Angeln

Die schönste Weise, Zeit zu verschwenden

Die schönste Weise, Zeit zu verschwenden

Die schönste Weise, Zeit zu verschwenden

Apenrade/Aabenraa
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Die Nase riecht Meer, die Lippen schmecken Salz – das ist Brandungsangeln. Foto: L. Ostergaard Jensen

In Nordschleswig bieten Auen, Seen und viele Kilometer Küste reichlich Möglichkeiten, die Ferien fischend zu verbringen – allein oder mit der Familie.

In Nordschleswig bieten Auen, Seen und viele Kilometer Küste reichlich Möglichkeiten, die Ferien fischend zu verbringen – allein oder mit der Familie.

Es gibt wahrscheinlich keine andere Freizeitbeschäftigung auf der Welt, mit der sich auf so wunderbare Weise so viel Zeit verschwenden lässt. Die Rede ist vom Angeln. Es soll Menschen, wahrscheinlich Männer, geben, die verlassen ihre Frau, kündigen ihre Arbeit, um sich dem Fischen vollends zu widmen. Tage, nächtelang stellen sie dem einen Riesenfisch nach, der vielleicht nie anbeißt, glücklicherweise nicht beißt, denn ist der Fisch des Lebens gefangen, was dann?

Abseits kompletter Fischverrücktheit macht Angeln vielen Menschen einfach Spaß, erfreut sich in Dänemark großer Beliebtheit und ist eine Sache, wie für die Ferien gemacht – ob allein, zu zweit, mit Freunden, mit der Familie, mit den Kindern, ob am Natur- oder am Forellensee, an einer nordschleswigschen Au oder am Meer. Angeln ist vielfältig. Die Techniken reichen vom Fliegenfischen und dem Angeln mit funkelnden Blinkern über das Fischen mit Pose bis zum Grundangeln. Gemeinsam ist ihnen die Grundausstattung: Rute, Rolle, Schnur, die je nach Angelart unterschiedlich ausfallen.

Gemeinsam ist ihnen auch die Spannung, die sie erzeugen, wenn die rot-gelbe Pose auf den Wellen tanzt, sich plötzlich bewegt und verschwindet, wenn in tiefster Dunkelheit die Aalglocke an der Rutenspitze den Biss auf den Tauwurm verkündet, der, mit einem Durchlaufblei beschwert, auf Grund liegt. Spannung, wenn ein harter Ruck durch die Rute fährt, nachdem der Angler oder die Anglerin stundenlang den Blinker, immer wieder in die Ostsee geschickt hat, wenn die selbst gebundene Trockenfliege in einem Strudel von der Oberfläche der Au verschwindet. Alles ist möglich. Zu jeder Zeit. Überall.

Regenbogenforelle
Eine frisch gefangene Regenbogenforelle. Foto: Jon Clark

Irgendetwas Schönes, Beeindruckendes lässt sich immer beobachten

Aber selbst wenn all das nicht passiert, ist Angeln schön. Selbst wenn unterhalb der Wasseroberfläche das Interesse an dem angebotenen Köder eher verhalten ist – irgendetwas passiert in der Natur immer, irgendetwas Schönes, Beeindruckendes lässt sich immer beobachten und bleibt hängen. Und ist man zu zweit oder zu mehreren, wird der nette Schnack nebenbei vielleicht zur Hauptsache. Angeln ist ein Volkssport. Und wo viele Menschen das Gleiche tun, muss es dann doch Regeln geben, damit alle etwas davon haben. Daher gibt es Mindestmaße und Schongebiete, deren Beachtung für Sportfischer selbstverständlich sein sollten – genauso wie der Respekt vor dem Lebewesen Fisch. Sehr gut hat das Umwelt- und Nahrungsmittelministerium die Regeln auf seiner Homepage aufbereitet.

Nordschleswig ist wasser- und fischreich. Im Westen finden die saftig-grünen Wiesen der Marschen am Wattenmeer ihr Ende, die Nordsee brandet an den breiten Sandstrand Röms. Im Osten bieten dem Angler der Kleine Belt, die Flensburger, Haderslebener und die Apenrader Förde gute Angelmöglichkeiten, wie auch der Alsen Sund und die Genner Bucht. Die Insel Alsen ist unter Meerforellenangeln berühmt. Auen, von zahlreichen Bächen gespeist und auf Größe gebracht, durchziehen Nordschleswig von Ost nach West. Hinzu kommen Seen und viele, viele Forellenteiche, die die Angler mit Regenbogenforellen locken.

Foto: Mike Burke

Der rechtliche Rahmen

Vor allem zu beachten sind:
1. Besitz eines gültigen Sportfischerscheins
2. Mindestmaße und Schonzeiten
3. Schutzzonen im Meer (Fredningsbælter)
4. besondere Regeln im Süßwasser

1. Sportfischerschein
Alle Personen im Alter zwischen 18 und 65 Jahren, die in Dänemark angeln wollen, müssen im Besitz eines gültigen staatlichen dänischen Sportfischereischeins sein. Unter Sportfischerei ist das Fischen mit leichten Handgeräten (u. a. Angel) zu verstehen. Der Fischereischein berechtigt zum Fischen mit der Angel und anderen leichten Handgeräen in dänischen Süßwassersystemen und Seen sowie im Meer. Es ist zu beachten, dass bei Süßgewässern das Fischereirecht in privater Hand sein kann. Dann muss auch die Zustimmung des Besitzers des Fischereirechts für das betreffende Süßwassergebiet oder den See eingeholt werden, eventuell gegen Bezahlung.
Zum Fischen in „Put-and-Take“-Seen (Forellenseen d. Red.) ohne Abfluss in natürliche Süßwassersysteme ist kein staatlicher Sportfischereischein erforderlich.
Quelle: Miljø- og Fødevareministeriet

2. Mindestmaße – eine Auswahl:
Süßwasser
Bachforelle: 30 cm, Hecht: 60 cm, Aal: 45 cm, Meerforelle: 40 cm, Zander: 50 cm

Salzwasser
Barsch: 20 cm, Meerforelle: 40 cm, Lachs: 60 cm, Dorsch 35 cm (Ostsee), Aal 40 cm Goldbutt (rødspætte) 25 cm, Flunder (skrubbe) 23 cm (Belte), Kliesche (ising) 25 cm, Steinbutt (pighvar 30 cm), Glattbutt (slethvar) 30 cm
Quelle: Miljø- og Fødevareministeriet

3. Schutzzonen
Dort, wo ein Bach oder ein Au ins Meer mündet, sind Schongebiete eingerichtet, hinzu kommen Sonderschongebiete. Eine Übersicht liefert das zuständige Ministerium auf seiner Internetseite.

4. Besondere Regeln
Vereine, die fließende oder stehende Gewässer bewirtschaften und Gastkarten ausgeben, können besondere Regeln aufstellen und tun dies auch. So müssen Gastangler, die in Bächen und Auen, die lachsartige Fische beherbergen, besondere Regeln beachten. Zudem gibt es Fangquoten, die im Sommer schon erschöpft sein können, gerade wenn es um sehr große Fische geht. Auch wird der Aal in einigen Gewässern komplett geschützt, weil er selten geworden ist. Die Internetseiten der Vereine geben Auskunft.

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