Kunstszene

Augustiana: „Endlich können die Besucher diese Kunst sehen“

Augustiana: „Endlich können die Besucher diese Kunst sehen“

Augustiana: „Endlich können die Besucher diese Kunst sehen“

Augustenburg/Augustenborg
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„Glowbaby“ von Erik Hällman Foto: Sara Wasmund

Nach Monaten ohne Besucher kann das Kunstzentrum Augustiana endlich zeigen, was es zu bieten hat: Eine experimentelle Ausstellung und phänomenale Installationen im Park.

Es ist eine Stunde vor Wiedereröffnung des Kunstzentrums Augustiana, und Kunstkonsulentin Hanne Lundgren Nielsen ist dabei, die letzten Vorbereitungen zu treffen.

Die Informationen zu den geltenden Corona-Regeln sind aufgehängt und zurechtgelegt, im Weißen Palais liegen, stehen und hängen die Werke der drei Künstler, die die erste Ausstellung des Jahres gestaltet haben. „Ankunft“ heißt die Schau, die am 21. April eröffnet und bis Mitte Mai zu sehen ist.

Kunst zeigen und vermitteln

„Ich freue mich wirklich sehr darauf, diese Kunst endlich mit jemandem teilen zu können, diese Kunst zu zeigen und zu vermitteln“, sagt Hanne Lundgren Nielsen, die das Kunstzentrum im Auftrag der Kommune Sonderburg leitet.

Eine Kunstinstallation von Mia Line im Park Foto: Sara Wasmund

„Endlich ist die Zeit ohne Besucher vorbei, und es kommen wieder Menschen ins Haus. Ich hatte auch während der Schließung viel zu tun, mit Anträgen und administrativen Dingen. Aber unser eigentlicher Auftrag, unsere Herzensangelegenheit ist es, Kunst zu zeigen und zu vermitteln. Das war, als würde man ein großes Fest vorbereiten, aber keiner darf kommen“, beschreibt es die Kunstkonsulentin. „Endlich können die Besucher diese Kunst sehen.“

Doch seit Mittwoch um 12 Uhr sind diese Zeiten vorbei – und die Türen des Weißen Palais sind geöffnet – dienstags bis sonntags von 12 bis 16 Uhr, der Eintritt ist kostenlos.

Kunstkonsulentin Hanne Lundgren Nielsen im Weißen Palais, wo die erste von sechs Ausstellungen eröffnet hat. Foto: Sara Wasmund

Die erste von insgesamt sechs Ausstellungen heißt „Ankunft 2021“. Drei Abgangsschüler der Königlichen Dänischen Kunstakademie zeigen ihre Abschlusswerke. Astrid Sonne präsentiert unter der Überschrift „Things do not exist without being full of people” Installationen aus weißen Tennisstrümpfen, die im ganzen Raum verteilt sind – und geradezu in die Wände zu kriechen scheinen.

Kunstkonsulentin Hanne Lundgren Nielsen hinter Werken von Astrid Sonne Foto: Sara Wasmund

Erik Hällman hat sich für seine teils großflächigen Collagen von einem schwedischen Atomkraftwerk und dem umliegenden Naturschutzgebiet inspirieren lassen. Dialoge aus Stoffbuchstaben, Details aus Fundstücken, Textilien und Pappe machen seine Bilder zu Hinguckern, die es zu erkunden gibt.

Inspiriert vom Atomkraftwerk

Mit übergroßen getöpferten Geburtstöpfen mitten im Raum verteilt, stellt Kåre Frang die Frage nach dem lebensverändernden Wandel und der Hilfsbereitschaft innerhalb der Gesellschaft. Eine Videoinstallation zeigt eine immer wieder hinfallende Person.

Überdimenisonale Geburtstöpfe stellt Künstler Kåre Frang im Weißen Palais zur Schau. Foto: Sara Wasmund

„Diese Ausstellung ist unsere experimentellste in diesem Jahr“, sagt Hanne Lundgren Nielsen. Weitere fünf Ausstellungen werden in diesem Jahr folgen (siehe Infokasten).

