Verkehrsprojekt

Hafenmeile: Unter Palmen statt neben Autos

Hafenmeile: Unter Palmen statt neben Autos

Hafenmeile: Unter Palmen statt neben Autos

Sonderburg/Sønderborg
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Bedienung Freja Chmiel erwartet vor dem Restaurant Mattone ab sofort mehr Gäste. Foto: Sara Wasmund

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Seit dem 1. Juli ist die Sønder Havnegade in Sonderburg für den Verkehr gesperrt. Für Eisdielenbetreiber und Restaurantbesucher ein Tag der Freude.

Autos, Motorräder und Fahrräder müssen draußen bleiben: Vom 1. Juli bis zum 1. September ist die Sønder Havnegade für den Straßenverkehr gesperrt. Die Flaniermeile am Sonderburger Hafen liegt zwischen Schloss und Klappbrücke, und seit Donnerstag können Restaurant- und Cafébesucher am Straßenrand sitzen, ohne von Motorenlärm und Abgasen belästigt zu werden.

Pro Restaurant 20 Tische mehr

Freja Chmiel arbeitet als Bedienung im Restaurant Mattone und im Bistro Grand Mère direkt am Hafen. Sie hat seit Donnerstag 20 Tische zusätzlich zu bewirten – pro Restaurant. „Das wird spannend, und wir erwarten mehr Gäste als bislang. Vielleicht nicht gerade heute am ersten Tag“, sagt sie mit Blick in den wolkenverhangenen Himmel, „aber spätestens am Wochenende wird hier deutlich mehr los sein als sonst.“

Das Restaurant Mattone hat durch die Straßensperrung einen zusätzlichen Bereich für die Außengastronomie erhalten. Foto: Sara Wasmund

Sie empfindet die Straßensperrung als große Erleichterung. „Man musste bislang andauernd gucken, ob ein Auto kommt. Und jetzt ist es sehr viel stimmungsvoller. Jetzt entsteht hier eine Art Nyhavn-Atmosphäre.“ Während im Bistro Olivenbäume auf die Straße gestellt werden, um den Sitzbereich zu verschönern, werden die Gäste im Mattone unter Palmen statt neben Autos sitzen.

Eine entspanntere Atmosphäre

Im Eiscafé „Iskonditoriet“ freuen sich Caroline Wrang und Ida von Oldenburg über die neue Ruhe und den neuen Raum für Sitzplätze an der Sønder Havnegade. „Es war gerade an einem Sonnabend oft ziemlich voll, und man musste schnell sein, um einen Sitzplatz zu erhalten“, sagt Ida von Oldenburg. „Durch die zusätzlichen Tische wird das jetzt deutlich entspannter.“

Caroline Wrang (r.) und Ida von Oldenburg genießen die Ruhe vor dem Eiscafé an der Sønder Havnegade. Foto: Sara Wasmund

Es sei auffallend angenehm, dass die Autos nicht dauernd vorbeifahren, sagt Caroline Wrang. „Das war gerade abends mit einer Straße direkt neben den Tischen nicht immer ungefährlich. Dass hier jetzt keine Autos mehr fahren, ist einfach megagut!“

Zweimonatige Probephase

Die zweimonatige Schließung der Straße ab Brogade und Nørrebro ist ein Versuch. Die Kommune Sonderburg will die Verkehrsführung in der Innenstadt verbessern, die Probephase soll neues Wissen und Daten bringen, um eine dauerhafte Lösung zu finden.

Die Durchfahrt der Sønder Havnegade war im Juli und August 2021 nicht möglich. Foto: Sara Wasmund

Durch die Sperrung der Sønder Havnegade war das Verkehrsaufkommen durch die Sonderburger Innenstadt, vor allem über die Straßen Jernbanegade und Perlegade bereits am ersten Tag deutlich erhöht. Die Sperrung der Sønder Havnegade wird am Morgen des 1. Septembers wieder aufgehoben.

Es sei ein Versuch, so die Vorsitzende des zuständigen Ausschusses für Technik und Umwelt, Aase Nyegaard (Fælleslisten). „Wir benötigen Erfahrungswerte, bevor wir eine dauerhafte Lösung für die Sdr. Havnegade beschließen“, so die Stadtratspolitikerin. „Eine Sperrung der Straße wäre sicherlich optimal, wenn wir eine Touristendestination der Spitzenklasse sein wollen.“

Der neue Außenbereich an der „Iskonditoriet“ Foto: Sara Wasmund
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