Neuer Bericht

Vernichtende Kritik am VUC Syd & Revision

Ute Levisen
Ute Levisen Lokalredakteurin
Kopenhagen/Hadersleben
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VUC Syd in Hadersleben. Foto: Ute Levisen

Ministerium fordert sofortige Absetzung der Revision und moniert gesetzwidriges Verwaltungsprozedere.

Das Unterrichtsministerium äußert in seinem vorläufigen Bericht vernichtende Kritik an Vorstand und (ehemaliger) Leitung der Erwachsenenbildungseinrichtung VUC Syd mit Hauptsitz in Hadersleben. Aus dem 36-seitigen Bericht des Ministeriums geht hervor, dass das VUC Syd in „hohem Maße“ und in „wesentlichen Punkten“ gegen gesetzliche Vorgaben verstoßen habe und dies weiterhin der Fall sei. Die Behörde kritisiert auch den eklatanten Mangel an Sparsamkeit am VUC Syd im Umgang mit öffentlichen Geldern. Darüber hinaus seien Aspekte hinsichtlich Besorgnis der Befangenheit bei der Vergabe von Bauaufträgen seitens der Leitung nicht berücksichtigt worden. Die Einrichtung muss 1,2 Millionen Kronen zurückzahlen. Der Vorstandsvorsitzende des VUC Syd, Haderslebens Bürgermeister H. P. Geil (V), betonte bei einem Pressegespräch, dies werde keinen Einfluss auf die Qualität des Unterrichts haben.

Dem Vorstand ist auferlegt worden, die bisherige Revisionsfirma mit sofortiger Wirkung von ihrem Prüfungsauftrag zu entbinden, was bereits für das Rechenschaftsjahr 2017 gilt, sowie ein neues Revisionsunternehmen mit der Aufsicht zu beauftragen. Sollte der Vorstand den Forderungen des Ministeriums nicht in Gänze nachkommen, könnte er von der Ministerin unter Aufsicht gestellt – oder gänzlich von seinen Aufgaben entbunden werden.

Zugleich betont das Ministerium, dass man zum jetzigen Zeitpunkt keine Stellung bezogen habe, ob man gegen das Revisionsunternehmen wegen mangelnder Prüfung beim „Revisornævnet“ Klage einreichen werde. Auch die Frage, ob der Vorstand in Form einer Klage zur Verantwortung gezogen wird, steht laut Bericht noch aus. Laut Untersuchung fand die Revision bei all ihren Revisionen keinen Anlass für ernste Anmerkungen.

Harsche Kritik

Das Ministerium äußert zudem harsche Kritik an der alleinigen Geschäftsbefugnis des früheren Direktors, der damit über erhebliche Beträge disponieren und seine Dispositionen zugleich selbst „absegnen“ konnte. Auch wird moniert, dass beispielsweise das Budget für Kunsteinkäufe von dem früheren Direktor seit 2010 um insgesamt 1,4 Millionen Kronen überschritten worden ist.

Empfindlich ist auch die Kritik an gesetzwidrigen Verschwiegenheitsklauseln sowie an der Verwaltungspraxis am VUC Syd: Dort hat man beispielsweise Fernunterricht in Zusammenarbeit mit einer anderen Einrichtung als eigene Aktivität abgerechnet und entsprechende Zuschüsse erhalten. Auch mit Blick auf die Lehrbefähigungen der Mitarbeiter hagelt es ernste Kritik seitens des Ministeriums: Hier gebe es „mehrere und wesentliche“ Mängel mit Blick auf die Unterrichtskompetenzen, heißt es. Der Vorstand muss zeitnah eine Strategie erarbeiten, um den künftigen Betrieb – und Unterricht zu gewährleisten. All dies muss dem Ministerium zur Begutachtung vorgelegt werden.

„Derart heftige Kritik an einer Institution habe ich während meiner Zeit auf Christiansborg noch nicht erlebt“, so der Haderslebener Folketingsabgeordnete Peter Kofod Poulsen (DF), auf dessen Initiative seinerzeit die Untersuchung in Gang gesetzt worden ist.

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