Haderslev Revy 2020

Typisch Hadersleben

Typisch Hadersleben

Typisch Hadersleben

Hadersleben/Haderslev
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Die Olsenbande hat sich das berühmte Ortsschild unter den Nagel gerissen. Foto: Ute Levisen

Die Haderslebener Revue kehrt mit voller Wucht zurück, schwingt die Spaßkeule – und dies auch schon mal unter die Gürtellinie. Im wahrsten Sinne des Wortes. Damit traf das Spaß-Team den Nerv seines Publikums am Premierenabend von Haderslev Revy 2020.

Die Haderslebener Revue hatte sich ein hehres Ziel gesetzt – an den Erfolg des Vorjahres anzuknüpfen. Eines vorweg: Das ist dem Team um Regisseurin Benthe Andersen vortrefflich gelungen, wie der Premierenabend am Donnerstag im Kulturhaus Harmonien offenbarte. Das Revue-Publikum darf sich auf zwei Stunden freuen, während derer sich niemand sicher wähnen darf.

Die Grenze ist dicht – da blieb nichts anderes übrig, als in den sauren Apfel zu beißen und Nutella samt Cola in Dänemark zu kaufen. Zu Wucherpreisen. Foto: Ute Levisen

Das ganze Register

Sexismus, Rassismus, Integration, Politik, Kungelei, Corona: Auch was die thematische Bandbreite angeht, spannte das Autorenteam einen weiten Bogen und bot dem Publikum Zerstreuung von einem zuweilen recht anstrengenden Alltag mit Maske und „MeToo“.

MeToo einmal anders – wenn die Schwiegermutter mit dem Schwiegersohne ... Foto: Ute Levisen

„MeToo“

Die Damen von „Fat Lives Matters“ pochen auf ihr Recht, sich körperlich frei entfalten zu dürfen, Bürgermeister H. P. Geil macht mit dem Rathaus-Coup den Deal seines Lebens, der ihm ein Büro mit Fördeblick beschert – und Schwiegermutters Hände gleiten beim Kaffeekränzchen mit dem Gatten der Tochter – versehentlich – schon mal unter die Gürtellinie.

Corona hat alle und alles fest im Griff – auch das Klima. Foto: Ute Levisen

Trump auf Abwegen

Apropos: Abwege! Die Koryphäe auf diesem Gebiet, US-Präsident Trump, wird von Gott zurückgepfiffen, wenn er wieder mal über die Stränge schlägt – beim Amerika-Groß-Machen. Schön wär’s, so mag sich mancher gedacht haben.

Saubermann Trump war auch Zielscheibe des Spotts. Foto: Ute Levisen

Das Schild

Und dann kam es. Endlich. Das Hadersleben-Schild! Die Olsenbande hat wieder zugeschlagen und sich das Streitschild, das die Stadt Hadersleben und ihren Bürgermeister seinerzeit weltberühmt in ganz Europa gemacht hatte, auf Olsenbanden-Manier unter den Nagel gerissen.

Die Grenze ist dicht! Der Grenzhandel hat ein Ende. Foto: Ute Levisen

Zahllose Schenkelklopfer

Ein Sketch folgte auf den anderen, darunter echte Schenkelklopfer. Das Team auf und hinter der Bühne bereitete seinem Publikum eine Riesen-Gaudi – mit Tanz- und Gesangseinlagen, die für ausgelassene Heiterkeit bei den Zuschauern sorgten, auch wenn diese nur mitsummen durften.

„Vild med Svans“ – dieser Beitrag war einer der Höhepunkte. Foto: Ute Levisen

Alles in allem: Die Haderslev Revy 2020 ist eine rundum gelungene Sache und ein launiger Rückblick auf ein Jahr, das wieder einmal typisch Hadersleben war.

Begeisterter Applaus: Regisseurin Benthe Andersen kann stolz sein auf ihr Team. Foto: Ute Levisen

Haderslev Revy 2020

Bis Sonntag, 25. Oktober, wird die Hadersleben-Revue im Kulturhaus Harmonien aufgeführt.

Im Vorjahr zählte sie etwa 1.600 Besucher. Eintrittskarten sind unter www.forsoegsscenen-haderslev.dk zum Stückpreis von 150 Kronen oder am Eingang erhältlich.
Ein Revue-Menü kann man unter Telefon 7452 37 20 bestellen. Hier ist die Platzanzahl allerdings stark begrenzt.

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Walter Turnowsky
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