Schulbeginn

Der Kinder wegen: Polizei kontrolliert wieder die Schulwege

Der Kinder wegen: Polizei kontrolliert wieder die Schulwege

Der Kinder wegen: Polizei kontrolliert wieder die Schulwege

Nordschleswig/Kopenhagen
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Ab Montag werden wieder mehr junge Radfahrerinnen und Radfahrer auf den Straßen unterwegs sein. Foto: Pressefoto Gjensidige

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Die Verkehrslage auf den dänischen Straßen ändert sich in der kommenden Woche – dann nämlich, wenn die Schulen wieder ihren Betrieb aufnehmen. Vor allem die Anzahl der Fahrräder vergrößert sich.

Achtung Autofahrerinnen und -fahrer: Am Montag enden die Schulferien in Dänemark und damit ändert sich auf die Verkehrslage wesentlich – dann sind nämlich wieder Tausende von jungen Leuten mit ihrem Fahrrad unterwegs.

Die Polizei für Nordschleswig und Südjütland hat angekündigt, vermehrt auf den Schulwegen unterwegs zu sein, vor allem mit Geschwindigkeitskontrollen. Aber auch Gurtmuffel und Handynutzerinnen und -nutzer werden vor allem in Schulnähe aus dem Verkehr gezogen.

Sichere Schulwege

Und das nicht nur in der kommenden Woche: Die Polizei wird die jungen Verkehrsteilnehmerinnen und -Teilnehmer in den kommenden Wochen schützend begleiten.

„Es ist wichtig, dass die Schulwege sicher sind. Daher führen wir jedes Jahr Kontrollen durch. Wir erleben immer wieder, dass Autofahrer an den Schulen keine Rücksicht nehmen und zu schnell fahren. Außerdem nutzen einige nicht ihre Sicherheitsgurte – und legen auch ihren Kindern keinen Gurt an“, sagt Polizeikommissar Mads Bruhn Lund von der Verkehrsabteilung.

Wichtig, über das Verkehrsverhalten zu reden

„Wir setzen in den kommenden Wochen massiv ein“, sagt der Polizeibeamte, der allerdings auch die Eltern dazu auffordert, mit ihren Kindern über ihr Verkehrsverhalten zu sprechen, damit diese die „richtigen und sicheren Entscheidungen“ im Verkehr treffen.

Dabei dreht es sich nicht nur um kleine Kinder.

Der dänische Verkehrssicherheitsrat hat auf seiner Webseite einen gründlichen Ratgeber veröffentlicht, wie Eltern mit ihren Kindern und Jugendlichen über das Radfahren reden können. Der Ratgeber ist in Themen und Altersstufen eingeteilt (in dänischer Sprache).

Fehler auf dem Rad

Es geht aber nicht nur darum, dass sich Autofahrerinnen und Autofahrer auf den Radverkehr und Spaziergängerinnen und Spaziergänger einstellen.

Das Versicherungsunternehmen Gjensidige hat vor Kurzem eine Liste darüber veröffentlicht, welche Regeln von Radfahrerinnen und Radfahrer nicht verfolgt werden.

In einer Studie geben 70 Prozent der Radlerinnen und Radler an, dass sie sich nicht immer an die Verkehrsregeln halten.

Auf Regelverstöße vorbereitet sein

Auf die Frage, welche Regeln die Befragten in den vergangenen drei Jahren übertreten haben, antworteten 1.500 Befragte:

  1. Auf dem Fußweg gefahren (36 Prozent)
  2. Bei Rot rechts abgebogen (34 Prozent)
  3. Auf dem Zebrastreifen gefahren (23 Prozent)
  4. Gegen die Fahrtrichtung gefahren (17 Prozent)
  5. Beim Radfahren SMS oder soziale Medien genutzt (15 Prozent)
  6. Bei Rot über die Kreuzung gefahren (12 Prozent)
  7. Mit dem Handy telefoniert (12 Prozent)

Nur rund ein Drittel der Befragten erklärt, gegen keine Regeln verstoßen zu haben.

Für Autofahrerinnen und -fahrer ist die Information darüber, wie sich Radfahrende im Verkehr verhalten können, ebenfalls wichtiges Wissen, damit sie jederzeit darauf vorbereitet sind.

Debatte: Gebührender Abstand

Indes diskutiert die dänische Politik gerade neue Verkehrsregeln, die es für den Radverkehr sicherer machen soll. Verkehrsministerin Trine Bramsen (Soz.) möchte die Abstandsregeln ändern.

In den jetzigen Verkehrsgesetzen heißt es, dass der Autoverkehr bei Überholmanöver „gebührenden Abstand“ zu den Radfahrerinnen und Radfahrern halten muss. Doch die Regeln sind zu unklar, meint die Ministerin, denn was genau ist „gebührender Abstand“.

In mehreren Ländern gibt es die konkrete Regel, dass der Abstand mindestens 1,5 Meter betragen muss – davon will sich Trine Bramsen nun inspirieren lassen.

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