehrstellen.

Während der vergangenen Monate meldeten die Jobcenter in Dänemark durchweg sinkende Arbeitslosenzahlen im Zuge der offenbar abklingenden Corona-Krise. Allerdings zeigt ein Blick in die dänische Arbeitslosenstatistik, dass bei de insgesamt recht niedriger Arbeitslosenquote, mit 4,8 Prozent Ende September, die Altersgruppe 25 bis 29 Jahre mit zuletzt 8,6 Prozent Arbeitslosigkeit am schlechtesten abschneidet.

Sorgen bei Politikern

Der Vorsitzende des Ausschusses für Arbeitsmarkt und Integration im Sonderburger Stadtrat, Jan Prokopek Jensen (Sozialdemokraten), betrachtet die Situation der jüngeren Generation auf dem Arbeitsmarkt mit Sorge.

Es gibt viel zu viele junge Leute ohne eine berufliche Ausbildung.

Jan Prokopek Jensen, Vorsitzender des Ausschusses für Arbeitsmarkt und Integration in der Kommune Sonderburg

„Es gibt bei uns viel zu viele jüngere Leute, die ohne berufliche Bildung dastehen“, so Prokopek Jensen. Und er erklärt gegenüber dem „Nordschleswiger“, dass vor diesem Hintergrund in seiner Kommune, aber auch im übrigen Nordschleswig spezielle Programme laufen, um den Jugendlichen, die nach dem Abschluss ihrer schulischen Ausbildung in Gefahr schweben, den Sprung auf dem Arbeitsmarkt zu schaffen, zu einer soliden Ausbildung zu verhelfen. „Es gab bereits im vergangenen Jahr vor dem Beginn der Corona-Krise in unserem Bereich einen Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit“, so der frühere Bürgermeister der Kommune Sonderburg. Prokopek Jensen, der auch Mitglied im regionalen Arbeitsmarktrat Südjütland ist, berichtet über Anstrengungen auf kommunaler und regionaler Ebene, mehr Lehrstellen und Praktikumsplätze einzurichten.

Appell an Handwerksbetriebe

Er appelliert an die Handwerksbetriebe trotz der aktuellen Unsicherheit angesichts wieder steigender Corona-Infektionszahlen und drohender Arbeitsplatzverlusten im Zuge der jüngsten Restriktionen in die Zukunft zu investieren, und dem Nachwuchs eine Chance zu geben. Das sei, so der Kommunalpolitiker in Nordschleswig, wo es in den kommenden Jahren angesichts des demographischen Wandels immer weniger potenzielle junge Mitarbeiter geben wird, für viele Branchen überlebenswichtig.

Große Unternehmen gefragt

Wichtige Akteure und Partner der Kommune seien die großen Unternehmen wie Danfoss und Linak im Bereich Sonderburg. Diese hätten auch wie viele anderen Unternehmen durch Regelungen mit Lohnkompensation im Frühjahr größeren Entlassungswellen vorbeugen können.
Der für die Stärkung des örtlichen Arbeitsmarktes zuständige Politiker berichtet auch, dass trotz der Corona-Krise auch der Einsatz zur Integration von Flüchtlingen auf dem Arbeitsmarkt weitergehe. Deren Potenzial werde in Zukunft noch wichtiger sein.

Arbeitslosenzahl sinkt insgesamt

Die neuesten Zahlen des regionalen Arbeitsmarktrates zur Entwicklung der Situation in den nordschleswigschen Kommunen weisen auf eine sinkende Arbeitslosenquote in allen vier Kommunen des Landesteils bis Ende September hin. Die Kommune Sonderburg wies trotz eines Rückgangs gegenüber Juli um 0,4 Prozentpunkte mit 4,6 Prozent den höchsten Wert bei der Beschäftigungslosigkeit auf. In Hadersleben war die Arbeitslosenquote auf 4,4, in Apenrade auf 4,1 und in Tondern auf 4,0 Prozent gesunken.

Nach Lockerung der Einreisebeschränkungen aus dem Ausland und Interesse dänischer Urlauber an Ferien in Nordschleswig war die Nachfrage nach Arbeitskräften im Servicebereich im Sommer deutlich gestiegen. Auch Ungelernte hatten Jobs finden können. Landesweit waren im September 136.300 Personen als arbeitslos registriert, 32.900 mehr als vor Beginn der Corona-Krise.

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