Der Bau beginnt

Wildschweinzaun: Behörde sammelt erste Erfahrungen

Paul Sehstedt
Kolonisthuse
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Die Firma SER-Hegn ergatterte den Millionenauftrag, den Wildschweinzaun entlang der Grenze zu errichten. Foto: Paul Sehstedt

Um sich vor der Afrikanischen Schweinepest zu schützen, wird seit Montag ein Zaun entlang der deutsch-dänischen Grenze gebaut. Auch ein Elektrozaun als zusätzliche Sicherung ist angedacht – der Projektabschluss ist für Herbst 2019 vorgesehen.

„Wir lassen den Zaun nach den Vorgaben der Lebensmittelbehörde ziehen.“ So beantwortet Oberförster Bent Rasmussen von der dänischen Naturbehörde in Randbøldal die Frage des „Nordschleswigers“, ob der viel kritisierte Wildschweinzaun mit 150 Zentimeter Höhe nicht zu niedrig ist. Rasmussen zuckt mit den Schultern und eilt weiter zu der Maschine, die am Montag am Kolonisthusevej den ersten Pfahl des Zaunes in den weichen Erdboden hämmern soll.

Eine Meute von Medienvertretern aus dem In- und Ausland umlagern Rasmussen und die Mitarbeiter des ausführenden Unternehmens SER-Hegn, die am Montagvormittag das erste Teilstück des rund 70 Kilometer langen Projekts in Angriff genommen haben.

Punkt zehn Uhr wurde der erste Pfosten des 70 Kilometer langen Wildschweinzauns ins Erdreich gehämmert. Oberförster Bent Rasmussen (Bildmitte) gab das Signal. Foto: Paul Sehstedt

„Der kleine Wall dort wird ein Problem darstellen“, prognostiziert der Landesvorsitzende von Dansk Land- og Strandjagt, Erik Clausen aus Sonderburg, ein heißer Befürworter des Zaunes. „Vom Wall aus können die Wild-schweine problemlos über den Zaun hinwegspringen und das muss mit einem zweidrahtigen Elektrozaun verhindert werden“, fährt der Jäger fachmännisch fort.

„Wir müssen den Zaun bauen, um zu verhindern, dass ausländische Wildschweine den hiesigen Bestand anstecken“, erläutert Clausen. „Können wir einen Zuzug vermeiden, können wir gesunde dänische Wildschweine erlegen – und das ist sehr viel wert.“

Auch der Vorsitzende von Landbo Syd, Mogens Dall, hat den etwa 50 Zentimeter hohen Erdwall bemerkt, auf dessen Scheitel die deutsch-dänische Staatsgrenze verläuft. „Der Zaun darf nicht auf dem Wall gebaut werden“, erläutert der Landwirtschaftsvertreter, während er das Einlassen der ersten Zaungittersektion beobachtet.

EkstraBladets Vertreter brachten ein Papp-Wildschwein mit, um ihren Lesern das Projekt des Wildschweinzaunes zu verdeutlichen. Foto: Paul Sehstedt

Ein Teil des Gitters wird im Erdreich stecken. Um zu verhindern, dass Wildschweine die Barriere untergraben. Für Dall und seine Organisation ist der Zaunbau eine logische Konsequenz, um die dänische Schweineproduktion vor der Ansteckungsgefahr mit der afrikanischen Schweinepest, die unter anderem durch Wildschweine übertragen werden kann, zu bewahren.

„Das wäre eine Katastrophe. Nicht nur für die Schweinezüchter, sondern auch für die dänische Exportwirtschaft, die Einnahmen aus Drittländern von rund elf Milliarden Kronen einbüßen würde“, so der Landbo-Syd-Chef.

„Der Zaun ist nicht das Alpha und Omega“, urteilt Jørgen Stenstrup von Alsen, den die Neugierde nach Kolonisthuse zog. „Aber besser als garnichts.“ Foto: Paul Sehstedt

Im Herbst soll der Zaun fertiggestellt werden. Vorläufig werden sechs Teilstücke von je einem Kilometer Länge errichtet, um Erfahrungen zu sammeln und mögliche Nachbesserungen vorzunehmen.

Alle 100 Meter wird ein Durchlass von 20x20 Zentimeter eingerichtet, um Kleintieren den Übergang zu ermöglichen. Für Fußgänger wird jeden Kilometer eine Luke in den Zaun eingebaut. Zwischen diesen Passiermöglichkeiten werden Trittstufen montiert, um so ein Hinwegsteigen zu erlauben.

Oberförster Bent Rasmussen (r.) von der Naturbehörde informiert sich über die Arbeit am Zaun. Die Naturbehörde lässt nach Anweisungen der Lebensmittelbehörde die Errichtung des Wildschweinzaunes ausführen. Foto: Paul Sehstedt

An den Schengen-Grenzübergängen sowie an breiten Wasserläufen wird kein Zaun gezogen; zwanzig solche Löcher werden in der Wildschweinbarriere entstehen.

Das Unternehmen SER-Hegn aus Fredericia baut für 30,4 Millionen Kronen den Zaun.

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