Ærø-Alsen

Danfoss sieht großes Potenzial im Fährverkehr

Holger Jepsen, JydskeVestkysten
Sonderburg/Sønderborg
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Die Ellen im Hafen auf Ærø. Foto: Andrea Bisgaard, JydskeVestkysten (Archiv)

2019 soll die weltgrößte Elektro-Fähre Ærø mit Nordschleswig verbinden. Der Start ist um anderthalb Jahre verzögert, die Kosten sind laufend gestiegen. Doch Nordschleswigs Großarbeitgeber Danfoss erwartet viel von der Elektrifizierung der Seefahrt.

Die Geschichte der stärksten Elektro-Fähre der Welt, M/F Ellen, ist auch die Geschichte einer Reihe von Verspätungen und Budgetüberschreitungen.

Diese Woche wurde zwischen der Kommune Ærø und der Søby Werft auf Ærø Einigung erzielt – wodurch die Inselkommune weitere 8,4 Millionen Kronen für das prestigeträchtige Projekt bereitstellt, das von der EU mit 125 Millionen Kronen unterstützt wird, berichtet JydskeVestkysten. Der Anteil der Kommune Ærø pendelt sich mit der letzten Werftrechnung bei 100 Millionen Kronen ein. Nur rund 6.000 Menschen leben auf Ærø – hochgerechnet auf die Einwohnerzahl der Kommune Sonderburg wären das 1,3 Milliarden Kronen für ein Infrastrukturprojekt.

Keine unbedeutende Investition also, aber auch ein Projekt, für das Dänemarks größtes Industrieunternehmen, Danfoss mit seiner Zentrale auf der nordschleswigschen Insel Alsen, große Perspektiven und Potenzial sieht.

„Ellen ist ein Beispiel für die Zukunft des elektrischen Transports. Er ist sauberer, grüner und effizienter. Wir wollen dabei sein, die Welt zu verändern und weniger Verunreinigungen zu schaffen. Die Leute werden verstehen, dass sich die Dinge ändern müssen. Dass das Einzige, was die globale Erwärmung aufhalten kann, die Elektrifizierung ist. Vielleicht sind die Leute nicht davon überzeugt, dass es sich auszahlen kann, aber das werden wir mit Ellen beweisen“, sagt Kimmo Rauma, Vizepräsident von Danfoss Editron, zu JydskeVestkysten.

Der Unterschied zwischen der alten Fähre Skjoldnæs und der neuen Fähre Ellen ist wie der Wechsel von einem alten Diesel zu einem Tesla. Danfoss liefert die Elektromotoren und das elektrische Steuersystem, die die Fähre zwischen Søby und Fünenshaff antreiben sollen.

Die Fähre wartet weiter auf ihre Batterien. Foto: Andrea Bisgaard, JydskeVestkysten (Archiv)

Batterien lassen auf sich warten

Zunächst war der Plan, dass die Fähre im Sommer 2017 in See stechen sollte. Doch das wurde schnell zurückgenommen und es folgte Verspätung auf Verspätung. Die kommunale Reederei Ærøfærgerne rechnet jetzt mit einem Start frühestens im ersten Quartal 2019.

Zuletzt war es der Lieferant der Batterien, die französische Firma Leclanché, der mitteilte, dass die Batterien erst kurz vor Weihnachten geliefert werden können. Danach muss die Fähre noch eine Reihe von Tests und Übungen durchlaufen, bevor der Betrieb aufgenommen werden kann.

In Dänemark alleine gibt es mehr al 50 küstennahe Fährverbindungen, bei denen Fähren kleinere Inseln ansteuern. Viele der Fähren wurden vor mehr als 40 Jahren gebaut und stehen vor einer Ablösung. Elektrische Schiffe könnten dabei eine Hauptrolle spielen, denn die Technologie ist bereits soweit entwickelt, dass die Motoren, die stark umweltschädliche Treibstoffe verwenden, nicht mehr nötig sind.

„Ellen wird zeigen, wie es sein sollte und wie es sein wird“, sagt Kimmo Rauma.

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