Sozialer Wohnungsbau

Zunehmender Leerstand in Hadersleben

Zunehmender Leerstand in Hadersleben

Zunehmender Leerstand in Hadersleben

Hadersleben/Haderslev
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Modellfoto Foto: Ute Levisen

Das Bauwesen in Hadersleben boomt. Zugleich wächst der Leerstand im sozialen Wohnungsbau. Die Politiker sind in Alarmbereitschaft, denn die Kommune ist aufgrund von Garantien für Kredite in Höhe von zirka 880 Millionen Kronen an einem gesunden Sektor interessiert.

Der Leerstand von Wohnungen im sozialen Wohnungsbau wächst in der Domstadtkommune. Im Januar waren 1,6 Prozent der Wohnungen nicht vermietet – im Januar 2019 lag diese Zahl bei 0,97. Die Kommune hat Garantien für Darlehen der Wohnungsgesellschaft in Höhe von insgesamt 879,82 Millionen Kronen gewährt (Stand Dezember 2018).

Neue Wohnkomplexe

Zugleich schießen überall in der Kommune neue Wohnkomplexe wie Pilze aus dem Boden, eine Tatsache, die den Leerstand weiterhin negativ beeinflussen könnte, so die Befürchtung seitens der Kommunalverwaltung. Erreicht der Prozentsatz 2,0, verliert die Kommune ihre Handlungsfreiheit, weiteren Projekten grünes Licht zu geben – dann entscheidet das Ministerium.
Hinzu kommt: Ein privater Investor wird Anfang dieses Jahres kleinere Wohnungen am Jungfernstieg bauen, was den Leerstand zusätzlich negativ beeinflusst.

Wohnungen nicht zeitgemäß

Eine Ursache des Leerstands von Wohnungen, vornehmlich in Regie der Gesellschaften Haderslev Boligselskab und HAB, könnte die nicht zeitgemäße Gestaltung der Wohnungen sein, so Haderslebens Bürgermeister H. P. Geil (Venstre).

Auch sanierte Wohnungen nicht vermietet

Allerdings ist dies längst nicht immer der Fall: Auch in den sanierten Wohnungskomplexen im Wohnviertel Varbergparken sind noch Wohnungen frei. In den noch nicht renovierten Blöcken ist der Leerstand besonders hoch. Insgesamt macht der Leerstand im Varbergparken 29 Prozent des Leerstandes aus.

Maßnahmen für Trendwende

Die Wohnungsgesellschaften sind für die Mietobjekte verantwortlich. In Zusammenarbeit mit der Kommunalverwaltung haben sie eine Reihe von Vorschlägen erarbeitet, wie eine Trendwende herbeigeführt werden kann.

Folgende Maßnahmen werden ergriffen:

  • Forcierte Zusammenarbeit der Wohnungsorganisationen mit Blick auf eine gemeinsame Warteliste und das Bereitstellen von Wohnungen für Soldaten des Schleswigschen Infanterieregiments
  • Zeitgemäße Gestaltung leer stehender Wohnung durch Sanierungsmaßnahmen
  • Nutzung vakanter Mietobjekte zu kommunalen Zwecken im Rahmen des Einsatzplanes „Kluge Quadratmeter“ zur besseren Ausnutzung von Immobilien in kommunalem Besitz

Stand-by aufgrund des Getto-Pakets

Für leer stehende Mietobjekte im Varbergparken gebe es gute Gründe, führt HAB-Direktor Christan Skovfoged an. Zum einen habe das sogenannte Getto-Paket des Ministeriums aus dem Jahre 2018 Sanierungsmaßnahmen im Varbergparken auf Stand-by gesetzt – zum anderen schwinde das Interesse potenzieller Mieter angesichts der geplanten Renovierung der beiden letzten Wohnblöcke im Varbergparken, weil sie dann während der Sanierung erneut umziehen müssten.
Ein Tag der offenen Tür Anfang des Jahres solle, kündigt Skovfoged an, Möglichkeiten für alternative Vermietungsformen, beispielsweise Wohngemeinschaften, offenlegen.

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