Verkehrssicherheit

Überladen fahren: Teuer und gefährlich

Dirk Thöming
Apenrade/Aabenraa
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Oft ist es schwer zu sagen, ob der Trailer überladen ist. Dann hilft eventuell ein Blick ins Internet nach der spezifischen Dichte von Holz oder Kies und eine Überschlagsrechnung, wieviel die Ladung wohl wiegt. Foto: Wikimedia Commons

In einer Umfrage des dänischen Rates für Verkehrssicherheit gaben 29 Prozent der Befragten zu, wahrscheinlich mit überladenem Anhänger gefahren zu sein. Hohe Bußgelder drohen – und der Anhänger kann ins Schlingern geraten.

Frühjahrszeit ist Gartenzeit, und da steht so manche Fahrt zum Recyclinghof, Gartencenter und Baumarkt an, um frische Pflanzenerde oder Baustoffe für den Garten zu holen.

Der Rat für Verkehrssicherheit in Dänemark, Rådet for Sikker Trafik, macht darauf aufmerksam, dass besonders kleinere, leichte Anhänger sehr schnell überladen sind. Die Anhänger ohne eigene Bremse werden dann nicht nur zu einer Gefahr im Straßenverkehr, sondern es drohen auch hohe Bußgelder.

Die Verbraucher-Organisation hat eine aktuelle Studie zu dem Thema erstellt. Etwa ein Drittel der Befragten gab an, dass sie einen Pkw-Anhänger haben oder genutzt haben. „Und 29 Prozent derjenigen, die in den vergangenen zwölf Monaten den Anhänger benutzt hatten, antworteten, dass sie nicht ganz sicher sind, ob sie nicht einmal oder mehrmals überladen gefahren sind“, so der Verkehrsrat.

Das Erschreckende daran ist, dass manche Ladung viel schwerer ist als es vom Volumen her aussieht. Und dass man denken könnte, es passt noch viel mehr drauf, obwohl das zulässige Gewicht bereits erreicht ist.

„Viele Fahrer eines Zugfahrzeuges unterschätzen ganz einfach das Gewicht der Menge, die bereits auf den Trailer geladen wurde. Und dann wird es gefährlich.“

Der dänische Automobilclub FDM hat zu der Studie einige praktische Hinweise veröffentlicht. Außer der zulässigen Anhängelast des Zugfahrzeuges ist das zulässige Gesamtgewicht des Trailers einzuhalten. Es kann hierzu Schilder am Trailer geben – aber diese sind nicht länger vorgeschrieben.

„Man muss sich danach richten, was in den Fahrzeugpapieren des Trailers steht. Wenn Sie von der Polizei angehalten werden, darf das gemessene Gewicht des Trailers mit Ladung nicht das zulässige Gesamtgewicht überschreiten.“ FDM hat in eindrucksvollen Fotos auch zusammengestellt, wie leicht ein Trailer überladen werden kann: Der ältere Beispiel-Trailer hat ein Eigengewicht von 175 Kilogramm und nur eine Zuladung von 325 Kilogramm. Allein 18 Beton-Bodenplatten 40 mal 40 Zentimeter oder 18 Stück 50-Liter-Säcke Mutterboden reichen, um die Zuladungsgrenze zu erreichen. Die Grenze ist ebenfalls mit einem kleinen Haufen Kies – 36 bis 40 Schaufeln – bereits erreicht.

Kann ins Schlingern geraten

Wer einen kleinen Trailer überlädt, riskiert in Dänemark schnell eine deftige Geldstrafe. Überladen kostet 75 Kronen pro Prozent Übergewicht. Die Minimalbuße beträgt 1.000 Kronen. Je kleiner der Hänger, desto weniger Kilogramm Übergewicht reichen, um horrende Summen zahlen zu müssen, falls man sich erwischen lässt.

„Wer 200 Kilo zu viel auf einen Hänger lädt, der 500 Kilo wiegen darf, riskiert eine Strafe von 3.000 Kronen, denn es handelt sich um 40 Prozent Übergewicht“, stellt der Verkehrssicherheitsrat fest.

Noch schwerer wiegt allerdings die Gefahr, die von falsch beladenen oder überladenen Trailern ausgeht.

„Überladung kann es sowohl im Verhältnis dazu geben, wie viel der Trailer isoliert wiegen darf, wieviel das Zugfahrzeug ziehen darf, und welche Anhängelast im Führerschein des Fahrers als zulässig eingetragen ist“, so der Verkehrssicherheits-Rat.

„Der Anhänger kann leicht ins Schlingern geraten, besonders bei Überladung, aber auch, wenn man das Gewicht nicht richtig verteilt hat. Dies gilt auch für Fahrten mit dem Wohnwagen. Daher kann es fatal enden, wenn man keinen Überblick darüber hat, mit welcher Beladung man eigentlich fährt“, sagt Søren Holten Jacobsen, Chef-Ausbilder in Fahrtechnik beim FDM Seelandring/Sjællandsringen.

Kaufempfehlung:

  • Neuere Trailer haben oft ein geringeres Eigengewicht und dürfen damit mehr zuladen.
  • Beispielsweise bei Brenderup gibt es Trailer mit 125 Kilogramm Eigengewicht und 625 Kilogramm Nutzlast - fast doppelt so viel wie im Textbeispiel.
  • Ungebremste Anhänger gibt es meist wahlweise bis 500 Kilo oder 750 Kilo Gesamtgewicht, welches die Obergrenze ist.
  • Ein Anhänger mit ca. 2 mal 1 Meter Ladefläche kostet ab etwa 4.000 Kronen (Hersteller Variant)
  • Es ist in jedem Fall zu beachten, wieviel Gewicht das Zugfahrzeug ziehen darf (Anhängelast). Maßgeblich ist hier das tatsächliche Gewicht des Anhängers, nicht das angegebene Gesamtgewicht. Ein leerer großer Hänger darf somit eventuell auch von einem ganz kleinen Auto gezogen werden.
  • Zusätzlich sind die Angaben im Führerschein zu beachten.

(Quelle: Færdselsstyrelsen und FDM).

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