Im Park des Kunstzentrums sind ganz ohne Öffnungszeiten neun Kunstinstallationen zu sehen. Vor dem Haus auf dem Rasen weiden drei übergroße, 3-D-gedruckte Vögel, neben dem Palais steht eine meterhohe Spirale in Gold oder ein Beet mit nordschleswigschen Dialektwörtern. Die Stiftung Fabrikant Mads Clausens Fond hat die Kunstwerke im Park bezuschusst.

Eine Installation von Mikkel Carl Foto: Sara Wasmund

Die Stiftung Det Obelske Familiefond und die staatliche Kunststiftung „Statens Kunstfond” haben die sechs Ausstellungen im Weißen Palais und im Roten Palais mitfinanziert.

„Das Programm für 2021 sieht unglaublich spannend aus“

„Das Programm für 2021 sieht unglaublich spannend aus, ich hoffe also wirklich, dass Ansteckungslage und Restriktionen die Möglichkeit geben, rauszugehen und Kunst und Kultur zu erleben, nicht zuletzt in der schönen Umgebung in und um Augustiana“, sagt Stadtratspolitiker Stephan Kleinschmidt (SP), der Vorsitzender des Ausschusses für Kultur ist.

Hanne Lundgren Nielsen freut sich in coronasicerer Umgebung auf ihre Gäste. Foto: Sara Wasmund

Im vergangenen Jahr besuchten rund 6.000 Menschen das Kunstzentrum Augustiana – die vielen Besucher im Park nicht mitgezählt. Für 2021 lautet das Ziel 10.000 Gäste.

Mit den großen Räumen und den getroffenen Vorkehrungen wie Eingangskontrollen, Mund-Nasen-Schutz und Desinfektionsmittel ist ein Besuch in Augustiana sicher, davon ist Leiterin Hanne Lundgren Nielsen überzeugt.

Folgende Ausstellungen plant Augustiana für 2021

  • „Ankunft 2021“, 21. April-16. Mai. Abschlussprojekte von Studierenden der Dänischen Kunstakademie 2020. Mit Kåre Frang, Erik Hällman und Astrid Sonne. Video, Collage, Skulptur und Installation.
  • „Transformer“ von Julie Boserup, 22. Mai-25. Juli. Säulen, Collagen und Installationen zu den Themen Architektur, Dekoration und Geschlecht. Interaktive Ausstellung mit Fotos von lokalen Bürgern.
  • „Excavating a Coded Future“ von Georg Juganov, 25. Juni-19. September. Ausstellung im Palais und im Park zu den Themen Geologie, Landschaft und Lokalgeschichte. Inklusive Kunstwanderungen und Workshops.
  • „One for Sorrow, Two for Joy“ von Albin Werle, 29. Juli-19. September. Interaktive Kunstwerke und Spiele in einer Kunstwerkstatt, in der Besucher interagieren können.
  • „En Claydies Affære“ von Tine Broksø und Karen Kjældgård-Larsen, Spätsommer/Herbst 2021. Kunsthandwerk und Kunst. Keramik und Skulpturen sowohl im Weißen Palais als auch im Park.
  • „LAILA UTI – reprise“ von Mette Winckelmann, 24. September-28. November. Ursprünglich für März 2020 geplant, durch den Shutdown war die Ausstellung aber nur kurz zu sehen. Meterhohe architektonische Skulpturen aus Malerei, Textilien und Geräusche.
  • Der Eingang in die Palais ist kostenlos, die Kunsthallen haben dienstags bis sonntags von 12 bis 16 Uhr geöffnet.
  • Besucher müssen einen Corona-Pass vorzeigen, der eine komplette Impfung, einen negativen Test (maximal 72 Stunden alt) oder eine überstandene Corona-Infektion dokumentiert. In den Ausstellungsräumen herrscht Maskenpflicht.

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