„Oldtimerløbet Gråsten“

Eldorado für Oldtimer-Fans

Ilse Marie Jacobsen
Ilse Marie Jacobsen Journalistin
Gravenstein/Gråsten
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Katharina Dierks-Misch
Katharina Dierks-Misch in ihrem Käfer. Foto: Karin Riggelsen

Das Oldtimertreffen in Gravenstein ist das größte seiner Art in ganz Dänemark – und konnte bei dem schönsten Sommerwetter auch dieses Jahr ganz viele Besucher anlocken.

Wer schöne alte Autos liebt, ist am Sonnabend vielleicht in Gravensten beim diesjährigen Oldtimertreffen Gravenstein-Flensburg gewesen.Der ganze Ort war gespickt mit teuren Schönheiten, ob mit zwei oder mit vier Rädern. Unter anderem auf dem Ringreiterplatz konnten die Anhänger der restaurierten Oldtimer immer wieder selig lächeln. Denn es gab auf dem ganzen Platz unglaublich viel zu bewundern. Ob jung oder alt, ob Mann, Frau oder Kind. Alle wanderten umher und immer wieder wurde voller Begeisterung gerufen: „Schau mal! Dort drüben!“. 4.500 Gäste konnte der Lions Club am Sonnabend verzeichnen.

„Es war ein richtig toller Tag. Aber wir hatten auch ganz viel Glück mit dem Wetter. Das Wetter ist einfach alles entscheidend bei einer solchen Veranstaltung“, erklärte Erik Krogh, der PR-Koordinator des Lions Club Broager-Gråsten.

1.050 Wagen fuhren die Förde entlang

Es ist das größte Oldtimertreffen in ganz Dänemark. An der Oltimerfahrt zwischen Gravenstein und Flensburg nahmen diesmal 1.050 Wagen teil. Zur 28. Veranstaltung dieser Art hatten Autoliebhaber aus Dänemark, Deutschland, Polen und anderen nordischen Ländern nach Gravenstein gefunden. Das waren einige mehr als sonst. „Bei den Oldtimern schauen die Besitzer immer genau auf das Wetter. Sie bleiben zu Hause, wenn es regnet“, stellte Erik Krogh fest.
350 Harleys konnten ebenfalls in Gravenstein bewundert werden. Gefeiert wurden außerdem das dänische Nimbus-Motorrad mit seinen 100 Jahren, und der 80-jährige Volkswagen.

Stolz konnte die 24-jährige Katharina Dierks-Misch aus Kolding ihren feinen Käfer, Jahrgang 1963, präsentieren. Sie kommt eigentlich aus Düppel. Volkswagen hat sie schon immer geliebt. „Den hab ich gekauft, als ich noch nicht mal einen Führerschein hatte. Ich hab schon immer die Modelle von den Siebzigern am liebsten gemocht“, gibt sie lächelnd zu. Sie und ihr Bruder sind große Fans von VW. Ihr „De Luxe 1200“ war mal ganz weiß, als sie ihn vor sechs Jahren auf Seeland erwarb.

„Der Wagen kostete 40.000 Kronen. Alles nur Schrott: er war nur 15.000 Kronen wert“, meint sie. Alles hat sie teilweise selbst wieder hergerichtet. Heute ist ihr Käfer weiß und rot und hat feine Verzierungen. „Alles ist neu. Er ist sandgeblasen und wurde mit Epoxy behandelt. Ich liebe ihn. Und bei einem Volkswagen ist nicht alles nur viereckig. Ich habe alles ganz nach meinem Geschmack gemacht. Die Lamelgardinen kommen übrigens nächste Woche“, schwärmt die 24-Jährige. Ihren Freund hat Katharina übrigens beim Volkswagenklub in Kolding getroffen. Er hatte seinen Käfer neben ihrem auf dem Ringreiterplatz geparkt.

Erik Bach
Erik Bach mit seiner blauen Nimbus. Foto: Karin Riggelsen

Vom alten Ford bis zur Nimbus aus den 1920ern

Arne Boldsen aus Höruphaff (76) beugte sich über einen schönen alten Ford. „Den kenne ich noch von früher. Als ich selber Führerschein machte“, so der Pensionär. Er war begeistert von der alten Ausstattung und nicht zuletzt auch auch dem Blinker, der an der Seite des Autos nach außen kippt.

In der Nimbus-Abteilung erzählte unter anderem Erik Bach aus Höruphaff von seinem Rad aus dem Jahre 1926. „Die Nimbus hab ich vor 56 Jahren bei dem Händler Knudsen in Holstebro erworben. Ich hab damals 900 Kronen bezahlt“, so Bach. Von der Nimbus kann er sich einfach nicht trennen, und das Motorrad hat noch immer die blaue Originalfarbe. „Die soll auch nicht übergemalt werden. Sie soll original bleiben, genau wie ihr Besitzer“, gibt Erik Bach zu. Zu Hause hat der Motorrad-Liebhaber ganze drei Mofas und acht Motorräder.

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