Kommunalpolitik

Wirbel um Windpark

Wirbel um Windpark

Wirbel um Windpark

Hadersleben/Haderslev
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Die Pläne für einen großen Windpark bei Kastrup Enge sorgten vor fast vier Jahren für großen Unmut in der Region. Foto: Ute Levisen

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Die Geschichte wiederholt sich: Acht Monate vor der Kommunalwahl sorgen Windkrafträder erneut für jede Menge Wirbel: Ein großer Windpark mit bis zu 96 Riesen-Anlagen bei Kastrup Enge ist offiziell nicht vom Tisch – und dies, obwohl die Politiker bereits 2017 beschlossen, die hochfliegenden Pläne potenzieller Investoren kräftig zu beschneiden.

Verfahrensfehler oder Vergesslichkeit? – Die Spekulationen schießen ins Kraut, denn bislang ist unklar, warum ein politischer Beschluss des Haderslebener Kommunalparlaments mit Blick auf einen Windpark mit bis zu 17 Windkraftanlagen in der Region Kastrup Enge bei Gramm (Gram) bis heute nicht im entsprechenden Planungsmaterial steht.

Kein Plan

Und Fakt ist, dass der Beschluss auch nicht im neuesten Kommuneplan, der in den nächsten 15 Jahren gelten soll, verankert ist. Der Plan, der die Rahmenbedingungen für die Entwicklung der Kommune Hadersleben absteckt, befindet sich gegenwärtig in der öffentlichen Anhörung.

Gegenwind

Die auf der jüngsten Sitzung des Kommunalparlaments bekannt gewordene Tatsache sorgte unter den Politikern und nachfolgend in der Öffentlichkeit für jede Menge Wirbel.

An alternativen Energien scheiden sich die Geister in der Kommune Hadersleben. Auch geplante Solarparks stoßen in der Lokalbevölkerung nicht nur auf Zustimmung. Foto: Ute Levisen

Hochfliegende Pläne

Zur Erinnerung: 2017 beschloss eine politische Mehrheit, dem Widerstand aus der Bevölkerung nachzugeben. Die Politiker beschnitten die ehrgeizigen Pläne für einen Windpark bei Gramm, der bis zu 96 Windkraftanlagen mit einer Maximalhöhe von 130 Metern den Weg ebnen sollte, kräftig.

Eine Mehrheit verständigte sich schließlich auf maximal 17 Windkraftanlagen mit einer maximalen Höhe von 130 Metern und auf einen Mindestabstand zum nächsten Anwesen von 1,3 Kilometern.

Kein Grund

Sowohl Svend Brandt von der Einheitsliste als auch Carsten Leth Schmidt von der Schleswigschen Partei sind der Meinung, dass der Beschluss des Mini-Parks nach wie vor gilt, auch wenn er nicht im Kommuneplan verankert ist: „Der Kommuneplan ist so lange gültig, bis ein Flächennutzungsplan erarbeitet ist – und dafür gibt es in diesem Fall keinen Grund“, so Brandt.

Kein Platz

Soll der 2017 beschlossene Mindestabstand zur nächsten Besiedelung – das Zehnfache der Höhe der jeweiligen Windkraftanlage – eingehalten werden, dann wäre bei Kastrup Enge lediglich Platz für sechs Windanlagen, wie Leth lakonisch feststellt: „Es würde also lediglich ein Windpärkchen werden.“

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Leitartikel

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
„Ahlers adieu“