Minderheiten in Europa

Großer Verdienstorden des Landes Südtirol für Hans Heinrich Hansen

Jan Peters/Cornelius v. Tiedemann
Bozen/Ekensund
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Hans Heinrich Hansen
Hans Heinrich Hansen. Foto: Karin Riggelsen

Große Auszeichnung für Hans Heinrich Hansen: Der ehemalige Hauptvorsitzende des BDN und der FUEN bekommt den großen Verdienstorden der autonomen Provinz Südtirol in Norditalien. Hintergrund ist vor allem sein Einsatz für die europäische Minderheiteninitiative MSPI.

Am 5. September werden auf Schloss Tirol bei Meran die Großen Verdienstorden des Landes Südtirol überreicht. Es ist die höchste Auszeichnung, welche das Land Südtirol vergibt. Mit dem Orden werden Persönlichkeiten geehrt, die die Geschicke der autonomen Provinz – von außen – maßgeblich mitgestaltet haben. Dazu zählt nach Auffassung der Landesführung auch der in Ekensund lebende Nordschleswiger Hans Heinrich Hansen.

In der Begründung heißt es: „Als langjähriger Vizepräsident (1994-2007) und Vorsitzender (2007-2016) der FUEN (Föderalistische Union Europäischer Nationalitäten), galt Hansens überzeugter und überzeugender Einsatz Europa, sein Auftrag sind die Minderheiten und Volksgruppen. Das, was Südtirol aber ganz besonders mit Hans Heinrich Hansen verbindet, ist die Minority Safepack Initiative (MSPI), die europäische Bürgerinitiative für mehr Minderheitenrechte in Europa: eine Initiative, die 2018 nach erfolgreichem Abschluss gefeiert wurde und zu der Hans Heinrich Hansen einen entscheidenden Beitrag geleistet hatte. Es war Hansen, der diese Initiative als FUEN-Präsident und als Vorsitzender der MSPI auf den Weg und damit Europa in die Verantwortung für Minderheiten brachte.“

Die Auszeichnung wird damit gleichzeitig der MSPI vergeben.

Hans Heinrich Hansen

Hansen bezeichnete es im Gespräch mit dem Nordschleswiger als „große Ehre“, den Orden verliehen zu bekommen. „Die Auszeichnung wird damit gleichzeitig der MSPI vergeben. Durch sie ist die Minderheitenfrage auf die europäische Agenda gekommen“, so der Ekensunder.

Verbunden ist er mit Südtirol durch die Arbeit in der FUEN und der MSPI. „Die erste FUEN-Sitzung im Jahr hat in meiner Zeit als Präsident immer in Bozen stattgefunden. Nordschleswig und Südtirol verbindet besonders das sehr ähnliche Minderheitenmodell. Außerdem ist auf der FUEN-Delegiertenversammlung in Brixen die Entscheidung getroffen worden, die MSPI zu starten“, so Hans Heinrich Hansen. Er sei jedoch nicht der einzige, der hinter dem Erfolg der Minderheiteninitiative stehe: „Vielmehr sind es die vielen Helfer, die den Erfolg möglich gemacht haben.“
Am Montag macht sich der 80-Jährige auf den Weg nach Südtirol. Den Dienstag werde er nutzen, um sich von der langen Anreise zu erholen und fit zu sein, für den Mittwoch, berichtet er. Schon am Donnerstag werde er am späten Abend wieder zu Hause sein.

Bewegte Vita

Hansen wuchs als Sohn einer Apothekerfamilie in Hadersleben auf und leitete über Jahre ein Kleintierhospital im Heisagger. 1993 bis 2006 war er Hauptvorsitzender des Bundes Deutscher Nordschleswiger. Vor dem Großen Verdienstorden des Landes Südtirol wurde er unter anderem bereits mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse, dem Dannebrogorden, dem Großen Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland und der Ehrenprofessur des Landes Schleswig-Holsteins ausgezeichnet.Als einer der Höhepunkte seiner Funktionärslaufbahn gilt die seine Ansprache im Juli 1995 auf Düppel zur Feier der 75-jährigen Zugehörigkeit Nordschleswigs zu Dänemark, die als endgültiger Durchbruch zur Gleichwertigkeit von Minderheit und Mehrheit in Dänemark beurteilt wird.

Neben Hansen erhalten dieses Jahr auch die Schriftstellerin Francesca Melandri und der österreichische Diplomat Helmut Tichy den Großen Verdienstorden des Landes Südtirol. Früher wurden unter anderem Berhard Vogel, Edmund Stoiber, Wolfgang Schüssel, Giorgio Napolitano und Romano Prodi mit dem Orden geehrt.

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