Sozialpolitik

So sieht die Bleibe an der Kastanie Allé aus

So sieht die Bleibe an der Kastanie Allé aus

So sieht die Bleibe an der Kastanie Allé aus

Sonderburg/Sønderborg
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Seit Dezember 2020 ist „Friheden“ in Gebrauch, am Mittwoch fand die offizielle Einweihung statt. Foto: Sara Wasmund

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In einem Hinterhof an der Innenstadt ist ein neuer Treffpunkt entstanden, an dem Menschen mit sozialen Herausforderungen tagsüber zusammenkommen können. Am Mittwoch ist die Bleibe offiziell eröffnet worden.

Rund 25 bis 30 Personen nutzen tagsüber die Trinker-Bleibe an der Sonderburger Innenstadt, die von der Kommune Sonderburg zur Verfügung gestellt wird.

An der Kastanie Allé hat die Kommune einen neuen Straßen-Treff eingerichtet, nachdem die alte Bleibe am Parkplatz neben der Reimers-Schule wegen Bauarbeiten geschlossen werden musste.

Gebäude statt Container

Seit einem halben Jahr ist die neue Bleibe namens „Friheden“ an der Kastanie Allé in Gebrauch. Am Donnerstag konnte sie nach Ende der Corona-Restriktionen nun auch offiziell eingeweiht werden.

Die Nutzer sind aus einem kleinen Container in ein neues Gebäude mit Toiletten, Küche und Aufenthaltsraum umgezogen, vor dem Gebäude gibt es Bänke und Schattensitzplätze.

Mia Toftemark freut sich über einen neuen Ort, an dem sie andere Menschen treffen kann. Foto: Sara Wasmund

Mia Toftemark ist eine der Nutzerinnen. Sie ist froh über die neue Bleibe. „Hier ist viel mehr Platz, und alles ist größer und schöner“, sagt die 32-Jährige.

Für sie ist der Aufenthaltsort eine Möglichkeit, mit anderen Menschen Gemeinschaft zu erleben. „Ich nutze das Angebot, seit ich etwa 19 Jahre alt war. So sitze ich nicht alleine in der Wohnung, und ich habe viele Freunde kennengelernt.“

„Es ist jetzt sehr viel entspannter“

Musiker Martin Michael Jakobsen spielt jeden Sonntag seinen Sonntags-Jazz an der Bleibe. „Es ist jetzt sehr viel besser. Wir haben mehr Platz, und das entspannt alles“, so der Musiker.

Stadtratspolitiker Preben Storm bei der Eröffnungsrede Foto: Sara Wasmund

Als Stadtratspolitiker und Vorsitzender des Sozialausschusses hielt Preben Storm (Soz.) eine Rede. „Seit Anfang 2020 haben wir an Plänen für die neue Bleibe gearbeitet. Für mich als Politiker war es immer wichtig, dass ihr mit einbezogen wurdet. Ich finde, das ist uns gut gelungen. Diese Bleibe ist euer Ort, wo ihr eure Freiheit habt. Nahe an der Stadt und doch für euch.“

Jeden Morgen gibt es frischen Kaffee und Brötchen

Linda Pedersen besucht den Trinker-Treffpunkt unter der Woche jeden Tag. Als Straßen-Krankenschwester kommt sie jeden Morgen mit Kaffee und belegten Brötchen vorbei, spricht mit den Anwesenden und hilft bei Gesundheitsfragen oder Behörden-Angelegenheiten.

Linda Pedersen hält den Kontakt zwischen Kommune und den Nutzern des Treffs aufrecht. Foto: Sara Wasmund

„Ich mache das nun schon seit sechs Jahren. Ich sehe mich als Bindeglied zwischen Kommune und den Menschen, die diesen Treffpunkt nutzen. So bleiben wir miteinander in Kontakt, und ich kann Ratschläge geben, Arztbesuche absprechen oder mit zum Arzt gehen“, so Linda Pedersen.

„Ich finde, dass ich den besten Job der Welt habe. Die Menschen hier sind etwas ganz Besonderes und eine wirkliche Bereicherung.“

Ein großer Aufenthaltsraum mit integrierter Teeküche liegt im Inneren des Gebäudes. Foto: Sara Wasmund
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